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Jochen Till

Memento Monstrum

 

·         Gebundene Ausgabe : 200 Seiten

             ISBN-13 : 978-3649630104

·         Leseniveau : 9 und nach oben

·         Herausgeber : Coppenrath

#MementoMonstrum

  

Das hinreißendste Kinder-Erwachsenen-Buch seit langem

 

Graf Dracula ist 589 Jahre alt und muss zwei Tage lang seine Enkelkinder hüten. Das macht ihm gewaltige Angst, denn er ist zwar Opa, hat aber keine Ahnung von Kindern, den wahren Monstern, die immer nur Blödsinn im Sinn haben. Und außerdem: Wie lange muss sich überhaupt ein Vampirkind Zähne putzen? Doch mit einem Vorrat an Blutorangen-Tee und Blutgummibärchen wird es schon gut gehen. Und die Enkelkinder Globine, die Kleinste, sowie ihre Schwester Vira und Bruder Rhesus lassen sich gerne davon ablenken, Unsinn zu machen, wenn Graf Vlad Dracula Geschichten aus seinem Leben zum Besten gibt. Und diese Geschichten haben es in sich, glaubt es mir!

Der Coppenrath Verlag schafft es immer wieder zu beeindrucken mit großartig gestalteten, aus dem Rahmen des Üblichen herausstechenden Büchern. Da wird nicht billig produziert, sondern liebevoll ins Detail gehend die Einmaligkeit des jeweiligen Buches herausgearbeitet. Memento Monstrum wirkt wie ein Buch aus einer ganz, ganz alten Bibliothek, mit Ledereinband, mit Golddruck, mit Prägung, mit Stockflecken auf den Innenseiten. Und mit Illustrationen, die so unfassbar lebendig, mit beeindruckender Farbenfülle und Ausdrucksstärke gestaltet sind, dass auch die schrecklichsten Monster einen Niedlichkeitsfaktor haben, der nicht mehr zu überbieten ist. Wiebke Rauers, Illustratorin und Ideengeberin, hat sich da schlichtweg selbst übertroffen.

Die Geschichten in der Geschichte sind überraschend und enthalten unaufdringlich kluge Botschaften.  Für kindliche Leser sind sie spannend, aufregend, lustig, herzanrührend. Für erwachsene Leser zeigen sich die Geschichten ideenreich, doppelbödig, mit zahlreichen literarischen Anspielungen und  intelligentem Humor versehen. Ich könnte endlos weiter schwärmen, endlos viele geniale Details aufzählen, und würde dennoch dem Buch nicht in vollem Umfang gerecht werden können. Deshalb meine dringende Empfehlung: Nehmen Sie es selbst in die Hand!

 

Denn Memento Monstrum ist das schönste, das hinreißendste, das witzigste, das ideenreichste Buch, für Kinder und Erwachsene gleichermaßen geeignet, das ich seit langem in Händen hielt.

 

 

 

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Annette Roeder

Das schwarze Schaf

 

·         Gebundene Ausgabe : 224 Seiten

·         ISBN-13 : 978-3961291670

·         Herausgeber : Edel:Kids Books - Ein Verlag der Edel Germany GmbH

·         Leseniveau : 8 und nach oben

#DasschwarzeSchaf

  

Wo die Rädertierchen rülpsen, da ist Baskeltorp…

 

Ein solch vergnügliches, tempo- und ideenreiches, liebenswertes Kinderbuch habe ich schon lange nicht mehr in der Hand gehabt! Meine uneingeschränkte Begeisterung werde ich mit Sicherheit mit vielen Kindern teilen.

In Baskeltorp gibt es Aufregung, denn der allseits beliebte Hütehund Gutti ist verschwunden. Sollte der böse Wolf daran schuld sein? Doch wie gut, dass das mutige und überaus kluge Schaf Texel ganz sicher weiß, dass der Wolf ein hieb- und stichfestes Alibi hat. Texel macht sich also seine eigenen Gedanken und Beobachtungen. In dem Maulwurf Dr. W. Winnewurp findet Texel einen geduldigen Unterstützer bei der Lösung dieses komplizierten Falles.

Annette Roeder ist es gelungen, sich mit ihren Tieren auf Baskeltorp sofort mitten hinein ins Herz der Leser zu schreiben. Texel ist hochbegabt, hat das absolute Gehör und ein fotografisches Gedächtnis. Darauf muss man erst mal kommen. Und der gemütliche Dr. W. Winnewurp bringt uns ein Lehrstück des Genießens bei, wenn er beschreibt, wie solch ein leckerer, schön schleimiger und nicht wabbeliger Regenwurm, der nach faulem Holz und Misthaufen riecht, den Appetit gewaltig anregt. So verschieden die beiden sind, so geschickt machen sie sich gemeinsam daran, den Fall aufzuklären, denn so manches Tier auf Baskeltorp benimmt sich auffällig, andere Tiere boykottieren sogar die Ermittlungsarbeit bei Pfosten 221b im Backenklee. Die Kinder können zusammen mit Texel und Dr. W. Winnewurp rätseln und kombinieren, wie seinerzeit Sherlock Holmes und Watson.  Dank der kurzen Kapitel und des spannenden Inhalts, der mit viel Wortwitz erzählt wird, ist die Geschichte ideal zum Vorlesen ab 6 Jahre, für etwas Ältere gut zum Selberlesen geeignet. Großartig ergänzen die durchweg farbigen Illustrationen von Stefanie Jeschke das Erzählte, denn sie sind ausgesprochen ausdrucksstark und witzig. Zusätzlich bewegt sich ein Regenwurm als Daumenkino durch das Buch.

Fazit: Eine rundum gelungene und liebevoll ausgestattete Tier-Detektivgeschichte, temporeich und urkomisch.




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Usch Luhn

Lillys magische Schuhe – Die verbotenen Stiefel

 

·         Gebundene Ausgabe : 224 Seiten

·         ISBN-13 : 978-3473405527

·         Herausgeber : Ravensburger Verlag GmbH

·         Leseniveau : 8 und nach oben

#LillysmagischeSchuheDieverbotenenStiefel

  

Ein Füllhorn voller fröhlicher Ideen

 

Schon das fröhlich-kunterbunte Cover zeigt, was der Inhalt bietet: Eine Geschichte voller Fantasie und Ideenreichtum, die zu lesen einfach nur Spaß macht.

Der arme Sören hat es schwer. Er hat Asthma. Und er wird von seinen Mitschülern, besonders von Anton, gemobbt. Seine sportbesessenen Eltern wollen ihn ständig zu Höchstleistungen antreiben. Während er eigentlich nur dann glücklich ist, wenn er sich im Tierheim um Hunde kümmern kann. Besonders Ronja, eine Windhündin, ist ihm ans Herz gewachsen. Lediglich Marie, die Kleinste in der Klasse, steht Sören bei, was ihm jedoch irgendwie peinlich ist. Als Sören durch Zufall Lilly kennenlernt, wird die Geschichte richtig aufregend, denn der Großvater von Lilly betreibt eine magische Schuhwerkstatt und erkennt schnell, dass Sören genau das Kind ist, das magische Schuhe dringend benötigt. Aber da ist auch noch Frau Winsel, die richtig fies mit ihren beiden Hunden umgeht und nichts Gutes im Sinn hat…

 

Was für ein rundum geglücktes Kinderbuch! Da sind schwierige Themen wie zum Beispiel Mobbing oder Leistungsdruck oder Freundschaft sehr geschickt eingesponnen in eine spannende Handlung. Zwischen dem realen Alltag, der Kindern vertraut ist, und den fantastischen Möglichkeiten märchenhafter Fantasie hin und her wandert die Erzählung und bietet dabei ganz und gar unauffällig Lösungsmöglichkeiten, wie man aus schwierigen Situationen oder Widrigkeiten das Beste machen kann. Jede Seite des Buches brachte mir Spaß. Allein schon der Drache Monsieur Archibald mit seinem französischen Akzent und seinen gelegentlichen Schuppenschmerzen, aber auch Sir Schimmelkopf, das weise Sprüche absondernde Krokodil, animieren dazu, das Buch langsam und mit Genuss vorzulesen. Und es sind ja nicht die schlechtesten Erkenntnisse, dass man mit der Wahrheit besser dran ist und Gewalt keine Lösung ist. Die große Schrift und die vielen eingestreuten Illustrationen runden das Buch perfekt ab.

 

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Svenja K. Buchner

Bis die Zeit verschwimmt

 

·         Gebundene Ausgabe : 320 Seiten

·         ISBN-13 : 978-3522202695

·         Herausgeber : Thienemann Verlag

·         Leseniveau : 13 und nach oben

#BisdieZeitverschwimmt

  

 

Ein leises, ein beeindruckendes Jugend-Buch

 

Ein ungewöhnliches Thema hat sich die Autorin für ihren Debüt-Roman ausgesucht, noch dazu für die anspruchsvolle Zielgruppe der Jugendlichen ab 13. Von Herzen wünsche ich ihr aufgeschlossene und sensible Leser, egal welchen Alters!

Helene, 15 Jahre alt, hatte eine allerbeste Freundin von frühen Kindheitstagen an. Eine Freundschaft, die bis ins Teenie-Alter unverbrüchlich anhielt. Cassie und sie waren unzertrennlich, die eine war ohne die andere nicht denkbar. Als ein Amoklauf das Leben von Cassie und mit ihr weiterer Jugendlicher abrupt beendet, bleibt für Helene die Zeit stehen. Sie verliert sich in Tatenlosigkeit, in Erinnerungen, in Schuldgefühlen, in zerstörerischer Wut. Die Trauer sucht sich Kanäle, die für die Umwelt nicht nachvollziehbar sind. Und Helene verfolgt geradezu zwanghaft die Hinterbliebenen, um einen Sinn in der Tat zu entdecken, ein vorsätzliches, bewusstes Handeln des Täters. Denn der Tod von Cassie kann nicht zufällig, nicht schicksalhaft grundlos geschehen sein? Erik, der geduldig-verstehende Mitschüler, bleibt an ihrer Seite, wenn Helene es zulässt. Doch Helene glaubt, Cassie zu verraten, wenn sie sich leichte, warme Gefühle eingestehen würde.

Die leisen Bücher sind es, die oft am eindrücklichsten sind! Svenja K. Buchner schreibt in leisen, sensiblen Worten mit lyrisch schönen Beschreibungen, pastellfarben zart und gleichzeitig schmerzhaft hart und klar. Erzählt wird aus der Sicht von Helene. So bekommen die Leser eine unmittelbare, ungefilterte Ahnung davon, wie es sein kann, wenn altersbedingtes pubertäres und egoistisches Aufbegehren zusammen stoßen mit einem brutalen Schicksalsschlag, der alles in Frage stellt, alle bisherigen Hoffnungen und Pläne, in einem hilflosen Umfeld, das keine Geborgenheit mehr geben kann. Und dass es manchmal die größte Form der Liebe ist, einfach nur mit dem Betroffenen auszuharren. Denn jeder Mensch braucht seinen eigenen Weg und seine eigene Zeit, aus der Trauer heraus Frieden zu schließen, mit sich, mit dem Schicksal, mit den anderen.

 

Ein anspruchsvolles und sehr, sehr lesenswertes Buch.

 

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Janet Clark

Mina und die Karma-Jäger – Fiese Tat im Internat

 

·         Originaltitel : Mina und die Karmajagd - Band 2

·         Gebundene Ausgabe : 192 Seiten

·         ISBN-13 : 978-3748800170

·         Leseniveau : 9 und Nach oben

#MinaunddieKarmaJägerFieseTatimInternat

 

 Wenn das Himmelshandy klingelt…

 

Beim Buchtitel kam ich erst einmal ins Grübeln. Was sind Karma-Jäger? Wie erkläre ich meinen Lesepatenkindern, was Karma ist? Eigentlich mag ich es nicht, wenn Kinderbücher Wörter benutzen, die esoterisch besetzt sind, schon gar nicht im Titel. Bei Lektüre des Buches setzten sich meine gemischten Gefühle in Teilen leider weiter fort.

Julius ist ein Geist und unsichtbar. Seine Aufgabe ist, verschiedene Missionen auszuführen, um sein Karma aufzubessern, was mehr als schwierig ist, denn Julius kümmert sich letztlich nur um sich selbst, ihm fehlt jeglicher Gerechtigkeitssinn. Und so sinkt und sinkt sein Karma-Level.  Mina ist die Einzige, die Julius sehen kann, und sie will ihm helfen. Die neue Mission führt die beiden ins Rosen-Internat, wo – ausgerechnet – für Gerechtigkeit gesorgt werden soll.

 

Was an diesem Buch besticht, ist die herrlich fröhlich-komische Ideenfülle in Verbindung mit lebendigen, aussagestarken und witzigen Illustrationen. Schön ausgestaltet sind die Protagonisten, insbesondere die hilfsbereite Mina bekommt viele Sympathiepunkte. Auch dass wichtige Themen wie Umweltschutz oder Mobbing auf humorvolle Weise im Buch Platz haben, gefällt mir. Der etwas konfuse Schreibstil lässt sich leider schlecht lesen. Ich glaube aber, dass sich der Text bei entsprechender Betonung sehr gut vorlesen lässt. „Dummdoofblöderweise“ gefallen mir auch die vielen Wortschöpfungen nicht, weil sie zeitweise überhand nehmen und „löchernebelblass“ ebenfalls das Lesen erschweren. Ob die Kinder an diesen Wortkonstruktionen und an der chaotischen Geschichte Spaß haben werden, kann ich erst zu einem späteren Zeitpunkt ausprobieren. Hoffentlich falle ich mit meinen Kritikpunkten in dieser Rezension nicht auf die niedrige Karma-Ebene „besoffene Kopflaus“…. 

 

 

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Torben Kuhlmann

Einstein

 

·         Gebundene Ausgabe : 128 Seiten

·         ISBN-13 : 978-3314105296

·         Herausgeber : NordSüd Verlag

·         Leseniveau : 5 - 7 Jahre

#Einstein

 

 Ein hinreißendes Gesamtkunstwerk

 

Die digitale Version des Bilderbuches hatte mich vor einige Herausforderungen gestellt. Entweder war die Seite im Ganzen sichtbar, aber die Schrift zum Lesen zu klein. Oder ich konnte den Text lesen, aber die Zeichnungen nur stückweise betrachten. Dass mich das Buch trotz der technischen Ärgernisse über die Maßen begeisterte, spricht für die außergewöhnliche und ganz und gar hinreißende, beeindruckend gelungene Gesamtgestaltung dieses Bilderbuches.

Die kleine Maus hatte zwar fleißig Kalenderblätter abgerissen, um das große Käsefest in Bern nicht zu verpassen, aber dann kam sie doch um einen Tag zu spät in Bern an. Wie schrecklich! Was tun? Ob es vielleicht möglich wäre, die Zeit um einen Tag zurückzustellen? Oder kann man überhaupt die Zeit anhalten? Die kluge Maus stellt allerlei Versuche an, aber nichts gelingt. Bis sie die Aufzeichnungen eines gewissen Albert Einstein findet und sich in seine Berechnungen hineinvertieft. Da schafft sie doch tatsächlich nach vielem Rechnen und Aufschreiben die Zeitreise. Aber sie hatte sich wohl ein wenig verrechnet, denn sie landet nicht um einen Tag, sondern um 80 Jahre zurück. Doch genau dieser Rechenfehler wird zum großen Glück war für die kleine Maus, denn eine unerwartete Begegnung hilft ihr auf ungeahnte Weise weiter…

 

Wie Einsteins Relativitätstheorie kindgerecht in eine spannende Geschichte umgesetzt und aus Mäuseperspektive verstehbar gemacht wurde, ist allein schon eine riesengroße Leistung. Was aber das Buch zum Gesamtkunstwerk macht, sind die genial gelungenen Zeichnungen, die das Spiel mit Raum und Zeit in Szene setzen. Die Feinheit des Zeichenstiftes, die ungewöhnlichen Blickwinkel, die Detailverliebtheit – mir fällt dazu nur das Wort „meisterhaft“ ein. Torben Kuhlmann hat ein hinreißendes, ein faszinierendes Gesamtkunstwerk geschaffen, das für Kinder und Erwachsene gleichermaßen einen besonderen Schatz im Bücherschrank darstellt. 

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Heike Abidi

Arthurs wildes Hundeleben

 

·         Gebundene Ausgabe : 160 Seiten

·         ISBN-13 : 978-3747800201

·         Herausgeber : Hummelburg

·         Leseniveau : 8 und älter

#ArthurswildesHundeleben

 

  

Sehr lustig, spannend und mit Sinn

 

Wie könnten Mensch und Tier besser lernen, einander zu verstehen? Heike Abidi zeigt es den Kindern auf fantasievolle Weise in diesem lustig-aufregenden Kinderbuch.

Arthur wünscht sich sehnlichst einen Hund, doch die Eltern sagen immer und immer wieder Nein. Als ein Arbeitskollege von Papa kommt und Arthur bittet, für eine Woche auf Lucky, den schwarz-weiß gefleckten Wuschelhund, aufzupassen, ist Arthur selig! Doch da passiert etwas ganz Unglaubliches: Am Morgen liegt Arthur im Hundekörbchen  und Lucky in Arthurs  Bett. Beim Drehwurmspiel muss es passiert sein, ihre Körper haben sich vertauscht. Und nun muss Arthur lernen, wie man auf vier Pfoten läuft, und Lucky muss am Tisch mit Besteck essen lernen. Natürlich wollen beide den Tausch wieder rückgängig machen, aber wie? Ob das letztlich gelingt, müsst Ihr unbedingt selber lesen.

 

Die Autorin erzählt sehr geschickt aus zwei Perspektiven: Arthur lernt im Hundekörper ganz schnell, wie schlimm es ist, geknuddelt zu werden, wenn man es gerade nicht möchte. Oder wenn die Menschen seine Sprache nicht verstehen wollen, obwohl er doch ganz deutlich mit Schwanz und Ohren anzeigt, was Sache ist. Und Lucky lernt, wie anstrengend ein Menschenleben ist.  Auf dem Stuhl sitzen zum Beispiel oder Zähneputzen oder in die Schule gehen. Mit ganz viel Humor und Spannung lesen wir von Arthur (Lucky) und Lucky (Arthur), die in allerlei irritierende Situationen und Missverständnisse geraten. Zum turbulenten Geschehen und der durchaus liebevollen Erzählweise passen die ausdrucksstarken fröhlichen Zeichnungen von Barbara Fisinger. Allerdings würde ich das Lesealter deutlich herabsetzen auf 6 Jahre, da mir die Gesamtgestaltung einschließlich Schriftgröße und Sprache sowie der fantasievolle Inhalt durchaus bereits für 6-Jährige, zumindest zum Vorlesen, geeignet erscheint.  

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Jo Simmons

Hilfe, meine Eltern haben meinen Geburtstag gestrichen

 

·         Seitenzahl der Print-Ausgabe : 145 Seiten

·         Herausgeber : Schneiderbuch

·         ISBN: 978-3-505-14319-9

·         Lesealter: ab 9 Jahre

#HilfemeineElternhabenmeinenGeburtstaggestrichen

  

Suselwusel und andere Schlamassel

 

In einer Familie, in der Oma vegane Kuchen backt, mit denen man Autobrücken reparieren kann,  und das Riesenschwein Mini auf dem Garagendach wohnt, kann es nicht ganz normal zugehen. Das wird dem Leser sofort klar. Und tatsächlich, eine Katastrophe nach der anderen geschieht. Der geliebte Chihuahua von Oma kommt auf schreckliche Weise zu Tode, Oma verletzt sich und muss in der Familie gepflegt werden und die Zahnfee bringt der kleinen Schwester Meg statt Geld nur Unglück. Und das ist noch längst nicht alles!

Kein Wunder, dass die Eltern bei all den Schlamasseln den Kopf nicht frei haben für irgendwelche Partyvorbereitungen, obwohl der 10-jährige Tom auf ein phänomenales Geburtstagsfest zu seinem „Glücksgeburtstag“ (11. August 11 Jahre alt) hofft. Nein, das Fest wird auf „später“ verschoben, sozusagen ein Mega-Schlamassel! Wie Tom jedoch nicht in Selbstmitleid versinkt, sondern Idee um Idee entwickelt, zusammen mit seinen Freunden dennoch ein einmaliges Geburtstagsfest auf die Beine zu stellen und was dann noch alles an Unglaublichem  passiert – das müsst ihr selber lesen!

 

Herrlich komisch ist der Schreibstil von Jo Simmons, lustig und und voll von schrägen Ideen. Nicht nur die Fülle an neuen Schimpfwörtern, die man aus dem Buch lernt wie Zumblum, Spanoffel, oder Harrumpel, bringen den Leser zum Kichern, sondern die abstrusen Ideen von Tom und den sich daraus ergebenden immer chaotisch werdenden Situationen rufen ständiges Bauchschmerz-Lachen hervor. Die cartoonartigen Zeichnungen unterstreichen auf perfekte Weise den ganzen Suselwusel. Aber das Buch enthält nicht nur Nonsense. Denn es ist gut, sich selbst zu helfen. Es ist gut, Freunde zu haben, und es ist gut, dass Erwachsene merken, was wirklich wichtig ist. Kurzum: Ein Spaßbuch mit Sinn.

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A.  L. Kennedy

Onkel Stan und Dan

 

·         Gebundene Ausgabe : 272 Seiten

·         ISBN-13 : 978-3280080221

·         Herausgeber : Orell Füssli Verlag

·         Leseniveau : 9 - 11 Jahre

#OnkelStanundDan

 

Schräg und urkomisch

 

Die Vorgängerbände kannte ich nicht. Deshalb schlug ich das vorliegende Buch völlig unbedarft auf. Und schon war es bereits auf Seite 7 um mich geschehen: Dachs Dan, der gern mit den Zehen wackelt und heiße Schokolade und eingelegte Schnecken mag, hatte da bereits mein Herz erobert.

Die eigentliche Handlung ist vielleicht gar nicht so wichtig, doch in Kürze zusammengefasst erfahren wir, wie der oberfiese Dr. Sylvester Perlenkralle mit Hilfe der Lamakumpels vertrieben wird, wie Dan sich unsterblich verliebt in eine geheimnisvolle rosa Dachsdame und aus seinem Liebestaumel schmerzhaft geweckt wird. Und dann ist da noch der Mond, bei dem auch nicht alles in Ordnung ist.

Noch nie habe ich ein solches Kinderbuch gelesen (und angeschaut) wie dieses hier. Die völlig abgedrehte Handlung, die völlig abgedrehten Freunde und Feinde, mit denen wir es zu tun haben, werden so urkomisch erzählt, dass man sie sich Satz für Satz mit Genuss einverleibt und vor Lachen gar nicht vorankommt. Der Humor ist von der schwarzen, skurrilen Sorte, wie es wohl nur Engländer beherrschen, und er trifft mich mitten hinein in mein innerstes Humorzentrum, wobei ich mich beim Lesen ständig fragte, wie man nur auf solche Ideen kommen kann. Ein Buch, in dem eine Dächsin so „schön wie eine Fernbusfahrerin“ geschildert wird, in dem es schüchterne Milchmondmotten gibt und Ginalollobrigida Lama gerne Schminke benutzt und trotzdem einen Nasenpickel bekommt – solch ein an schrägen Ideen überquellendes Buch wird von Kindern geliebt, dessen bin ich mir sicher. Aber der Text allein ist noch nicht alles: Ich liebe die unglaublichen Zeichnungen von Gemma Correll, die naiv und gleichzeitig urkomisch sind und perfekt zum Buch passen.

 

Fazit: Ein außergewöhnliches, total schräges und urkomisches  Kinderbuch.

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Fee Krämer

Rille -  Die Dschungelfreunde sind los

 

·         Gebundene Ausgabe : 112 Seiten

·         ISBN-13 : 978-3480235704

·         Herausgeber : Esslinger Verlag

·         Leseniveau : 5 und nach oben

#Rille

 

 

Zauberhaft, einfach nur zauberhaft

 

Ein junger Berggorilla (Rille), der einen Kuschelaffen (Mr. Gibbs) als Gesprächspartner besitzt und Puzzles liebt, der so laut brüllen kann, dass der Urwald wackelt, aber Angst hat vor allem Unbekannten -  den kann man doch nur liebhaben, oder?

Rille soll von seinem Heimatzoo in Leipzig in einen Zoo in Buenos Aires gebracht werden. Doch das Flugzeug muss mitten im brasilianischen Regenwald notlanden und Rille, in eine enge Kiste eingesperrt, landet mit einem schmerzhaften Plumps irgendwo im Nirgendwo. Wie er aus der Kiste befreit wird, sich in der Fremde nach und nach zurechtfindet, wie er ganz viel neue Freunde kennenlernt und nicht verhungert ohne regelmäßige Fütterung wie bisher im Zoo – dies alles und noch viel mehr wird uns in diesem wunderbaren Buch erzählt.

Die einzelnen Kapitel lassen sich jeweils als separate Episoden aus dem aufregenden Leben von Rille lesen bzw. vorlesen. Die Geschichten sind so warmherzig, so liebenswert, so humorvoll und so  spannend geschrieben, wie es besser gar nicht geht. Die viele wörtliche Rede lädt den Vorleser ein, sich als Stimmenimitator zu erproben, um die einzelnen Dschungelbewohner lebendig werden zu lassen. Welch ein Spaß! Und es gibt viele Themen, die kindgerecht in Szene gesetzt sind: Eigene Stärken zu entdecken, Mut und Selbstvertrauen zu gewinnen zum Beispiel. Aber dass es auch in Ordnung ist, wenn man mal ängstlich ist oder traurig oder wütend. Und vor allen Dingen, wie wichtig Freundschaft ist, weil man gemeinsam viele tolle Unternehmungen machen kann und viel stärker ist als allein, aber dass man für seine Freunde auch da sein muss, wenn sie einen brauchen. Meine besondere Begeisterung gilt den hinreißenden, humorvoll-fröhlichen Zeichnungen von Nikolai Renger, der die Dschungelbewohner ausdrucksstark, originell, witzig und liebevoll in Szene gesetzt hat.

 

Fazit: Ein sowohl von der Gestaltung als auch vom Inhalt her großartig gelungenes Vorlesebuch, dessen Geschichten so manches Thema aus dem kindlichen Alltag auf herzerwärmende Art behandeln. 

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Sophie Schmid

Hör mal, kennst du Beethoven?

 

·         Pappbilderbuch: 10 Seiten

·         Verlag: Coppenrath

·         ISBN-13: 978-3649635611

·         Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 Monate und älter

#HörmalkennstduBeethoven

 

Musik macht Freude

 

In welchem Elternhaus bekommen Kinder von klein auf bereits Zugang zu klassischer Musik? Vermutlich dürfte das eher selten geschehen. Insofern war ich sehr gespannt auf das Hör-Bilderbuch aus dem Coppenrath Verlag, denn auch die Kleinsten nehmen Musik bereits intensiv wahr, wobei Rhythmus zum Bewegen und Melodien zum Mitsingen animieren. Insofern habe ich Zweifel, ob man einem 1 ½-jährigen Kind mit Beethovens Musik eine Freude macht. Leider habe ich keine Möglichkeit, das Bilderbuch mit ganz kleinen Kindern  gemeinsam anzuschauen. Die Beschäftigung mit den gestellten Fragen wie zum Beispiel „Welche Instrumente erkennst du“ oder „Was stellst du dir zu diesem Lied vor“ erfordert genaues Hinhören. Und dieses Maß an Konzentration würde ich doch eher etwas älteren Kindern, ab 3 vielleicht, zutrauen.

Schön gemacht ist das Bilderbuch, bunt, fröhlich, mit vielen liebevollen Details gezeichnet. Und gerade die Zeichnungen vermitteln ganz unmittelbar die Botschaft, dass Musik Freude macht. Es sind 5 verschiedene Musikstücke von Beethoven in wenige Sekunden dauernden Ausschnitten durch einfaches Drücken  anzuhören, in relativ guter Wiedergabetechnik, allerdings für meine Begriffe zu laut. Im Bilderbuch gibt es auf einzelnen dicken Hochglanzseiten stimmungsvoll gezeichnete Szenen. In kurzen Texten wird dazu erläutert, wieso die jeweilige Komposition besonders passend ist für die in der Zeichnung dargestellte Situation. So „Für Elise“ als in Musik übersetztes Verliebt-Sein oder „Die Mondscheinsonate“ als Bootsfahrt bei Vollmond. Mit etwas größeren Kindern kann man sicher weitere individuelle kleine Fantasiereisen anhand der Musik unternehmen.

Ein großes Fragezeichen allerdings bleibt für mich die zeichnerische Darstellung eines jugendlichen, permanent Fröhlichkeit ausstrahlenden Beethoven. Ein bisschen viel heile Welt ist das. Kann man Kindern, auch kleineren, nicht zumuten, dass Beethoven ein Griesgram war?

 

Fazit: Eine richtig schöne Idee, durch ein Hör-Bilderbuch Kinderohren für klassische Musik zu öffnen. Gut durchdacht, sorgfältig in der Ausführung und vor allen Dingen Freude an Musik ausstrahlend.

 

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Stephan Pricken

Monster!

 

·         Gebundene Ausgabe: 32 Seiten

·         Verlag: Coppenrath

·         ISBN-13: 978-3649633105

·         Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 4 Jahren

#Monster

 

Vermutlich habe ich einfach keine Ahnung!

Hmmmm….

Obwohl ich ein unverbrüchlicher Fan des Coppenrath Verlages bin, hat mich dieses Bilderbuch mit sehr gemischten Gefühlen zurückgelassen. Da hilft auch das Ausrufezeichen im Titel leider nichts.

Joscha ist wach, seine Eltern dummerweise nicht. Und so haben die Monster freie Hand. Sie sind Schrankkrabbler, denn sie kommen durch einen Schrank ins Haus und durch einen anderen Schrank wieder hinaus. Sie verwüsten das Haus auf der Suche nach dem richtigen Weg, nach dem richtigen Schrank in die Freiheit. Und Joscha bleibt nichts anderes übrig, als ihnen zu helfen.

 

Schon klar, Erwachsene haben keine Ahnung, schon gar nicht davon, was sich im Halbdunklen zwischen Tag und Nacht so alles im Haus abspielt. Davon wissen nur die Kinder, besonders die ängstlicheren unter ihnen. Aber trotzdem habe ich die Frage, warum Joscha mal einen Helm, mal einen Elefanten auf dem Kopf trägt. Und ich muss gestehen, dass mir die stibitzenden Schrankkrabbler gar nicht gefallen. Sie sind laut, rücksichtslos und wehleidig, außerdem fluchen sie („stinkende Pantherköttel“). Und vor allen Dingen schaffen sie ein heilloses Durcheinander, schlimmer noch, eine richtige Sauerei! Und dass Mama und Papa schließlich das Chaos wieder aufräumen müssen, gefällt mir auch nicht, auch wenn Joscha ein klein wenig hilft. Vielleicht liegt es ja wirklich daran, dass ich keine Ahnung habe, von Monstern und überhaupt…

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Sandra Grimm

Lotta entdeckt die Welt – im Wald

 

·         Pappbilderbuch: 16 Seiten

·         Verlag: Ravensburger Verlag GmbH

·         ISBN-13: 978-3473438785

·         Empfohlenes Vorlesealter: ab 18 Monaten

#lottaentdecktdieWeltimWald 

 

Achtsam und mit Respekt durch die Natur

 

Wenn ich in meinem Umfeld beobachte, wie kleine Kinder völlig ungeniert und ohne jegliches Gefühl für Natur durch liebevoll angelegte Blumenbeete stapfen und Blütenköpfe abreißen, während die Mütter auf ihre Handys starren oder einander Wichtiges zu erzählen haben, bin ich immer wieder aufs Neue entsetzt. Haben Eltern nicht einen Erziehungsauftrag? Sollte Kindern nicht so früh wie möglich Achtung und Respekt vor der Natur übermittelt werden?

 

Das vorliegende Bilderbuch ist ein großartiges und wertvolles Beispiel, auf welch liebevoll-zugewandte Weise dies gelingen kann, und zwar schon bei den Kleinsten. Lotta beobachtet sehr genau, was es im Wald zu entdecken gibt. Zusammen mit ihrem Opa und dem Hund Zottel ist sie unterwegs, neugierig, mit offenen Augen. Sie ist leise, um die Tiere nicht zu erschrecken. Sie spürt die Weichheit der Blättchen eines winzigen Bäumchens. Lotta ist achtsam und sorgsam und entdeckt dadurch so viel Interessantes. Die fröhlich-positiven Zeichnungen von Katja Senner sind auf geschickte Weise eingebettet in Naturfotos, was einen ganz besonderen Zauber auslöst. Heile Welt? Ja, vielleicht. Warum auch nicht? Was kann es Besseres geben, als mit solchen Bilderbüchern bereits im frühesten Alter die Sehnsucht zu wecken nach dem reichen Erlebnis, das Natur denen bietet, die achtsam sind. 

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Géraldine Elschner, Lucie Vandelvelde

Hundertwasser  Ein Haus für dunkelbunte Träume

 

 

·         Gebundene Ausgabe: 32 Seiten

·         Verlag: Prestel Verlag

·         ISBN-13: 978-3791374536

·         Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 4 Jahren

#HundertwassereinHausfürdunkelbunteTräume

 

 

Die Kunst der lebenden Architektur für die Kleinsten

  

Die erste Assoziation, wenn man das Buch in Händen hält, ist bei Erwachsenen „Hundertwasser“, ganz klar. Kleinere Kinder sehen viele, viele bunte Flächen, Vögel, Bäume, haben Spaß an dem vielen Gold auf dem Cover. Das ist schon eine besondere Kunst, wie Lucie Vandevelde mit ihren Bildern sowohl die ganz Kleinen erreicht wie auch die „wissenden“ Erwachsenen. Sie trifft genau die „Sprache“ Hundertwassers. Das ist beeindruckend. 

 

Die Geschichte ist schnell erzählt. Das kleine Mädchen Maya muss zuschauen, wie ihr Lieblingsbaum auf dem Grundstück gegenüber plötzlich mehr und mehr hinter einer hohen Mauer verschwindet. O Schreck, ein neues Haus wird gebaut. Was wird dann mit dem Baum passieren, unter dem es zusammen mit Lea und  Leo so schöne Kindergeburtstagsfeiern gab und in dessen Zweigen sich Coco, der Papagei, so gerne versteckte? Viele Baumaschinen rücken an, Bagger, Kräne, Lastwägen, alle machen Lärm und Staub. Nach vielen Wochen ist das Haus fertig. Da zeigt ein wunderlich bunt gekleideter Mann den Kindern, dass der Baum inmitten eines Hofes stehen geblieben war und um ihn herum viele, viele Pflanzen einen Platz gefunden haben, teils sogar mitten aus den bunten Hauswänden herauswachsend. Ein Märchen, so schön…

  

Dass Hundertwasser selbst im Buch den Kindern etwas erzählt von den Pflanzen, die wie die Menschen Mieter sein sollen in dem neuen Haus, dass sie gepflegt werden müssen und dass diese Pflege in unserer eigenen Verantwortung liegt, ist ein geschickter Dreh im Buch, den die Kinder ohne Mühe beim Vorlesen verstehen. Schön wäre es, wenn Eltern ihren Kindern das „echte“ Hundertwasser-Haus in Wien auf Bildern oder vielleicht sogar noch direkt vor Ort zeigen könnten und ihnen dabei etwas über die Gedanken von Friedensreich Hundertwasser vermitteln könnten. Achtung vor der Natur, die sich in einer lebenden, bewegten Architektur zeigt – das verstehen auch die Kleinsten dank dieses wunderbaren Bilderbuchs. 

  

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Annett Stütze, Britte Vorbach

WILD! Der Steinkauz

 

 

·         Gebundene Ausgabe: 96 Seiten

·         Verlag: moses Verlag

·         ISBN-13: 978-3964550453

·         Vom Hersteller empfohlenes Alter: 8 - 10 Jahre

#DerSteinkauz

 

Eltern, bitte lest dieses Buch mit eueren Kindern!

  

Wie oft musste ich schon beobachten, wie Kinder gefühllos durch Blumenbeete trampeln und bei jedem Käferchen „iiiiih“ aufschreien, wie oft musste ich also erkennen, wie wenig diesen Kindern Achtung vor der Natur und Wertschätzung für die Natur beigebracht wird. Umso glücklicher bin ich über das vorliegende Buch, das in Zusammenarbeit mit dem BUND entstand. Besser kann man ein solches Buch, das uns einen winzigen Ausschnitt aus dem Zusammenspiel der Natur näher bringt, nicht machen! 

 

Die beiden Autorinnen lassen uns in diesem Band den Steinkauz näher kennenlernen, einen Eulenvogel, dessen Population bedroht ist, weil ihm die Lebensräume mehr und mehr genommen wurden. Zunächst begleiten wir ein Steinkauz-Pärchen durch das Jahr. Sehr, sehr anschaulich, anrührend und stellenweise atemlos spannend wird deren Leben erzählt. Die anstrengende Aufzucht der Jungen, die täglich überall lauernden Gefahren erleben wir mit. Im zweiten sachlichen Teil des Buches erfahren wir alles Wissenswerte über das Tier, über seine Lebensweise und seine Bedürfnisse. Vor allen Dingen aber erfahren wir auch, was wir ganz persönlich tun können, um dem Steinkauz zu helfen! 

 

Doch nicht nur die hervorragenden Texte überzeugen. Die Gesamtgestaltung ist ganz großartig gelungen. Der erzählende Teil ist meisterhaft illustriert durch Bente Schlick. Die Zeichnungen sind so fein und exakt fast wie Fotos, richtig kleine Kunstwerke. Der Sachbuch-Teil enthält neben weiteren Zeichnungen von Bente Schlick viele Fotos, die zum Beispiel den Bewegungsablauf beim Fliegen zeigen oder einzelne Entwicklungsstadien. So werden die umfassenden Informationen durch die großzügige Bebilderung zusätzlich auf anschauliche Weise vertieft. Besser geht es nicht.

 

Eltern, bitte lest dieses Buch mit eueren Kindern!

 

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Espen Dekko

Sommer ist trotzdem

 

 

·         Gebundene Ausgabe: 208 Seiten

·         Verlag: Thienemann Verlag

·         ISBN-13: 978-3522185318

·         Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 10 Jahren

·         Originaltitel: Tarer ändrar ingenting

#Sommeristtrotzdem

 

Opa-Umarmung hilft gegen Zitterpelz 

 

Innerlichen und äußerlichen Zitterpelz (Gänsehaut) macht dieses Buch dem Leser, so tief bewegend ist es, so ergreifend, so traurig, aber auch so liebevoll, so tröstlich. Ein ernstes Kinderbuch, wie ich es in dieser Intensität noch nie gelesen habe, eine Erzählung, die Herzschmerzen macht und sie auch wieder heilt. Lange, lange nachwirkend. 

 

Das Mädchen ohne Namen verbringt wie jedes Jahr Sommerwochen bei Oma und Opa im Haus am Meer. Eigentlich wie immer und doch ganz anders. Denn es ist der erste Sommer ohne Papa, der gestorben ist. Das Mädchen erlebt diese Sommerwochen zwischen Ferienfreude  in vertrauter Geborgenheit und nicht fassbaren Gedanken und in sich gekehrtem Schweigen. Viel Trauriges geschieht. Und sie begegnet ihrer eigenen unglaublichen Stärke. 

 

Unfassbar gut geschrieben ist die Geschichte. Die kurzen, vordergründig einfachen Sätze, im Präsens geschrieben aus Sicht des Mädchens, wirken auf seltsame Weise so eindrücklich, dass man sich ihnen nicht entziehen kann. Manchmal ist der Sprachduktus so schlicht, dass man glaubt, das Mädchen sei jünger als 11. Doch das ist eines der wichtigsten Geheimnisse dieses Buches bzw. des Autors: In einfachen Worten, mit viel Feingefühl fühlen, denken, beobachten, spüren. Ein weiteres Geheimnis ist die Fülle an bildhaften Sätzen, die umschreiben, was das Mädchen nicht ausdrücken kann. „Jemand hat den Himmel aufgeräumt.“  Der Autor hat es meisterhaft verstanden, sich in die Welt des 10-jährigen Mädchens hineinzudenken und aus dieser Perspektive heraus zu erzählen. Großartig zum Beispiel die Schilderung aus Kindersicht, wie Kinder die nonverbalen Botschaften der Erwachsenen wahrnehmen. Sehr, sehr bewegend  ist zu lesen, wie das Kind Sterben und Tod des Vaters erlebt und was wortlose  Opa-Umarmungen auslösen. Ein ergreifendes und tröstliches, ein sensibles Kinderbuch mit viel leiser Weisheit. „Niemand muss die ganze Zeit stark sein. Manchmal müssen wir einfach so sein wie wir sind.“ Ganz, ganz wunderbar! 

 

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Michael Ende, Wieland Freund

Rodrigo Raubein und Knirps, sein Knappe

 

 

·         Gebundene Ausgabe: 208 Seiten

·         Verlag: Thienemann Verlag

·         ISBN-13: 978-3522185004

·         Vom Hersteller empfohlenes Alter: 6 - 8 Jahre

#RodrigoRaubein

 

Ohne Angst gibt es keinen Mut

  

Ein Romanfragment aus dem Nachlass von Michael Ende, sprich drei Kapitel, an denen er bis zu seinem Tod immer wieder gearbeitet hatte, waren die Steilvorlage, die Wieland Freund dazu animierte, das Fragment weiterzuschreiben zu einem abenteuerlich-spannenden Kinderbuch, was ihm zweifellos sehr gut gelungen ist. 

 

Knirps, der völlig angstfreie Sohn einer Puppenspielerfamilie, möchte unbedingt ein ganz gefährlicher Raubritter werden. Auf jeden Fall so schrecklich wie Rodrigo Raubein, bei dem er in die Lehre gehen will. Doch dieser fühlt sich in seiner Ruhe gestört und ist gar nicht erbaut von Knirps‘ Plänen. Deshalb fordert er als allererstes eine ganz und gar gefährliche Mutprobe, um Knirps wieder loszuwerden. Nach einigem Grübeln ist sich Knirps sicher, dass es nichts Gefährlicheres gäbe als einen Prinzessinnenraub. Doch als er die überaus kluge Prinzessin Flip trifft, gerät alles mehr und mehr aus dem Ruder… 

 

Wir wissen nicht, welche Geschichte rund um Knirps und Rodrigo Raubein Michael Ende vorschwebte. Insofern ist es Wieland Freund hoch anzurechnen, in welch genialer Weise er aus den vorhandenen drei Kapiteln in insgesamt 16 Kapiteln ein Kinderbuch entstehen ließ, das durch Ideenreichtum, durch Witz und Klugheit begeistert. Es ist erstaunlich, wie Wieland Freund sowohl den Sprachduktus als auch die so reiche humorige Fantasie und Wortgestaltungskraft von Michael Ende „fortführt“.  Vielleicht hätte es der Geschichte jedoch gut getan, wenn sie mit ein paar Handlungssträngen weniger erzählt worden wäre. Irgendwie blieb bei der Fülle der erzählten Geschehnissen der von Michael Ende eigentlich in den Mittelpunkt gestellte Hastrubel Anaxinander Chrysostomos, genannt Knirps, auf der Strecke, wurde  zur Randfigur. Das fand ich schade. Schön jedoch, wie der Erzähler immer wieder seine Zuhörer/Leser direkt anspricht und sie somit unmittelbar in die Geschichte hineinholt. Und wir lernen, dass es gar nicht so einfach ist, das zu tun, was man wirklich will und dass es ohne Angst keinen Mut gibt. Gegen Ende der Abenteuer heißt es: „Die ganze Welt ist eine große Geschichte, und wir spielen darin mit.“ Und es klingt, als ob Michael Ende selbst das Wort ergreift.

  

Fazit: Ein sehr hochwertig gemachtes Buch, mit viel Witz, spannenden Abenteuern und von unaufdringlicher Klugheit erzählt. Wieland Freund ist es perfekt gelungen, aus einer aus wenigen Seiten bestehenden vorgegebenen Idee ein Kinderbuch ganz im Sinne von Michael Ende zu schreiben. Unbedingt hervorzuheben sind übrigens die sehr ansprechenden, ausdrucksstarken Illustrationen von Regina Kehn, die das Buch zusätzlich aufwerten.

 

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Susan Niessen, Leonie Ebbert

Lotti & Dotti

 

 

·         Gebundene Ausgabe: 40 Seiten

·         Verlag: Coppenrath

·         ISBN-13: 978-3649632160

·        Vom Hersteller empfohlenes Alter: 36 Monate - 6 Jahre

#LottiundDotti

Ein sehr gelungenes Foto-Bilderbuch

  

Ein Bilderbuch ohne Zeichnungen? Ein Bilderbuch, illustriert ausschließlich mit Fotografien? Ich konnte es mir ehrlich gesagt nicht vorstellen. Wie will man den Kleinen anhand von Fotos eine Geschichte so erzählen, dass sie ankommt, dass sie Aufmerksamkeit oder Neugier erregt, dass sie Gefühle auslöst? Doch meine Zweifel waren nach der Lektüre völlig beseitigt, im Gegenteil, das Foto-Bilderbuch hat mich begeistert.

   

Lotti darf in den Ferien zu ihrer Oma, was das Allerschönste ist. Denn mit Oma kann man wunderbar spielen. Sie hat tolle Ideen und vor allen Dingen hat sie viel Zeit für Lotti. Doch dann passiert etwas Unglaubliches! Eines Morgens steht da doch tatsächlich ein kleines Pferd in Omas Flur. Ein niedliches, kleines, schwarzgepunktetes Pony schaut sich neugierig um und stupst Lotti freundschaftlich. Man erfährt, dass es Dotti heißt, dass es ihm arg langweilig ist und dass es aus dem benachbarten Reiterhof regelmäßig ausbüxt, weil es so klein ist und überall durchschlupfen kann. Es darf in Omas großem Garten bleiben, und für Lotti und Dotti beginnen die allerschönsten Ferientage. Doch irgendwann sind die Ferien zu Ende. Was dann? Die Überraschung, die Lotti erlebt, wird natürlich nicht verraten.

  

Wenn man das zauberhafte Bilderbuch durchblättert, hat man das Gefühl, dass die Fotos die Geschichte diktiert haben, nicht umgekehrt. Sie erzählen so lebendig, so frisch und witzig von wunderschönen Ferientagen, wie es Zeichnungen gar nicht könnten. Die Bildausschnitte bringen ein fröhliches, unbeschwertes Miteinander zwischen Menschen und Tier so intensiv zum Ausdruck, dass ich beeindruckt bin. Gerade die Kombination zwischen buntem (Foto-)-Realismus und einer Geschichte, wie sie sich Kinder gerne erträumen, macht den besonderen Reiz aus. Die Fotos sind so ausdrucksstark, dass die Geschichte auch von den Kleinen verstanden wird, die den Text noch nicht lesen können. Ein sehr gelungenes, rundum fröhlich stimmendes Bilderbuch!

 

 

 

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Alexander Bálly

Joana auf Echo-Hall

 

 

·         Taschenbuch: 180 Seiten

·         Verlag: BoD - Books on Demand

·         ISBN-13: 978-3750419674

·         Vom Hersteller empfohlenes Alter: 8 - 12 Jahre

#JoanaaufEchoHall

 

Märchenhaft-spannende Reise in die Welt der Bilder

 

Man könnte eine Diskussion anzetteln, für welche Altersgruppe das Buch geeignet ist. Bei Amazon steht „8-10“, der Autor selbst schwankt zwischen 10 und 12. Doch solche „Standardmaße“ passen ganz und gar nicht zum vorliegenden Buch. Hier würde ich die Zielgruppenbezeichnung „neugierig-interessiert“ wählen, egal ob 8, 10 oder 80 Jahre alt. 

 

Hinter dem schlichten Titel verbirgt sich eine sehr fantasievolle Geschichte: Joana, ein 10-jähriges aufgewecktes Mädchen, dessen Mutter schwer erkrankt ist und deren Vater sich auf hoher See befindet, muss den Sommer auf Echo-Hall verbringen, einem weitläufigen, dunklen, alten Gemäuer. Der Hausherr, ein finsterer, freudloser Gelehrter, stellt strenge Regeln auf, an die sich Joana zu halten hat. Ganz schön trostlos und entsetzlich langweilig für Joana. Als sie jedoch entdeckt, dass es Gemälde im Haus gibt, die sich auf seltsame Weise verändern, beginnt für Joana eine aufregende, geheimnisvolle Entdeckungsreise… 

 

Dem Autor ist es auf bewundernswerte Weise gelungen, anhand einer spannenden Rahmengeschichte symbolträchtig den besonderen Zauber, der der Malerei innewohnt, auf kindgerechte Weise zu vermitteln. Joana, die liebenswerte Hauptfigur, ist pfiffig, neugierig und herzerwärmend mitfühlend, wo nötig folgsam, aber auch mutig grenzüberschreitend. Gerade ihre Neugier, ihr Wissensdrang machen sie zur idealen Identifikationsfigur für eine Reise in die Malerei. Mittels kleiner Textpassagen hat Alexander Bálly Wissenswertes, Informatives mit der Handlung verwoben, ohne dass die Spannung darunter leidet. Denn man sieht nur, was man weiß. 

 

Fazit: Die magische Wirkung von Kunst wird in dieser mit einem gewissen Anspruch geschriebenen, fantasievollen, lebendig-spannenden Geschichte  von Anfang bis Ende  spürbar. Und ich vertraue der Kraft dieser Erzählung, dass Erwachsene und Kinder durch das Buch angeregt werden zu eigenen Entdeckungsreisen, zu eigenen „Bildbegehungen“.

 

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Ute Löwenberg

Exit Room Rätsel - Gefangen auf der Insel

 

 

·         Gebundene Ausgabe: 96 Seiten

·         Verlag: Ravensburger Verlag GmbH

·         ISBN-13: 978-3473417018

·         Vom Hersteller empfohlenes Alter: 8 - 12 Jahre

#ExitRoomRätselGefangenaufderInsel

  

Spannend-unterhaltsame Beschäftigung für kleine Rätselfüchse

 

Ute Löwenberg schafft es immer wieder neu, Kinder mit Büchern zum Lesen und Mitdenken zu verführen, so auch in der Reihe „Exit Room Rätsel“ für 8- bis 12-Jährige, einer Buchreihe, die mir außerordentlich gut gefällt.

  

Ähnlich dem Realspiel für Erwachsene in einem Escape Room bekommen die kleinen Leser die Aufgabe gestellt, aus einer ausweglosen Situation wieder hinaus zu finden, indem sie Rätsel lösen. Jede richtige Lösung führt wieder weiter zum nächsten Rätselschritt. Auch sind kleine Hilfen im Buch versteckt. Doppelseiten müssen aufgetrennt, die Seiten bemalt oder ausgeschnitten werden. Das bedeutet leider, dass das Buch nur einmal verwendet werden kann.

 

Im vorliegenden Band „Gefangen auf der Insel“ ist man nach einem Sturm auf einer Insel und damit in einer Falle gelandet. Mit Schmierpapier, Stiften, Schere und Überlegung muss man an seiner Befreiung aus dieser misslichen Situation arbeiten. Durchhaltevermögen, Kreativität und logisches Denken sind gefragt. Wer nicht trickst, ist bestimmt für ungefähr 2 Stunden gut beschäftigt. Die einzelnen Rätselaufgaben sind nicht zu einfach und dadurch langweilig, aber auch nicht unlösbar schwierig. Auf jeden Fall ist das Buch eine fordernd-unterhaltsame Beschäftigung, ideenreich gestaltet und am meisten Spaß bringend, wenn sich die ganze Familie damit befasst.

 

Fazit: Spannend-unterhaltsame Beschäftigung für kleine Rätselfüchse.

  

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Sabine Bohlmann

Ein Mädchen namens Willow

 

 

·         Gebundene Ausgabe: 256 Seiten

·         Verlag: Planet!

·         ISBN-13: 978-3522506649

·         Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 10 Jahren

#EinMädchennamensWillow

 

Der Wald als magischer Ort

 

Welch ein zauber-haftes Kinderbuch, und das im wahrsten Sinn des Wortes. Liebenswert, verträumt, märchenhaft, mit einer klaren Botschaft, die man jedem Kind mitgeben möchte: Höre auf die Sprache der Natur und achte sie!

 

Willow ist ein elfjähriges Mädchen mit unbezähmbaren roten Locken. Schon oft hatte Willow nach dem Tod ihrer Mutter mit ihrem Vater umziehen müssen. Doch nun scheinen die Beiden ein endgültiges Zuhause gefunden zu haben, denn Tante Alwina hat ihnen ein altes Haus vererbt. Und nicht nur das, Alwina hat Willow einen kleinen angrenzenden Wald vermacht, was Willow gar nicht begeistert. Was soll sie bloß mit einem Wald, und warum in diesem alten Haus mit dem undichten Dach leben, schmollt sie. Auf einer ersten Erkundungstour durch das Wäldchen hat sie allerdings eine aufregende Begegnung mit einem zahmen Fuchs. Sie erfährt, dass Alwina ihr nicht nur den Wald, sondern auch ihre Hexenkraft hinterlassen hat, die sie sich allerdings erst erarbeiten muss.  „Begabung und Fleiß. Das eine hat ohne das andere keinen Wert.“ Und sie braucht Mitstreiterinnen, die zu finden ihr als Einzelgängerin sehr schwer fällt. Mehr wird nicht verraten, denn es geht noch sehr aufregend weiter!

  

Das Buch ist mit einer großen Portion Humor und viel, viel Fantasie und Ideenreichtum  geschrieben. Wo findet man sonst wohl Morgentau, abends geerntet? Oder Wegheckenschneckenschleim? Und es enthält, überraschend für ein Kinderbuch, sehr weise Sätze als Kapitelbeginn wie zum Beispiel „Wohin wir unsere Aufmerksamkeit lenken / dahin fließt unsere Energie. / Wenn wir also kein Ziel vor Augen haben, / dann wird auch nichts geschehen.“ Der Hauptperson Willow schenken wir sofort unsere volle Sympathie, denn das Leben hat ihr schon übel mitgespielt, dennoch ist sie neugierig, wissbegierig und mutig. Und sie ist unglaublich fleißig und engagiert, die Pflanzen und Tiere in ihrem Wald kennen zu lernen und zu verstehen, aber sie lernt auch, sich auf ihre neuen Freundinnen einzulassen, auch wenn diese ganz anders sind als sie selbst. Toleranz und Freundschaft sind die Grundpfeiler, auf denen die Hexenkraft schier Unmögliches zu leisten vermag, als der Wald in Gefahr gerät. Ich bin sicher, sowohl kleine als auch große Leser werden von diesem Kinderbuch verzaubert sein, wozu die feinen Illustrationen von Simona Ceccarelli einen nicht unwesentlichen Beitrag leisten.

 

Doch eine Anmerkung habe ich, liebe Sabine Bohlmann: Das Reh ist nicht die Frau vom Hirsch, der zugehörige Mann wäre der Rehbock. Bitte diesen Fehler unbedingt bei einer neuen Auflage ausmerzen!

 

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Karolin Leszinski

Das große Buch für Pferdefreunde

 

 

·         Gebundene Ausgabe: 128 Seiten

·         Verlag: Coppenrath

·         ISBN-13: 978-3649670186

·         Vom Hersteller empfohlenes Alter: 6 - 8 Jahre

#Pferdefreunde

 

Ein großartig gelungenes Sachbuch für jüngere Pferdeliebhaber

 

 Welch ein traumhaft schönes, rundum gut gelungenes Pferde-Sachbuch für die Altersgruppe ab 6 - 8 Jahren! Ich bin begeistert und hoffe inständig, dass dieses Buch jedes tierliebende Kind so früh wie möglich erreicht und rufe alle Eltern und Großeltern auf, dieses Buch zu verschenken, zu Ostern, zum Geburtstag, als Belohnung, einfach so – ein sinnvolleres Geschenk können Sie nicht machen!

 

Auf dem Cover des großformatigen, durchaus schwergewichtigen Buches wird der Leser von einem offenen, wachen, sanften und freundlichen Pferdeblick gefangen genommen. Und damit haben wir bereits eine Besonderheit, besser gesagt die einzigartige Stärke des Buches vor uns, eines Buches, das völlig auf Fotos verzichtet, denn Thea Roß hat es meisterhaft verstanden, die Texte mit ausdrucksstarken Illustrationen zu versehen. Sie sind ein Hochgenuss, denn sie sind naturnah, völlig unverkitscht, dennoch gefühlvoll, und setzen den jeweiligen Text perfekt „in Szene“. Es lohnt sich, diese Illustrationen immer wieder anzuschauen. Es ist wahrlich eine Kunst, Pferde im jeweiligen Bewegungsablauf so perfekt zu zeichnen. Die Skizzen im Inneneinband sprechen für sich! Thea Roß, die erfahrene Illustratorin von mehr als 100 Büchern, trägt einen sehr wichtigen Teil zum gelungenen Gesamtkonzept des Buches bei. Denn mit einem Sachbuch die kleinen Leser „bei Laune“ zu halten, ist gar nicht so einfach. Doch Karolin Leszinski schafft es, mit ihren kindgerechten Texten, die sich durch klare Sprache und kurze Sätze auszeichnen, dem Wissensdrang der Kleinen so nachzukommen, dass es nie langweilig wird. Die Entwicklungsgeschichte des Pferdes über die Jahrtausende hinweg, die verschiedenen Rassen, Gangarten, Haltung und Pflege, Grundkenntnisse des Reitens und vieles, vieles andere werden in Text und Bild erläutert. Über die reine Wissensvermittlung hinaus steht jedoch immer an erster Stelle, den Kindern die Achtung vor dem Tier und seinen speziellen Bedürfnissen näherzubringen. Denn man kann es gar nicht früh genug lernen, dass Tierliebe auch Wissen und Verantwortung bedeutet.

 

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Holly-Jane Rahlens

Das Rätsel von Ainsley Castle

 

 

·         Gebundene Ausgabe: 320 Seiten

·         Verlag: Rowohlt Taschenbuch

·         ISBN-13: 978-3499217470

·         Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 11 Jahren

#DasRätselvonAinsleyCastle

 

Befremdliches Vexierspiel

  

Vorliegendes Jugendbuch für die Altersgruppe ab 11 Jahren, wie vom Verlag vorgeschlagen, hat mir Rätsel aufgegeben, nicht nur was Ainsley Castle betrifft. Ein geheimnisvolles, ansprechendes Cover, überhaupt die schöne Gesamtgestaltung verlockte mich und ließ mich, verstärkt noch durch den Klappentext, auf ein gutes, spannendes, überraschendes Jugendbuch hoffen.

  

Zum Inhalt: Lizzy musste mit Vater und Stiefmutter an die schottische Küste ziehen. Die Stiefmutter leitet dort ein riesiges Hotel. Lizzy ist unglücklich. Sie empfindet ihre Stiefmutter als echten Drachen, sie träumt schlecht, leidet unter merkwürdigen Schwindelanfällen und Erinnerungslücken. Als sie auch noch seltsame Mails bekommt, die genau das wiedergeben, was Lizzy soeben erlebt bzw. gedacht und gefühlt hat, wird die Situation immer unheimlicher. Glücklicherweise begegnet sie Mack, einem Computer-Nerd, der ihr helfen will, den seltsamen Vorgängen auf die Spur zu kommen. Doch da taucht Betty auf, ein Mädchen, das Lizzy bis aufs Haar gleicht…

  

Eigentlich hat das Buch alles, was ein Jugendbuch für diese Altersgruppe haben sollte. Es ist modern, in altersgemäßem Erzählstil geschrieben, spannend-abenteuerlich, mysteriös, überraschend und geheimnisvoll. Durch das Verschwimmen der Wirklichkeit in abstruse Geschehnisse, durch das willkürliche Überschreiten der Grenzen zwischen Realität und Fantasie wird das Buch jedoch zu einem seltsamen, fast möchte ich sagen befremdlichen Vexierspiel, dem zu folgen nicht wirklich gelingt. Zu vieles bleibt ungeklärt, bleibt rätselhaft. Dass es die Autorin darauf anlegt, dass die Protagonistin ihre Geschichte, das vorliegende Buch also, letztlich irgendwie selbst schreibt, mag in seiner Doppeldeutigkeit für erwachsene Leser ein geeignetes Thema darstellen, nicht aber für 11-Jährige, wie ich meine. Das Buch wirkt auf mich wie ein Entwurf, ein gedankliches Spiel mit Möglichkeiten, aber leider nicht wie ein konsequent durchgestaltetes Jugendbuch.

 

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Michael J. Sullivan

Im Schatten des Kronturms

 

 

·         Broschiert: 462 Seiten

·         Verlag: Klett-Cotta

·        ISBN-13: 978-3608985696

#ImSchattendesKronturms

 

Schmackhafter Köder für die Riyria-Reihe

 

Zwar zählt das Buch nicht zu meinen bevorzugten Genres, aber dennoch war ich überrascht, wie sehr es mich, kaum hatte ich zu lesen begonnen, gepackt hatte. 

 

Es handelt sich um die Vorgeschichte zu der Riyria-Reihe von Michael J. Sulivan, eine Reihe, die ich nicht gelesen habe, die mich jetzt aber anhand der Lektüre des vorliegenden Buches durchaus reizt zu lesen. „Hadrian Blackwater, ein Krieger, der derzeit nichts zu kämpfen hat, trifft auf Royce Melborn, einen Dieb und Mörder, der nichts zu verlieren hat. Beide werden von einem alten Zauberer angeheuert, um ein geheimnisvolles Buch zu stehlen…“ So steht es beim Verlag. Der Autor erzählt in der vorliegenden Vorgeschichte, wie die Beziehung zwischen Hadrian und Royce ihren Anfang nahm, zwei Kontrahenten, die sich zu Anfang nicht ausstehen können, aber doch im Laufe des ihnen gestellten Auftrages mehr und mehr zusammenwachsen. Und es gibt noch einen weiteren Erzählstrang rund um den Zuhälter Grue, was scheinbar erst einmal ohne jeglichen Zusammenhang zur Geschichte rund um Hadrian erzählt wird.

  

Zwar wirkt der Plot nicht besonders ausgeklügelt, aber Michael J. Sullivan schreibt fesselnd, spannend und vor allen Dingen mit einem feinen Humor. Atmosphärisch dichte Schilderungen wechseln von düster bis schaurig, durchsetzt von actionreichen Szenen und witzig-spritzigen Dialogen. Detailreich, anschaulich und wie ich finde durchgängig spannend geschrieben hat mich das Buch von Anfang bis Ende gut unterhalten. Und durch das offene Ende wird der Leser weiter geködert…

 

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Franziska Gehm

Carla Chamäleon

 

 

·         Seitenzahl der Print-Ausgabe: 240 Seiten

·         Verlag: Rowohlt

·         ISBN:  978-3-499-21847-7

#CarlaChamäleon

 

Turbulente, witzige, verrückt-schräge Geschichte

 

Das vorliegende Buch ist die erste Folge einer vielversprechenden neuen Kinderbuchreihe, die mit Ideenreichtum und Witz überzeugt.

  

Carla weiß nicht, wie sie das neu begonnene Schuljahr bewältigen soll. Ihre allerbeste Freundin Herta ist weggezogen, und alles was Carla bleibt, sind traurige Erinnerungen. Ohne Herta ist Carla schüchtern, geradezu ängstlich. Manchmal hilft es Carla, Listen aufzuschreiben. Listen sind ihr Halt, ihre Krücken, wenn es darum geht, verwirrte Situationen für sich selbst zu klären. Als Jole, ein lustiger neuer Klassenkamerad, auftaucht und sie in seiner Unbefangenheit nervt, möchte Carla am liebsten verschwinden, sich in Luft auflösen. Und genau das passiert tatsächlich, Carla verschmilzt mit ihrer Umgebung, wie ein Chamäleon. Carla ist verwirrt, Jole ist begeistert. Wenn da nicht auch noch ein Geheimbund wäre, der sich ganz besonders für Carla interessiert…

  

Eine total verrückte, schräge Geschichte wird da erzählt, und zwar so lustig und überraschend, so liebevoll und ideenreich, so turbulent, dass man gar nicht aufhören mag zu lesen. Klar, dass das Buch mit einem Cliffhanger endet. Doch auch ohne ihn will man unbedingt wissen, wie es mit der sympathischen,  liebenswerten Hauptperson weitergeht. Die Autorin hat herrliche Ideen, man spürt direkt ihren eigenen Spaß beim Schreiben. Die niederbayerische Englisch-Lehrerin ist ein wunderbares Beispiel – wer Niederbayern kennt, weiß genau, was die Autorin meint. Das Auftauchen der in ihrer Pubertät versunkenen und wenig angenehmen Schwester von Carla, die meinen (seltenen) Vornamen trägt, hat mich fast ein wenig erschreckt. Einen Pinguin, der in Reimen spricht, in der Wohnung zu halten, ist allerdings vielleicht ein wenig fragwürdig, passt aber zur chaotischen Familie von Carla.  Das Buch ist insgesamt gesehen ein ganz großer Spaß, wobei es durchaus auch sensible und fein formulierte Stellen im Buch gibt, die die Gefühle der Unsicherheit, die jedes Kind kennt, aufgreifen. Julia Christians gelingt es, mit ihren ausdrucksstarken Illustrationen das Leseerlebnis rund um Carla Chamäleon zusätzlich zu vertiefen.

 

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 Michael Petrowitz

 Dragon Ninjas

 

 

 ·         Gebundene Ausgabe: 224 Seiten

 ·         Verlag: Ravensburger Verlag GmbH

 ·         ISBN-13: 978-3473405183

 ·         Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 8 Jahren

 #DragonNinjas

  

Eine spannende Geschichte für kleine Kämpfer

 

Diese Geschichte, die den ersten Teil einer Fortsetzungsreihe darstellt, lässt mich mit gemischten Gefühlen zurück.

 

Zum Inhalt: Chipanea ist ein Ninja-Internat, und zwar zur Ausbildung der (guten) Drachen-Ninjas. Aber da gibt es die feindlichen Tiger-Ninjas mit ihrem bösen Oberhaupt O-Gonsho, der durch Stehlen der magischen Waffen der Drachen-Ninjas die Weltmacht an sich reißen möchte, was natürlich verhindert werden muss. Lian, soeben im Internat neu aufgenommen, und seine neuen Freunde erleben gemeinsam ihr erstes großes Abenteuer.

 

Eine spannende Geschichte mit fantastischen Elementen wird hier erzählt. Verwirrend könnten die eingestreuten japanischen Begriffe sein. Die Protagonisten sind allesamt lebendig und mit einigem Humor gezeichnet. Natürlich liegt dem Leser Lian ganz besonders am Herzen, denn er ist ein liebenswerter Junge, der sogar eine Spinne davor rettet, von seiner Katze gefressen zu werden. Lian ist mutig, ideenreich und zeigt, dass man mit Rafinesse und gemeinsam mit Freunden viel erreichen kann. Leider gefallen mir die Zeichnungen von Marek Bláha gar nicht. Sie sind nach meinem Empfinden comichaft so sehr überzeichnet, dass ich sie geradezu als hässlich empfinde.  Über allem jedoch steht für mich die große Frage, ob Kampf das richtige Thema für die relativ junge Zielgruppe ist. Mir fehlen ein paar Alternativen zur Problemlösung in der Geschichte, wobei mir schon klar ist, dass Ninjas nun mal Kämpfer sind. Trotzdem – ich habe gemischte Gefühle bei diesem Buch.

 

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Maria Engstrand

Code Orestes

 

 

·         Gebundene Ausgabe: 384 Seiten

·         Verlag: mixtvision Mediengesellschaft mbH

·         ISBN-13: 978-3958541535

·         Vom Hersteller empfohlenes Alter: 11 - 13 Jahre

#CodeOrestes

 

Das ideale Buch für kleine Tüftler mit Sinn für Mystik

 

Das vorliegende Buch für Leseratten ab ca. 11 Jahren ist eine recht bunte Mischung verschiedener  Stilrichtungen und Genres. Ob dieser Mix gefällt den jungen Lesern gefällt, wird sich erweisen.

 

Worum geht es? Die 12-jährige Malin, große Musikliebhaberin mit eigenem Cello, bekommt von einem seltsam altmodisch gekleideten Mann einen Brief übergeben. Es wird ihr das Versprechen abgenommen, diesen Brief in genau hundert Tagen an ein „Rutenkind“ zu übergeben. Und genau nach diesem Zeitraum zieht der etwas seltsame Orestes mit seiner ebenfalls etwas seltsamen Mutter und kleinem Schwesterchen in der Nachbarschaft von Malin ein. Gemeinsam versuchen die beiden, den verschlüsselten Brief aus dem Jahr 1857 zu entziffern und geraten dabei in eine abenteuerliche Schnitzeljagd.

 

Die Autorin erzählt sehr bildhaft eine Abenteuergeschichte, die von Seite zu Seite spannender wird. Getragen wird dies insbesondere durch die sympathischen Protagonisten und den immer wieder hervorblitzenden Humor. Themen wie Freundschaft, Zusammenhalt, Aufgeschlossenheit für Fremdes  geben dem Buch ein gewisses Maß an Ernsthaftigkeit. Jenseits des reinen aufregenden Abenteuers hat die Geschichte aber durchaus auch mystische Momente. Immer wieder tauchen Fantasy-Elemente auf, die unerklärt bleiben. Doch damit nicht genug. Das Buch enthält auch reichlich Anregungen zum Tüfteln und Rätseln, insbesondere zum Chiffrieren von Nachrichten bzw. zum Dechiffrieren verschiedener Codes. Und dann enthält das Buch noch viele Ausflüge in verschiedene Bereiche der Esoterik, deren Begriffe gut erklärt werden und wissenschaftlichem Denken gegenüber gestellt werden.

 

Fazit: Eine sehr spannende, ungewöhnliche Abenteuergeschichte für aufgeschlossene, neugierige, rätselfreudige  Leseratten.

 

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Susanne Gernhäuser

Mein Junior zum Hören -  Bauernhoftiere

 

 

·         Pappbilderbuch: 10 Seiten

·         Verlag: Ravensburger Verlag GmbH

·         ISBN-13: 978-3473329649

·         Vom Hersteller empfohlenes Alter: 24 Monate - 4 Jahre

#MeinJuniorzuHörenBauernhoftiere

 

Schön gestaltet, aber…

 

Eine schöne Idee für kleine Kinder ist es allemal, Bilder und Geräusche miteinander zu verbinden.

  

Im vorliegenden Bilderbuch ist es dem Verlag gelungen, auf sehr ansprechende Weise das Thema Bauernhoftiere sehend und hörend lebendig werden zu lassen. Wie gut, dass die von Ursula Weller gestalteten Zeichnungen völlig natürlich und unverkitscht sind. Susanne Gernhäuser ergänzt mit ihren kurzen, aber sehr informativen und gut verständlichen Texten die Illustrationen auf perfekte Weise. Genauso gut empfinde ich, dass die Tierstimmen, die nach Aufklappen bestimmter Abbildungen ertönen, völlig natürlich wirken. Zwar sind sie etwas leise, doch das zwingt zum aufmerksamen Hinhören. Was verbirgt sich hinter den einzelnen kleinen und großen Klappen? Hinter welcher Klappe ertönt wohl die Tierstimme? Was gibt es sonst noch zu entdecken? Das Bilderbuch bietet mit und ohne Elternhilfe vielseitige Beschäftigung.

  

Auch wenn mir klar ist, dass die Herstellung eines solch aufwändigen Bilderbuches teuer ist, hätte ich mir für den Preis dennoch zwei oder drei Doppelseiten mehr gewünscht. Fünf Doppelseiten mit fünf Tieren und nur 4 Tierstimmen ist arg wenig. Dafür ein Technikanhang, der dicker ist als das eigentliche Bilderbuch, das erscheint mir für 15 € einfach zu wenig. So wie die Batterien vermutlich schnell leer sind, so erlischt die kindliche Neugier sicher schneller als gewünscht, weil die Wiederholung der wenigen Seiten bald langweilig wird.

 

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Stefanie Höfler

Helsin Apelsin und der Spinner

 

 

·         Gebundene Ausgabe: 208 Seiten

·         Verlag: Beltz & Gelberg

·         ISBN-13: 978-3407755544

·         Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 8 Jahren

#HelsinApelsinundderSpinner

 

Herzerfrischend und liebenswert

 

Helsin ist ein fröhliches Mädchen, das allerdings zugegebenermaßen gerne die erste Geige spielt. Und genau daraus entsteht auch ihr Hauptproblem: Denn wenn sie etwas ärgert, zum Beispiel wenn etwas nicht nach ihrem Kopf geht, dann bekommt sie einen „Spinnerten“, also einen Wutausbruch, der es in sich hat. So passiert es, dass sie dem neuen Mitschüler Louis die Nase blutig haut, als er sich über ihren komischen Namen lustig macht. Dass sie ihm schließlich auch noch seinen Leguan klaut, führt zu einer Fülle neuer Probleme, aus der Helsin beinahe keinen Ausweg mehr findet. 

 

Leider enthält das Buch etliche schlimme Trennungsfehler. Hier wurde offensichtlich nicht korrekturgelesen, das ist schade. Denn das Buch begeistert Kinder und Erwachsene gleichermaßen. Es ist fröhlich und schildert bewundernswert einfühlsam die wechselnden Gefühle von Helsin. Eine Zwergenklasse voller Individualisten lernen wir kennen. Jeder der Mitschüler ist besonders, kann etwas besonders gut. Natürlich machen Kinder Fehler. Aber wie schön, Fehler können vergeben werden und nichts ist so schlimm, dass es nicht möglich wäre, dem Ganzen durch Einsicht und Mut zur Entschuldigung letztlich doch noch eine gute Wendung zu geben.

  

Ganz besonders begeistert mich die Sprache der Autorin. So bildhaft, so malerisch, so intensiv, dass man manche Schilderungen gar nicht mehr vergisst. Wenn sich zum Beispiel das Glück warm wie ein frischer Pudding im Magen ausbreitet oder Opa ein Gesicht wie zerknülltes Papier hat oder Helsin Lieder mag, die am traurigschönsten klingen. Feine und feinste Beobachtungen und Gefühlswechsel werden locker-heiter beschrieben, und so manches Kind findet sich darin wieder und dadurch verstanden. Von Eifersucht und Freundschaft, von Rache und Ehrlichkeit und von vielen weiteren Themen, die im Alltag der 8- bis 10-Jährigen eine wichtige Rolle spielen, erzählt Stefanie Höfler  auf liebevoll-kluge Weise. Die Zeichnungen von Anke Kuhl ergänzen das Buch auf perfekte Weise, denn sie  geben ausdrucksstark die ganze Bandbreite der Emotionen wieder. Ein wunderbar herzerfrischendes Kinderbuch

 

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Vashti Hardy

Das Wolkenschiff

 

 

·         Gebundene Ausgabe: 320 Seiten

·         Verlag: arsEdition

·         ISBN-13: 978-3845830322

·         Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 10 Jahren

#DasWolkenschiff

 

„Es gibt immer einen Weg“

 

Was für ein überraschend guter Erstlingsroman. Er enthält alles, womit man Kinder ans Buch fesseln kann: Spannung, Abenteuer, Fantasy und Humor. Großartig. 

 

Marie und Arthur sind Zwillinge, aber sehr, sehr unterschiedlich. Als ihr Vater Ernest Brightstorm, ein Forscher, von einer Expedition nicht mehr zurückkommt und alle Welt vermutet, dass er gegen den Ehrenkodex der Geographischen Gesellschaft verstoßen hat, zerbricht die Welt der Zwillinge. Sie verlieren ihr Zuhause und werden verkauft an ein Ehepaar, für das sie schuften müssen. Unverbrüchlich halten die beiden jedoch zusammen und heuern schließlich bei der Forscherin Harriet Culpfeffer an, als diese zu einer Expedition nach Südpolaris aufbrechen will. Die Zwillinge hoffen, auf dieser Fahrt etwas über den Verbleib ihres Vaters aufdecken zu können.  

  

Es sind ungewöhnliche Helden, die wir in diesem Buch kennenlernen, so wie die liebenswerten Hauptpersonen, die Zwillinge. Marie ist ein Technikgenie und eine Tüftlerin und hat für ihren Bruder Arthur, der nur einen Arm hat, einen sehr hilfreichen Metallarm konstruiert.  Arthur dagegen verfügt über große Kraft, über sich hinauszuwachsen, kann kochen und ist sicher, dass es immer einen Weg gibt. Aber auch die wagemutige Harriet Culpfeffer mit ihrer unglaublichen Konstruktion des Luftschiffes Aurora ist eine Protagonistin, der die Sympathie des Lesers gehört, denn sie gibt Kindern eine Chance, sich zu beweisen. Wie schön, dass die Autorin das Wolkenschiff Aurora mit einer Bibliothek ausgestattet hat. „Bücher sind das schönste Geschenk überhaupt“. Wie wahr. Jede handelnde Person hat besondere Fähigkeiten und Stärken und trägt damit zum Gelingen der Reise bei. Meine persönlichen Lieblinge jedoch sind die Weisewesen, überaus kluge Tiere. Welch zauberhafte Idee! Aber da gibt es auch die Bösen, die Lügner, die Hinterhältigen, all diese Verkörperungen des Negativen, die mit ihren Machenschaften die Crew rund um Harriet Culpfeffer boykottieren wollen und dadurch für atemlose Spannung sorgen.

 

Fazit: Wichtige Themen wie Vertrauen, Mut, Zuversicht, Einfallsreichtum, Vorurteile, Geschwisterliebe, Freundschaft und Zusammenhalt sind in eine überaus fantasievolle, ideenreiche Geschichte verwoben. Der Autorin ist mit „Das Wolkenschiff“ ein großartiges Kinderbuch gelungen, klug, spannend und zauberhaft fantasievoll.

 

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Sabine Giebken

Wolfspferd

 

 

·         Broschiert: 224 Seiten

·         Verlag: Egmont Schneiderbuch

·         ISBN-13: 978-3505142789

·         Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 10 Jahren

#Wolfspferd

 

Mystisch-spannender Pferde-Abenteuer-Roman

 

Von Kindheitstagen an stehe ich Tierbüchern zwiespältig gegenüber. Denn meist geschieht in den Büchern den Tieren erst etwas Schlimmes, bevor sich letztlich alles zum Guten wendet. Und genau dieses Leid hat mir als Kind Albträume verursacht und immer musste ich beim Lesen weinen – auch wenn ich letztlich wusste, dass das Gute siegen wird. Schließlich weigerte ich mich, noch jemals ein Tierbuch zu lesen… Jetzt viele, viele Jahre später im ü60-Alter begann ich tapfer das vorliegende Buch zu lesen. Und was soll ich sagen, es packte mich so intensiv wie zu Kinderzeiten. 

 

Tala ist ein ungestümes Mädchen, mutig und eigenwillig. Es lebt mit seiner Familie in der Wildnis, auch im tiefsten Winter. Saphira, eine Albinostute, ist Talas beste Freundin. Doch Saphira hat im Herdenverbund keinen Platz. Odin, der riesige Hengst, schließt sie von der Herde aus, weil sie sich, ähnlich wie Tara, nicht unterordnen will. Taras Vater Pollo, der Anführer des Stammes, weigert sich, Tara mit auf die Jagd zu nehmen, obwohl sie sich das so sehr wünscht. Als jedoch eines Tages Räuber das Lager überfallen und alle Vorräte stehlen, erinnert sich Tara der Sage, dass, wer einen frei lebenden weißen Wolf fängt, mit einer großen Belohnung rechnen dürfe. Und so macht sich Tala unerschrocken zusammen mit Saphira auf den Weg…

 

„Wolfspferd“ ist eine Geschichte, die zwischen unserer vertrauten Realität und mystischen Ereignissen angesiedelt ist. Im Einklang mit der Natur frei und ungebunden zu leben und sich von Sagen und Mythen, die die Großmutter erzählt, leiten zu lassen, bildet den intensiv-eindrücklichen Hintergrund der erzählten Geschichte.  In Zeiten, in denen es hitzige Diskussionen um das Thema Wölfe in unseren europäischen Wäldern gibt, hat dieses Jugendbuch zusätzlich zur gekonnt geschriebenen spannend-unterhaltsamen Geschichte noch eine weitere Dimension, nämlich die Frage, ob es uns gelingen könnte, uns mit unserer Tierliebe auch den Tieren anzunähern, die auf den ersten Blick bedrohlich und gefährlich wirken. Der Autorin gelingt dies meines Erachtens sehr, sehr gut, so wie sie überhaupt sehr feinfühlend auch die Passagen, in denen sie Saphira selbst berichten lässt, ausgestaltet hat. Tierliebe, die aus Tierverständnis gewachsen ist, nicht aus verkitschter Gefühlsduselei, Mut, eigenständiges Denken und Handeln, Respekt vor Anders-Sein – in diesem Jugendbuch steckt eine Menge an Botschaften. Genauso gut lässt sich das Buch aber auch als ein reines mystisch-spannendes Pferde-Abenteuer-Buch, verpackt in reichlich Winterzauber, lesen. Mir jedenfalls hat es ausnehmend gut gefallen.

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David Walliams

Der etwas nervige Elefant

 

 

·         Gebundene Ausgabe: 32 Seiten

·         Verlag: Rowohlt Taschenbuch

·         ISBN-13: 978-3499218453