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Andreas Langer

Ein Schweinebär im Schlafanzug

 

 

·         Seitenzahl der Print-Ausgabe: 87 Seiten

·         Verlag: Independently published

#EinSchweinebärimSchlafanzug

 

 

Kleine liebenswerte Geschichte

 

Sascha ist eigentlich ein ganz brauchbarer Bruder, wie Jule findet. Nur eines an ihm ist unerträglich, denn wenn Sascha isst, ziehen Flecken über Flecken ihre Spuren über Tisch, Kleidung und Fußboden. Kein Wunder, dass ihn die Eltern nur noch Schweinebär nennen. Eines Vormittags geschieht jedoch etwas, was geradezu unvorstellbar ist. Als die Eltern wieder einmal voller Verzweiflung Sascha einen Schweinebär genannt hatten, hörten sie im  Nebenzimmer merkwürdige Geräusche. Und tatsächlich – Sascha hatte sich in einen echten Schweinebär verwandelt, also in eine Mischung aus Bär und Schwein, mit Fell und Ringelschwänzchen. Und diese Verwandlung bringt plötzlich eine ganze Menge gewaltiger Probleme über die Familie…

 

Ein schlichtes Büchlein ist diese Schweinebär-Geschichte, schlicht im Äußeren, aber mit viel Charme im Inneren. Die ältere Schwester Jule erzählt aus ihrer Sicht, was solch ein Schweinebär-Bruder alles an Konflikten mit sich bringt. Doch unerschrocken hat sie sein Wohl im Auge, egal ob er pubst, ob er Häufchen macht oder ob der Hausherr verbotene Tierhaltung argwöhnt. Sie hält zu ihrem Bruder. Überhaupt ist es besser, jeden so zu lassen wie er ist, ohne ihn zu beschimpfen. Und so ist Jule ein Vorbild für ihre Eltern und für alle großen und kleinen Leser. Sascha Schweinebär grunz-brummt sich ganz schnell in die Kinderherzen. Broink!

 

Die Illustrationen von Katalin Eva Pop passen in ihrem kindlich wirkenden Stil perfekt zur einfachen, aber humorvollen Erzählweise des Büchleins. Sehr schön finde ich die angehängten Mitmachseiten zum Ausmalen und Rätseln. Es empfiehlt sich allerdings, diese Seiten zu kopieren und dabei zu vergrößern, dann haben es die Kinder leichter, sich durch die kleinen Aufgaben durchzuraten. Rundum ein kleines liebenswertes Büchlein, dessen Inhalt genau den kindlichen Humor trifft, wenn es Dinge wörtlich nimmt, die symbolisch gemeint waren.

 

 

 

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Barbara van den Speulhof

Der Grolltroll grollt heute nicht!?

 

 

·         Gebundene Ausgabe: 32 Seiten

·         Verlag: Coppenrath

·         ISBN-13: 978-3649631644

·         Vom Hersteller empfohlenes Alter: 36 Monate - 6 Jahre

#DerGrolltrollgrolltheutenicht

 

1, 2, 3, Wut vorbei…

 

Den Grolltroll habe ich liebgewonnen, denn bereits seit dem ersten Band empfinde ich tief mit ihm, auch wenn ich nicht unbedingt blauen Haare und etwas geradere Zähne habe. Irgendwo im tiefsten Herzen bin ich wohl auch ein Grolltroll, so ein echtes „Zornbinkerl“, wie man in meiner Heimat sagt. Mit geballten Fäusten durchs Leben zu gehen, ist mir von Kindheit an vertraut. Deshalb verstehe ich auch die Kleinen, die vor plötzlich auftretender ohnmächtiger Wut nicht mehr ein noch aus wissen und die Eltern in hilflosen Ärger treiben.

 

Und weil ich den Grolltroll so lieb habe, freut es mich ganz besonders, dass er im neuen Buch mal gute Laune hat, lächelnd mit seinen Freunden zu einem Picknick aufbricht und aus der sonnigen Stimmung heraus wettet, dass er nicht immer nur wütend sein muss, sondern auch anders kann. Die Wette gilt. – Aber was ist das? Seine Freunde essen ihm den Kuchen weg, obwohl er doch so gerne auch ein Stück gehabt hätte. Puh. Jetzt wäre eigentlich wütendes Aufstampfen angesagt. Aber die Wette? Also überwindet sich der Grolltroll und fragt ganz lieb, ob man miteinander Ball spielen könnte. Doch auch das geht schief, und die Wut im Bauch des Grolltroll grummelt immer lauter. Doch der Ehrgeiz, die Wette zu gewinnen, lässt ihn wie ein Mantra wiederholen: „1, 2, 3, Wut vorbei…“. Ob der Grolltroll wirklich seine Wette gewinnt?

 

Die Illustrationen sind wiederum unvergleichlich aussagestark und transportieren die Welt der Gefühle so nachvollziehbar intensiv, wie es gar nicht besser sein könnte. Meine Lesepatenkinder lieben den Grolltroll ebenso wie ich und wollen immer wieder aufs Neue anschauen, was er erlebt. Und wie sagte ein Kind so treffend: „Der Grolltroll ist traurig, dass er so wütend ist.“ Genau! Wenn der innere Zorn übermächtig wird, muss er auch mal raus, ganz klar, aber das Leben ist viel, viel schöner und lustiger, wenn man mit seinen Freunden spielt und Spaß hat und auch mal einen kleinen Ärger runterschluckt, am besten mit einer großen Schüssel Apfelmus. Der Grolltroll hat es gelernt.

 

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Michaela Hanauer

Rulantica – Die verborgene Insel

 

 

·         Gebundene Ausgabe: 336 Seiten

·         Verlag: Coppenrath

·         ISBN-13: 978-3649627227

·         Vom Hersteller empfohlenes Alter: 10 - 12 Jahre

#RulanticadieverborgeneInsel

 

Magisch schön

  

Auch wenn mir bewusst ist, dass eine mächtige Werbemaschinerie in Verbindung mit dem Freizeitpark Rust hinter Rulantica steckt – das Buch zu lesen hat mir großen Spaß bereitet. Und es verfehlt nicht seine Wirkung, Neugier zu wecken auf die gigantische Unterwasserwelt, die im November 2019 ihre Pforten öffnen wird.

 

Die Geschichte nimmt ihren Ausgang in der ganz alten Zeit der Götter und Runen und dem ewigen Wunsch nach Unsterblichkeit. In einem Prolog wird berichtet über den göttergewollten Ursprung von Rulantica. Unmittelbar danach bewegen wir uns in der Unterwasserwelt der Meermenschen. Das neugierige Meermädchen Aquina fühlt sich immer schon etwas fremd unter Ihresgleichen, besonders da ihr so Vieles verboten ist. Als sie überraschend 12-jährig erfährt, dass sie einen Zwillingsbruder in der Welt der Menschen hat, gibt es für sie kein Halten mehr. Sie will ihre wahre Familie finden. Doch gemäß den jahrhundertealten Prophezeiungen der nordischen Götter drohen ihr ganz große Gefahren, bis hin zum Untergang von Rulantica…

 

Was zunächst positiv auffällt, ist die aufwändige Gestaltung des Buches. Dem Coppenrath Verlag gelingt es immer wieder, seine Bücher äußerst ideenreich auszustatten und damit das reine Lesevergnügen zu erweitern durch visuelles und haptisches Erleben. Allein schon das Cover mit der beeindruckend dynamischen Illustration von Helge Vogt fesselt. Dazu Golddruck, Wechsel von matter und glänzender, teilweise geprägter Oberfläche. Das Innere des Buches suggeriert durch scheinbare Wasserflecken den Druck auf altem Papier. Die vielen, in den Farben einer Wasserwelt angepassten, fast dreidimensional wirkenden wunderschönen Illustrationen bereichern das Buch zusätzlich. Zu lesen ist die Geschichte durchweg spannend, zum Schluss hin geradezu aufregend. Die Autorin schreibt lebendig, frisch und humorvoll. Besonders begeistert hat mich die gelungene Darstellung der Sprache der Wellen und die Lautmalerei von Snorri, dem Tintenfisch, meinem absoluten Liebling im Buch. Wissenswertes ist unaufdringlich versteckt in der Geschichte, aber auch wichtige Themen wie Freundschaft, Vertrauen, Verlässlichkeit und Mut spielen eine Rolle. Dazu liegt über allem ein Hauch von Magie. Rundum empfehlenswert!

 

 

 

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Irene Matt

Zauberschön

 

 

·         Gebundene Ausgabe: 184 Seiten

·         Verlag: Verlag am Eschbach

·         ISBN-13: 978-3869178004

#Zauberschön

 

 

Schön in Inhalt und Ausstattung

 

„Ein Märchenroman“ steht als Untertitel auf dem mit einer märchenhaften Illustration schön gestalteten Cover. Das machte mich neugierig. Denn was ist ein Märchenroman? Ein Roman, also eine epische Erzählung mit fiktiven Geschehnissen? oder ein Märchen, also eine Erzählung, in der übernatürliche Kräfte in das Leben der Menschen eingreifen? Nach Lektüre des Buches bleibt mir nur zu bestätigen, dass „Märchenroman“ der bestmögliche Untertitel ist, da der Autorin gelungen ist, von beiden Genres das Beste zusammenzufügen.

 

Das blühende Land Florapis, in dem die Menschen in harmonischem Miteinander leben und arbeiten, ist ein Vorbild für die vielen Händler und Touristen, die immer mit Freude diesen Ort besuchen. Der gütige König regiert Florapis weise und mitfühlend. Prinz Florobert, der einzige Sohn des Königs, wird jedoch als kleines Kind von einer Biene gestochen und entwickelt über die Jahre hinweg in zunehmendem Maß Angst vor allem und jedem, bis hin zur Angst vor der Angst. Doch der König wird älter und muss irgendwann seinen zitternd-lebensuntüchtigen Sohn in die Regierungsgeschäfte mit einbeziehen. Dieser bestimmt  aus seiner Angst heraus, dass das weltoffene Florapis durch einen hohen Mauerbau „geschützt“ werden müsse. Ab da geht es mit Florapis bergab. Zu allem Unglück siedelt sich auch noch ein Tatzelwurm in Florapis an, der den Menschen jeglichen Antrieb nimmt. Wie Florapis und seine Bewohner gerettet werden, wird dem Genre der Märchen voll und ganz gerecht.

 

Gelesen habe ich das Buch sozusagen mit zweierlei Augen, mit denen des Erwachsenen und mit denen eines Kindes. Als Erwachsener fühlte ich mich gut unterhalten. Das Märchenhafte, in dem das Gute letztlich nach vielen Irrungen und Wirrungen siegt, hinterlässt ein wohliges Gefühl. Für Kinder bleibt natürlich auch diese positive Wirkung der Märchen bestehen, allerdings ist die Geschichte für Kinder stellenweise zu lang, hier würde ich als Lesepatin einige Kürzungen vornehmen. Schön sind die Themen zu bearbeiten, die im Buch auftauchen: Bienen, Blumen, Respekt vor der Natur, Kreativität, Hoffnung, Angst, Gutes  tun und vieles andere. Das Buch sehe ich als Quell vieler Gesprächsmöglichkeiten mit Kindern. Für Erwachsene hätte ich mir noch eine Metaebene, eine psychologische Ebene  gewünscht, denn nicht das passive „Wegschnaufenlassen“ ist der Heilungsweg aus der Angst heraus, sondern aktiv die Angst an die Hand zu nehmen…

 

Ein schönes Buch ist Zauberschön aber allemal. Schön im Inhalt, besonders in seiner sorgsamen Sprache, und schön in seiner äußeren Ausstattung.

 

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David Lozano

Der Minutendieb

 

 

·         Gebundene Ausgabe: 240 Seiten

·         Verlag: Thiele & Brandstätter Verlag

·         ISBN-13: 978-3851794410

·         Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 - 12 Jahre

#DerMinutendieb

 

Spannend und hintergründig

 

Ein Jugendbuch, das es verdient, mehrfach gelesen zu werden – und zwar nicht nur von Jugendlichen…

 

Eduardo ist zehn und ein fröhlicher, unbeschwerter Junge. Bis die Behörden, warum auch immer, beschließen, den 6. Oktober aus dem Kalender zu streichen. Und das treibt Eduardo zur völligen Verzweiflung, denn der 6. Oktober ist der Tag seines Geburtstages, ausgerechnet! Nun soll er also für immer 10 Jahre alt bleiben? Nie mehr Geburtstag feiern dürfen? Nie mehr seine Freunde zur Feier einladen können? Nie mehr Geschenke bekommen? Unfassbar! Da bleibt ihm nur eines: Er geht zu Herrn Vinicius in dessen Laden der Verbotenen Dinge, um ihm sein Leid zu klagen. Und der weiß tatsächlich eine Möglichkeit der Rettung. Er übergibt Eduardo leihweise einen Zeitsauger. Mit diesem Gerät kann Eduardo anderen Menschen heimlich Zeit stehlen, Minute für Minute, über ein ganzes Jahr hinweg, bis er einen ganzen Tag zusammen hat und damit also wieder seinen Geburtstag zurück hat. Doch Zeitdiebstahl ist strengstens verboten, d. h. Eduardo muss sehr, sehr vorsichtig beim Diebstahl sein, um nicht erwischt zu werden. Was alles Eduardo in diesem Jahr des Zeitstehlens erlebt und welche unerwartete Wendung die Geschichte nimmt -  das muss jeder selbst lesen.

 

Allem voran: Die märchenhafte Geschichte ist spannend zu lesen. Und sie ist leicht zu lesen, dank der relativ großen Schrift, die man normalerweise eher in Büchern für jüngere Leser findet. Doch genau diese unangestrengte Lesbarkeit bekommt der Geschichte ausnehmend gut. Denn man kann das Buch lesen wie ein fantasievolles, abenteuerliches Märchen, unterhaltsam, lebendig frisch erzählt. Und mit einem herrlich verqueren Humor versehen. Dank an dieser Stelle den Übersetzern, denen es offensichtlich ausnehmend gut gelungen ist, die im Text enthaltenen Wortjonglierereien adäquat ins Deutsche zu übersetzen. Das Buch hat es verdient, noch ein weiteres Mal gelesen zu werden, diesmal nachdenklicher vielleicht, denn eigentlich hat der Autor mit dem Minutendieb einen hochphilosophischen Roman geschrieben, der zwar als märchenhafte, schlichte Geschichte daherkommt, aber voller essentieller Fragen (und so mancher wertvoller Antwort) steckt.

 

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Sabina Gröner

Leles Geheimclub – Keine Kings im Hauptquartier!

 

 

·         Gebundene Ausgabe: 192 Seiten

·         Verlag: Ravensburger Buchverlag

·         ISBN-13: 978-3473367443

·         Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 8 Jahren

#LelesGeheimclub

 

Viel mehr als reine Unterhaltung

  

An diesem Buch hatte ich ganz besonders viel Freude, denn die wunderbare Mischung von spannender Geschichte und allerlei Mitmach-Animationen verschafft mir als Lesepatin Anregungen für mehrere Wochen!

 

Lele ist Mutmach-Botschafterin und versteckt anonyme Zettel an allen möglichen Orten in ihrer Umgebung, damit die von ihr liebevoll geschriebenen Botschaften von anderen gefunden werden können. Zusammen mit Elif, die Fremdwörter liebt, und Cleo, der besten Skateboard-Fahrerin, haben sie einen Geheimclub, die Queens, mit einem ganz und gar geheimen Treffpunkt. Doch die Jungenbande, die Kings, haben diesen Ort entdeckt und wollen ihn mit einer Drohne genauer ausspähen. Die Rache der Queens geht allerdings gründlich schief…

 

Eine gekidnappte Drohne, ein verschwundener Hund und ein kluger Deal, der im gemeinsamen Handeln der beiden eigentlich verfeindeten Geheimclubs mündet – all das liest sich sehr gut, weil es vergnüglich, lebendig und durchaus spannend erzählt wird. Was mir persönlich nicht so gut gefiel, ist, dass man in der Geschichte arg leichtfertig umgeht mit Tiffi, dem Hund, als Erpressungsmittel. Der arme Tiffi muss einiges mitmachen, ohne dass dies wirklich in der Erzählung reflektiert wird. Hier wären vielleicht schon mal ein paar Sätze angebracht gewesen zum Thema, dass Hunde kein Spielzeug sind und dass man sie keinesfalls so leichtfertig und gedankenlos behandeln darf.

 

Sehr schön und das Buch aufwertend sind die zusätzlich enthaltenen Mitmach-Angebote. So manch eine zum Nachdenken anregende Liste will ausgefüllt werden. Anregungen für eine Geheimsprache, eine Fremdwörterliste, die endlos ergänzt werden kann – das Buch ist ideal zum interaktiven Lesen mit meinen Lesepatenkindern. Rivalität und Freundschaft, Vertrauen und Verlässlichkeit, aber auch wie man verantwortungsvoll und feinfühlig mit Tieren umzugehen hat – all diese Themen werden offen (oder versteckt) durch das vorliegende Buch angeregt.

 

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Salah Naoura

Superflashboy

 

 

 

·         Gebundene Ausgabe: 176 Seiten

·         Verlag: Rowohlt Taschenbuch

·         ISBN-13: 978-3499217999

·         Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 8 Jahren

·         #Superflashboy

 

Wirklich super?

  

Ehrlich gesagt – ohne Test mit meinen Lesepaten-Kindern wage ich kein ernsthaftes Urteil über dieses Buch abzugeben. Aus Erwachsenensicht war mir alles viel zu super und vor allen Dingen viel zu durcheinander…

 

Klar verstehe ich, dass ein Junge, der Torben-Henrik heißt, viel lieber ein Superheld wäre, statt in seiner musikalischen Familie zu leben. Schließlich kann er mühelos 40 Liegestütze! Er gerät durch einen geheimen Zugang in die Heldenstadt Hero City, dem Ort, an dem alle Superhelden wohnen. Doch sein unbedingtes Idol Flashboy erweist sich als Musikus mit Schaumstoffmuskeln, der eigentlich viel besser in die Familie von Torben-Henrik passen würde. Da könnte man doch die Rollen tauschen. Als jedoch Torbens bester Freund Mehmet verschwindet und mit ihm noch andere Kinder, muss dieser sich beweisen…

 

Die Geschichte ist actionreich, ein bisschen verrückt, streckenweise spannend erzählt. Sie enthält viele witzige Ideen, wie z. B. die sich selbst tragenden Schwebekoffer. Oder durchaus sinnvolle Gedanken wie die Tatsache, dass radioaktiver Müll aus dem Atomkraftwerk die Lebewesen verändert und dass man sich besser nicht ärgert, wenn man erfolgreich sein will. Aber dann wiederum schickt man seine eigene Kopie zum Zahnarzt. Dieses Vermeidungsverhalten gefällt mir nicht. Auch die Sprache gefällt mir nicht wirklich, sie ist durchsetzt mit Anglizismen, die ich für 8-jährige Leser für zu schwierig halte. Auch dass man beim Lesen schon mal schnell die Orientierung verliert, denn wer ist nun echt und wer eine Kopie von wem?

 

Wie gesagt, ich bin gespannt, wie „meine“ Kinder auf die Geschichte reagieren werden. Vielleicht stellt sich ja heraus, dass das Buch eine super Geschichte mit super Handlung für super mutige, super tapfere kleine Lese-Helden ist, die im übrigen mit super ausdrucksstarken Illustrationen ausgestattet ist. Und dass die Botschaft ankommt, wie gut es  ist, wenn man völlig unverstellt, ohne Verkleidung, zu seiner eigenen Persönlichkeit steht. Das wäre dann echt super!

 

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Jutta Richter

Frau Wolle und der Duft von Schokolade

 

 

·         Gebundene Ausgabe: 144 Seiten

·         Verlag: Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG

·         ISBN-13: 978-3446260528

·         Vom Hersteller empfohlenes Alter: 9 - 11 Jahre

·         #FrauWolleundderDuftvonSchokolade

 

Poetisches Märchen für tapfere kleine Leser

  

Welch ein zauberhaftes Buch, zum Träumen und gegen die Angst für tapfere kleine Leser.

 

 Mama arbeitet viel, denn Papa lebt weit entfernt. Lediglich seine Stimme ist gelegentlich über Radio zu hören. Warum das so ist, wird nicht erklärt, was aber auch nicht nötig ist. Viel wichtiger ist, dass so vieles, was Papa den Kindern Merle und Moritz in früheren Jahren erzählt hatte, im Gedächtnis der beiden geblieben ist und sie sich, gerade in unsicheren Zeiten, daran erinnern und es ihnen Halt gibt. Als Mama Spätschichten übernehmen muss, sucht sie nach einer Nachtfrau, die die beiden Kinder ins Bett bringen soll, was Merle und Moritz so ganz und gar nicht gefällt. Doch es hilft nichts. Gesine Wolkenstein, eine seltsame und etwas unheimliche Frau, deren Augenfarbe wechselt und die oftmals Dinge sagt, die Papa früher auch gesagt hatte, beginnt ihren Dienst. Schlimmer noch, Gesine Wolkenstein besitzt einen schwarzen Laden, dem man nachsagt, es würden dort Kinder verschwinden. Andererseits kocht sie einen wunderbaren Kakao mit Sahne, der beim Einschlafen hilft. Nachts jedoch öffnet sich plötzlich im Kinderzimmer die Tür in die „Murkelei“, einem fernen Land, von dem Papa oft erzählt hatte. Es ist gefährlich in der Murkelei, denn dort wohnen böse Spitzzahntrolle, die harmlos in Reimen reden, aber in Wirklichkeit mit Schokolade die Eindringliche gefügig machen wollen, damit sie auch zu Trollen werden. Überhaupt gibt es viel Erstaunliches und Erschreckendes in der Murkelei. Als Moritz jedoch seinen Radio, eben die einzige Verbindung zu Papa, in der Murkelei vergisst und die beiden Kinder ein zweites Mal dorthin zurückkehren müssen, wird es so richtig gefährlich…

 

Die Autorin verzaubert völlig mit ihrer fantasiereichen Geschichte, dessen offenes Ende Neugier auf eine Fortsetzung macht. Sie hat mit Gesine Wolkenstein eine moderne Mary Poppins mit einer unheimlichen Seite geschaffen. Die tapferen Kinder Merle und Moritz, die genau wissen, was ihre von der Arbeit müde Mutter braucht und deren Trost Papas ferne Stimme aus dem Weltempfänger ist, die es mutig mit den bösartigen Gesellen in der Murkelei aufnehmen – diese Kinder haben es mir mit ihrer einfühlsamen und tapferen Art sehr angetan. Die durchaus grausame Seite der Geschichte macht das Lesen sehr, sehr spannend. Und das alles ist verpackt in einer klaren, oftmals geradezu poetisch schönen Sprache: „Der Sommermorgen … schmiss die Sonne mit beiden Händen auf das Kopfsteinpflaster…“  

Kurz gesagt – ein überraschendes, witziges, märchenhaftes, geheimnisvolles, poetisches, spannendes Buch, das nur tapfere Kinder lesen sollten. Sehr schön passend ist das Buch ausgestattet mit einer wunderbar ausdrucksstarken Bebilderung.

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Maja Lunde

Über die Grenze

 

 

·         Gebundene Ausgabe: 192 Seiten

·         Verlag: Urachhaus

·         ISBN-13: 978-3825151515

·         Vom Hersteller empfohlenes Alter: 9 - 11 Jahre

·         #ÜberdieGrenze

 

Eine Botschaft der Mitmenschlichkeit unter Kindern

 

Das beste Kinderbuch, das ich seit langem gelesen habe!

 

Es befasst sich mit einem schwierigen Thema, ist aber dennoch ausgesprochen kindgerecht mit leichter Feder geschrieben.

 

Die Geschichte spielt in Norwegen im Jahr 1942, das Land steht unter deutscher Besatzung. Da es für die zwei jüdischen Kinder Sarah und Daniel zu gefährlich wird, müssen sie das Land verlassen und über die Grenze nach Schweden gelangen, wo ihr Vater auf sie wartet. Doch die erwachsenen Helfer werden plötzlich verhaftet. Im Haus, in dem Sarah und Daniel versteckt gehalten werden, wohnen Gerda und Otto, zwei sehr unterschiedliche Kinder. Gerda ist zehn, hat gerade „Die drei Musketiere“ gelesen, ist abenteuerlustig und mutig. Ihr Bruder Otto dagegen wirkt eher ängstlich, zögerlich, überlegter als Gerda. Doch für Gerda steht sofort fest, dass sie zusammen mit Otto den beiden jüdischen Geschwistern bei der Flucht helfen müssen. Dass es sich um ein Abenteuer auf Leben und Tod handeln wird, ahnen sie nicht…

 

Der Autorin ist auf großartige Weise gelungen, Zeitgeschichte, schlimme Zeitgeschichte, auf eine kindgerechte Weise zu erzählen, spannend, eindringlich, aber eben so, dass Kinder einerseits Verständnis entwickeln für eine furchtbare, angstbesetzte Zeit, andererseits aber nicht von Albträumen geplagt werden. Sondern vielmehr eine Ahnung davon bekommen, dass Mut und Hilfsbereitschaft, Solidarität und Einsatz für andere die wertvollsten Zeichen für Mitmenschlichkeit sind und allemal erstrebenswert.

 

Sowohl Sarah und Daniel als auch Gerda und Otto werden in ihrem Kindsein absolut glaubwürdig dargestellt. Sie sind lebendig, fröhlich und ängstlich, abenteuerlustig, trotzig, leichtsinnig, immer verführbar zu Spielen, immer fähig, die harte Wirklichkeit im Spiel auszublenden. Und dennoch ernsthaft genug, um den Gefahren in einer bedrohlichen Zeit auf mutig-kreative Weise zu begegnen und das eine oder andere Mal zu erleben, wie man über sich selbst hinauswachsen kann.

 

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Andrea Schomburg

Die besten Tantenretter der Welt

 

 

·         Gebundene Ausgabe: 224 Seiten

·         Verlag: Hummelburg

·         ISBN-13: 978-3747800072

·         Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 10 Jahren

·         #DiebestenTantenretterderWelt

 

Rosa-Laune-Buch

  

Witzig und lebendig wird eine fröhlich-kunterbunte Geschichte erzählt. Ein Kinderbuch, das einfach rundum Spaß macht und auf keinen Fall ernst genommen werden möchte. Ein Buch mit Rosa-Laune-Garantie…

 

Jonas und Fabian leben bei ihrer Tante Erdmute, die Gute. Und sie haben es mit ihrer Tante nicht leicht, denn sie benimmt sich so, als wäre sie eine erwachsene Pippi Langstrumpf. Sie ist unberechenbar und hat stets außergewöhnliche Ideen. Als der Vermieter ihre Wohnung verkaufen will und Tante Erdmute deshalb dringend Geld benötigt, überfällt sie aus der Not heraus in einem wunderbar auffälligen roten Kleid eine Bank. Jonas und Fabian wird ganz anders, als sie sich zusammen mit ihnen und dem Geldsäckchen auf eine rasante Flucht in ein abgelegenes Waldhotel begibt. Dass dort recht wunderliche Leute wohnen und dass auch noch ein wertvolles Briefmarkenalbum geklaut wird, führt zu sehr spannenden Verwicklungen und Jonas und Fabian haben alle Hände voll zu tun, um aus ihrer Tante die Unschuld vom Lande zu zaubern. 

 

Ein so fröhliches, unbeschwertes Kinderbuch habe ich schon lange nicht mehr gelesen. Es ist frei von allzu ernstem pädagogischem Anspruch und erzählt  mit Spaß und Spannung und sehr ideenreich eine flotte Geschichte. Dass man vom Singen rosa Laune bekommen kann oder dass man jemanden mit den Augen in den Arm nehmen kann – solch schöne im Text versteckte Sprachbilder verraten, dass die Autorin (auch) Lyrikerin ist. Ein meiner Meinung nach rundum gelungenes, spritzig erzähltes, mit liebenswerten Protagonisten versehenes Kinderbuch ab 10 zum Selberlesen, zum Vorlesen durchaus auch für jüngere Kinder.

 

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Nicholas Cornelius

Sylvester und der Gespensterdoktor

 

 

·         Gebundene Ausgabe: 320 Seiten

·         Verlag: Sanssouci

·         ISBN-13: 978-3990560686

·         Vom Hersteller empfohlenes Alter: 10 - 12 Jahre

·         #SylvesterundderGespensterdoktor

 

Zum genussvollen Vorlesen

 

Ein klein wenig Enttäuschung vorab: Als erstes hatte mich in der Verlagsankündigung des Sanssouci Verlages das Cover zu dem vorliegenden Titel begeistert. Ein wenig schade, dass dieses Titelbild letztlich etwas verändert wurde und der Umriss von Sylvester nun nicht mehr zu sehen ist. Auch auf das angekündigte Lesezeichen wurde verzichtet. Und leider, leider enthält das Buch keine einzige Zeichnung, keinerlei schmückende Auflockerung des Textes.

 

Die Geschichte beginnt in einer schrecklichen Gewitternacht. Sylvester, ein 12jähriger Waisenjunge, rennt und rennt tropfnass durch die Finsternis. Da stößt er auf eine einsame Scheune, in der er Zuflucht nehmen möchte. Doch er wird im Inneren der Hütte von einem alten Mann empfangen, mit der Flinte im Anschlag. Es stellt sich heraus, dass der alte Mann der wahre und einzige Gespensterdoktor ist, denn auch Gespenster können krank werden! Was Sylvester in der Folge erlebt, ist so unglaublich, dass sich sogar der Buchautor selbst nur unter einem Pseudonym zum Buch bekennt, damit ihn die Gespenster, die er gerufen hat, nicht verfolgen können…

 

Mit überbordender Fantasie wird eine sehr ungewöhnliche Gespenstergeschichte erzählt. Den Sprachstil habe ich als besonders erlebt, denn es werden geradezu malerisch gespenstische Bilderwelten im Kopf des Leser gezaubert. Die Beschreibungen wirken oftmals wie alte Gemälde aus dem Museum, in einer etwas altmodisch-komplizierten Sprache. Und genau diese Sprache ist auf der einen Seite wunderschön und sensibel, wie zum Beispiel: „… die umgetretenen Halme auf der Wiese behielten die Fußabdrücke im kurzen Grasgedächtnis…“ Man findet gelungene Wortschöpfungen wie „klumpige Bauchschmerzenangst“. Auf der anderen Seite erscheint mir die Altersempfehlung des Verlages „ab 10“ aufgrund der besonderen Sprache etwas problematisch, allenfalls nur zutreffend für wahre Leseratten. Zur Leseauflockerung wären daher durchaus ein paar Illustrationen hilfreich gewesen.

 

Was sich mir jedoch beim Lesen des Buches permanent aufdrängte: Die Erzählweise in ihrer  Lebendigkeit und die Schönheit der Sprache bietet sich perfekt an zum langsamen, genussvollen Vorlesen. Denn gruselig, komisch, spannend, berührend – das Buch hat alles.

 

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Maren Dammann

Marwani

 

 

·         Broschiert: 288 Seiten

·         Verlag: Planet!

·         ISBN-13: 978-3522506212

·         Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 - 15 Jahre

·         #Marwani

 

Über die heilsame Kraft zwischen Mensch und Pferd

 Mädchen und Pferdebücher - das gehört zusammen, schon klar. Unzählige mehr oder wenig gut geschriebene Mädchenbücher füllen die entsprechenden Buchhandlungsregale. Jugendliche und Pferdebücher – da wird die Kombination schon schwieriger, das Angebot geringer. Und ein Buch für Jugendliche, das von einem traumatisierten Menschen und von einem traumatisierten Pferd erzählt – das ist etwas Besonderes und, wie das vorliegende Buch, absolut lesenswert!

 

Es wird erzählt von Mira, einem jungen Mädchen, das aufgrund eines unverschuldeten Unfalls im Rollstuhl sitzt und mit allem und jedem hadert. Umso mehr, als die Eltern mit ihr wegziehen, weit weg von ihrer alten Freundesclique, ausgerechnet in die direkte Nachbarschaft eines Reiterhofes. Wobei Mira mit Pferden nichts, absolut nichts am Hut hat. Lediglich ihre kleine Schwester ist begeistert und erweist sich als hochtalentierte Reiterin. Mira beobachtet von ihrem Zimmer aus, wie die wilde, temperamentvolle Schimmelstute Marwani auf dem Reiterhof ankommt. Die Stute lässt keinen einzigen Menschen an sich heran. Je länger Mira die unzähmbare Stute beobachtet, desto mehr wächst in ihr die Ahnung, dass sie beide mehr gemeinsam haben als erwartet. Die Begegnung mit Dan, dem schüchtern-zurückhaltenden Stalljungen, zeigt Wirkung…

 

Das vorliegende Jugendbuch ist so fesselnd und lebendig geschrieben, dass es den Leser von der ersten Seite an gefangen nimmt. Und es ist ernsthaft genug, um nicht zur Gattung der vielen auf dem Markt befindlichen verkitschten Mädchen-Pferde-Bücher zu gehören. Im Gegenteil: Mit sehr feiner Beobachtungsgabe und psychologischem Gespür wird die Interaktion zwischen Mensch und Pferd geschildert. Wir erleben intensiv mit, wie auf wortlose, heilsame Weise Vertrauen wächst und dies letztlich nicht nur zwischen Mensch und Pferd, sondern neues Vertrauen in das Leben überhaupt, für Mira und Marwani gleichermaßen.

 

Einfühlsam und mit großem Pferdeverstand schildert die Autorin eine Geschichte, die berührt. Absolut lesenswert!

 

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Anne Ameling, Günther Jakobs

Hektor spielt (nicht) mit Mädchen!

 

 

·         Gebundene Ausgabe: 32 Seiten

·         Verlag: Coppenrath

·         ISBN-13: 978-3649628927

·         Vom Hersteller empfohlenes Alter: 4 - 6 Jahre

·         #HektorspieltnichtmitMädchen

 Zusammen sind wir am besten

 

Hektor, der Wolfsjunge, freut sich auf einen wolfsmäßig schönen Tag, sammelt fröhlich Blumen fürs Schmetterlinghaus und begeistert sich zusammen mit Mücke und Klara über die ersten Schmetterlinge, die gleich einziehen wollen. Aber Rocky Igel, der Hartgesottene, findet das mädchenkramig albern und will „was Richtiges“ spielen, Ball zum Beispiel, jungenmäßig halt. Und er zeigt seine Dribbelkunst. Als Mücke und Klara mitspielen wollen, lacht Rocky sie aus, denn seiner Meinung nach stolpern Mädchen nur über ihre eigenen Füße. Das lassen Mücke und Klara natürlich nicht auf sich sitzen und zeigen Rocky und Hektor, dass Mädchen sehr geschickt sind und überhaupt, wie viel Spaß das gemeinsame Spiel macht.

 

Ob Rollenverhalten bereits im Kindergartenalter wichtig ist? Vielleicht ja, wenn die Eltern darauf drängen. Und genau diese Eltern werden wohl das vorliegende Bilderbuch ihren Kindern nicht in die Hand geben, fürchte ich. Ganz grundsätzlich ist die Botschaft jedoch wirklich wichtig: Gemeinsam sind wir stark, gemeinsam haben wir Spaß, und gerade, weil wir unterschiedliche Fähigkeiten haben, sind wir zusammen am besten. Die Illustrationen von Günther Jakobs gefallen mir sehr. Sie drücken ganz unmittelbar die Bandbreite der Gefühle aus von entspannter stiller Freude bis zu stocksauerer Ablehnung, von angespanntem Leistungswillen, über Nachdenklichkeit hin zu freudigen Spielprojekten – all dies lässt sich an den Zeichnungen auf direkte Weise ablesen. Dazu kommt noch die dynamische Lebendigkeit der Bilder, so stark, als wären sie bewegte Bilder, besonders beim Baumballspielen. Besser geht es nicht. Und Papa Wolf bringt es beim mittäglichen Braten von Wolfsburgern beim Thema, dass Schmetterlinge Mädchenkram seien, auf den Punkt: „Schmetterlinge sind Schmetterlinge“! Dem ist nichts hinzuzufügen.

 

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Monika Finsterbusch

Prinzessin Lillifee in der Tierklinik

 

 

·         Gebundene Ausgabe: 36 Seiten

·         Verlag: Coppenrath

·         ISBN-13: 978-3649631880

·         Vom Hersteller empfohlenes Alter: 36 Monate - 6 Jahre

·         #PrinzessinLillifeeinderTierklinik

 

Feenstaub und Freundschaft

 

Monika Finsterbusch, die Schöpferin von Lillifee und weiteren Tieren und Wesen, war viele Jahre Modedesignerin für Erwachsene, bevor sie sich der kindlichen Welt zuwandte und seither dort ihre reiche Kreativität auslebt. Sie mag nicht selbst im Vordergrund stehen, sondern lässt ihre Geschöpfe für sich sprechen. Wie schön, dass der großartige Coppenrath Verlag es so meisterhaft versteht, all die zauberhaften Geschichten wunderbar in Szene zu setzen.

 

Das vorliegende Buch ist wieder ein Mädchenbuch, wie es schöner nicht sein könnte. Ein dreidimensional gestalteter Einband mit viel, viel Feenstaub versehen lädt ein in die Welt von Rosarien, in der Lillifee wohnt und missmutig in den Regen schaut. Da muntert sie der fröhliche und heftig verliebte Vogel Filou auf und verlockt sie, mit nach Tikitan zu kommen, einem Land, in dem immer die Sonne scheint. Das klingt so sehr verführerisch, dass sich Lillifee nur zu gerne zusammen mit Filou auf den Weg macht – nicht ohne auf jeder Buchseite für die kleinen Leserinnen weiteren Feenstaub zu hinterlassen. Doch kaum kommen sie an im immergrünen Dschungel, wird Lillifee von einer Kokosnuss getroffen und bleibt bewusstlos liegen. Die Affenmutter Moma kümmert sich um Lillifee, die nicht mehr weiß, wie sie heißt und woher sie kommt. In der Klinik für verletzte Tierkinder geht es Swami, wie Lillifee nun genannt wird, schnell besser und sie kümmert sich bald liebevoll um all die kranken Tiere. Doch wie kommt Lillifee wieder an ihre Erinnerungen?

 

Die liebenswert-warmherzige Geschichte erzählt vom Wert des zugewandten Miteinander, des gegenseitigen Helfens und Unterstützens, vom Geborgen-Sein in der Gemeinschaft, auch von Ehrlichkeit, Freundschaft und den allerersten Fragen nach der eigenen Identität. Der lebendig geschriebene, feinfühlige Text und die ausdrucksstarken Zeichnungen, auf denen so viel zu entdecken ist, ergeben eine Erzählung aus dem Reich der Feen-Fantasie, wie sie schöner nicht sein könnte.

 

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 Kathrin Schrocke

 Immer kommt mir das Leben dazwischen

 

 

 ·         Gebundene Ausgabe: 181 Seiten

 ·         Verlag: mixtvision Mediengesellschaft mbH

 ·         ISBN-13: 978-3958541429

 ·         Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 - 15 Jahre

 ·         #ImmerkommtmirdasLebendazwischen

 

Vergnügliche Jugendlektüre

 

Noch selten habe ich solch ein witziges Jugendbuch gelesen. Auch Wenigleser jeden Alters kann man mit dieser Geschichte auf den Geschmack bringen, dessen bin ich mir sicher.

 

Worum geht es? Der 13-jährige Karl steckt die Trauer um seinen toten Opa im Allgemeinen sehr geschickt weg. Dass ihm Opa in einem Traum einflüstert, er solle YouTube-Star werden, macht es ihm einerseits leichter, andererseits klappt es mit der Karriere nicht, weil Oma plötzlich in ein Mehrgenerationenhaus umziehen möchte und er ihr helfen möchte, die Eltern eigene, bedrohlich wirkende Pläne haben, und dann ist da auch noch Irina…

 

Sehr gekonnt und mit leichter Feder berührt die Autorin viele durchaus ernsthafte Themen, die nicht nur in der Pubertät eine Rolle spielen. Mir gefällt sehr, wie humorvoll und locker Kathrin Schocke erzählt und der realen Welt entlehnte Geschehnisse überzeichnet und in Situationskomik verpackt. Nicht nur die Zwillinge Master und Desaster sind dafür ein großartiges Beispiel. Durch das gesamte Buch zieht sich diese augenzwinkernde Erzählweise, und so bringt das Buch zwar auch Tiefe für den Leser, der sie erspürt, aber vor allem eine rundum vergnügliche, lebendig-frische Lektüre, nicht nur für Jugendliche!

 

 

 

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Walko

Der wilde Räuber Donnerpups – Bd. 4 Der Räuberschatz

 

 

·         Gebundene Ausgabe: 36 Seiten

·         Verlag: Coppenrath

·         ISBN-13: 978-3649629955

·         Vom Hersteller empfohlenes Alter: 36 Monate - 6 Jahre

·         #DerwildeRäuberDonnerpups

  

Gute Taten machen gute Gefühle

 

Was ist da nur los beim Coppenrath Verlag? Gab es ein Pups-Festival? Erst habe ich mich in das Bilderbuch Furzipups verliebt, und schon habe ich weitere wunderbare Pupse vorliegen in Form der Geschichten rund um den wilden Räuber Donnerpups….

 

Walko alias Walter Kössler ist sowohl Zeichner als auch Autor der großartigen Bilderbücher, die die  Geschichten aus dem Leben des Räubers Donnerpups erzählen. Der Coppenrath Verlag steht für besonders gut und liebevoll gestaltete Bücher, und so ist auch dieses Bilderbuch zum Vorlesen bzw. für Leseanfänger zum Selbstlesen ein herrlicher Spaß. Besonders schön und vergnüglich anzuschauen ist in Band 4 das eingeklebte 6-seitige Booklet, ein Fotoalbum mit Bildern aus der Kinder- und Jugendzeit des Räuberhauptmann Donnerpups.

 

Die Geschichte ist schnell erzählt: Die Räuberbande sitzt gemütlich zusammen und spielt Räuber-Rommé, als der Hauptmann Donnerpups aufschreit! Er hat soeben erfahren, dass man die Donnershausener Windmühle abreißen will, und zwar schon am nächsten Tag! Doch ein Räuber-Vorfahre hatte einst unter der Mühle Gold versteckt. Dieser Schatz könnte beim Abriss entdeckt werden. Da ist also schnelles Handeln angesagt, und auf geht es zu einem gewaltig gefährlichen Abenteuer…

 

Die Stärke des Buches liegt meines Erachtens in der Bebilderung. Sie ist ausgesprochen fröhlich und lebendig, so detailverliebt, dass man jede Seite lange und immer wieder anschauen möchte. Jeder der Räuber, selbst der Esel Muliboy, jedes noch so kleine Tierchen im Wald ist so anschaulich gezeichnet, dass man das Gefühl hat, die Zeichnungen sind eigentlich stärker als der Text und übernehmen das Erzählen der Geschichte intensiver als der Text selbst. Bevor ich die Zeichnungen von Walko kannte, wusste ich nicht, dass man sogar Zähne bzw. Gebisse derart ausdrucksstark zeichnen kann… Der Geschichte fehlt weitgehend – absolut wohltuend – ein spürbarer pädagogischer Zeigefinger. Sie ist ein Märchen, deftig und direkt, wie Märchen nun mal sind, und sie erzählt davon, dass eine gute Tat sogar bei Räubern ein schönes Gefühl macht.

 

Rundum ein erfrischend witziges Bilderbuch mit herrlich ausdrucksstarker Bebilderung!

 

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Walko

Der wilde Räuber Donnerpups – Bd. 1 Die Räuberprüfung

 

 

·         Gebundene Ausgabe: 40 Seiten

·         Verlag: Coppenrath

·         ISBN-13: 978-3649617440

·         Vom Hersteller empfohlenes Alter: 36 Monate - 6 Jahre

·         #DerwildeRäuberDonnerpups

 

Erfrischend witzig

 

Was ist da nur los beim Coppenrath Verlag? Gab es ein Pups-Festival? Erst habe ich mich in das Bilderbuch Furzipups verliebt, und schon habe ich weitere wunderbare Pupse vorliegen in Form der Geschichten rund um den wilden Räuber Donnerpups….

 

Walko alias Walter Kössler ist sowohl Zeichner als auch Autor der großartigen Bilderbücher, die die  Geschichten aus dem Leben des Räubers Donnerpups erzählen. Der Coppenrath Verlag steht für besonders gut und liebevoll gestaltete Bücher, und so ist auch dieses Bilderbuch zum Vorlesen bzw. für Leseanfänger zum Selbstlesen ein herrlicher Spaß. Zwar lag mir das normalerweise beigefügte Pupskissen nicht vor, aber ich kann mir sehr gut vorstellen, wieviel Spaß allein schon solch ein Kissen den Kindern (und vielleicht auch manchen Erwachsenen) bringt.

 

Die Geschichte ist schnell erzählt. Der mutige Junge Robin wagt sich in den gefährlichen Donnerwald, und natürlich, wie könnte es anders sein, wird er von der Räuberbande gefangengenommen. Doch Robin ist schlau und fordert die Räuber zu einem Wettstreit heraus. Hauptmann Donnerpups findet es gar nicht lustig, an der Nase herumgeführt zu werden…

 

Die Stärke des Buches liegt meines Erachtens in der Bebilderung. Sie ist ausgesprochen fröhlich und lebendig, so detailverliebt, dass man jede Seite lange und immer wieder anschauen möchte. Jeder der Räuber, selbst der Esel Muliboy, jedes noch so kleine Tierchen im Wald ist so anschaulich gezeichnet, dass man das Gefühl hat, die Zeichnungen sind eigentlich stärker als der Text und übernehmen das Erzählen der Geschichte intensiver als der Text selbst. Bevor ich die Zeichnungen von Walko kannte, wusste ich nicht, dass man sogar Zähne bzw. Gebisse derart ausdrucksstark zeichnen kann… Der Geschichte fehlt – absolut wohltuend – jeglicher pädagogische Zeigefinger. Sie ist ein Märchen, deftig und direkt, wie Märchen nun mal sind, und sie erzählt davon, wie man durch Schlauheit andere, vermeintlich Stärkere, übertölpeln kann.

 

Rundum ein erfrischend witziges Bilderbuch mit herrlich ausdrucksstarker Bebilderung!

 

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Kai Lüftner, Wiebke Rauers

Furzipups der Knatterdrache

 

 

·         Gebundene Ausgabe: 32 Seiten

·         Verlag: Coppenrath

·         ISBN-13: 978-3649626145

·         Vom Hersteller empfohlenes Alter: 36 Monate - 6 Jahre

·         #Furzipups

 

Pupsfröhliche Mutmachgeschichte

 

"Nein, nicht viele Ungeheuer
spucken, wenn es ernst wird, Feuer.
Für Drachen ist es sogar Pflicht,
die meisten tun es – einer nicht!"


Feuerspeien ist Drachenpflicht, das ist bekannt. Und alle können es. Alle, bis auf den kleinen Furzipups. Er strengt sich an und übt und übt mit großem Eifer – und schafft letztlich doch nur kleine Rauchwölkchen. Also probiert er es wieder, diesmal mit allergrößtem Krafteinsatz, denn er möchte doch so gerne sein wie alle Drachen, und was passiert da? Na, was wohl? Ja, er pupst. Und Furzipups übt weiter, bis er etwas ganz Besonderes kann, nämlich im Rhythmus pupsen. Wer kann das schon?

 

Der Verlag Coppenrath ist immer gut für ungewöhnliche und besonders schön gestaltete Bücher. Ein zauberhaftes Mutmach-Buch ist die vorliegende Geschichte von Furzipups. Denn es ist gar nicht schlimm, wenn du nicht bist wie die anderen, wenn du etwas nicht so kannst wie die anderen. Du bist einzigartig, du bist etwas Besonderes und kannst mit Sicherheit irgendetwas besser als die anderen. In eingängigen Reimen bringt der Autor und Songwriter Kai Lüftner die witzige Geschichte von Furzipups und seine Mutmach-Botschaft zu Papier. Wiebke Rauers hat dazu einmalig schöne ausdrucksstarke Bilder gemalt, deren beeindruckende Farbigkeit und Lebendigkeit besticht. Nicht zu vergessen  der im Buch integrierte „Pups-Knopf“. Buch und Pups-Button machen übrigens nicht nur kleinen Kindern Spaß…

 

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Chantal Schreiber

Perfekt für dich

 

 

·         Broschiert: 240 Seiten

·         Verlag: Egmont Schneiderbuch

·         ISBN-13: 978-3505142758

·         Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 12 Jahren

·         #Perfektfürdich

 

Witzig, frisch, fröhlich

 

Das Cover finde ich häßlich, aber das mag daran liegen, dass ich ü60 bin – also nicht zur eigentlichen Zielgruppe des Buches gehöre. Dennoch lese ich ab und zu gerne und neugierig Kinder- und Jugendbücher.

 

Im vorliegenden Buch (ab 12) geht es um Kim, die am liebsten Fußball spielt und deren großer Schwarm das Mathegenie Danny ist. Kim ist schlecht in Mathe und braucht dringend Nachhilfe, am liebsten natürlich von Danny. Doch ihre Mutter setzt ihr ungefragt Mila, die Streberin, als Nachhilfelehrerin vor die Nase, was natürlich gar nicht gut gehen kann…

 

Was mich von der ersten Seite an für das Buch eingenommen hat, ist der Schreibstil. Der Autorin gelingt es perfekt, sich mit viel Humor in das Leben der 13-jährigen Kim hineinzuversetzen und ihren Alltag, ihre schwärmerischen Gedanken, ihren Trotz und alles, was sonst noch zum Erwachsen-Werden gehört, lebendig zu schildern. Frech, ungeheuer witzig und frisch wird erzählt. Und, was ich wichtig finde, die Sprache ist nicht auf „jugendlich“ gemacht,  sondern sie wirkt echt, aus dem Leben gegriffen, dabei aber immer ansprechend.  Die gelegentlich eingestreuten Kurznachrichten mit Emojis peppen das Buch zusätzlich auf.  Bis auf wenige Ausnahmen sind die Protagonisten liebenswert, besonders Oma Bine und Leo haben es mir in ihrer herzerfrischenden Art angetan. Die erzählte Geschichte nimmt die Achterbahn der Gefühle der Altersgruppe der Zwölf- bis Vierzehnjährigen ernst, lässt nicht aus, dass unbedachte Handlungen durchaus unangenehme Konsequenzen haben können und wie wichtig gerade dann ein verständnisvolles Umfeld ist.

 

 Mir hat das Buch rundum gut gefallen – bis auf das Cover…

 

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Katja Reider, Sabine Straub

Hops  & Holly – Die Schule geht los

 

 

·         Gebundene Ausgabe: 112 Seiten

·         Verlag: Esslinger in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH

·         ISBN-13: 978-3480234509

·         Vom Hersteller empfohlenes Alter: 5 - 7 Jahre

·         #HopsHollydieSchulegehtlos

 

Heile  Hasenwelt

 

Mama Hase im Morgenmantel spart nicht mit Ermahnungen und Papa Hase, ganz modern, serviert Buttermöhrchen zum Frühstück. Denn heute ist ein besonderer Tag: Hops und Holly, die Hasenzwillinge, haben ihren ersten Schultag. Natürlich nicht, ohne vorher sämtliche Hasenzähnchen ordentlich geputzt zu haben. Dann kann der aufregende neue Lebensabschnitt beginnen zusammen mit den Freunden Bommel, Pumpernickel, Murmel und Rosinchen, mit Schulleiterin Frau Dr. Kohl-Rabi und dem Klassenlehrer Franz Blütenkranz...

 

Dieses zauberhafte Kinderbuch enthält 10 vergnügliche Geschichten für das Erstlesealter bzw. zum Vorlesen ab 5 Jahre rund um das Thema Schule. Wer kennt nicht aus seiner eigenen Kindheit das Buch „Die Häschenschule“. Thematisch erinnert das vorliegende Buch an diesen Klassiker, jedoch ist der Text moderner, der alltäglichen Erlebniswelt der heutigen Kinder in Sprache und Thematik angepasst. Und genau hier kommt auch mein einziger Kritikpunkt: Das umgangssprachliche, maulige „manno….“ kommt nervig oft im Text vor. Unnötig!

 

 Schule wird nicht nur als ein Ort des Lernens nähergebracht, sondern wir erfahren in den Geschichten auch viel über Freundschaft, über Zusammenhalt, über achtsames Miteinander. Der frische, lebendige, vergnügliche Schreibstil lässt sich wunderbar vorlesen. Aber auch die Leseanfänger kommen aufgrund der etwas größeren Schrift und der relativ kurzen Sätze gut zurecht. Die liebevolle Ausstattung ist besonders hervorzuheben. Da gibt es ein Lesebändchen, an dessen Ende eine ganz altmodische Schreibtafel mit Schwämmchen hängt. Das feste Papier der Seiten hält auch vielem Umblättern gut stand. Und ganz wunderbar finden sich auf nahezu jeder Seite farbige Illustrationen. Apropos Illustrationen: Sabine Straub versteht es meisterhaft, in ganz klassischem Malstil die Geschichten detailreich und liebevoll zu illustrieren. So manch ein Erwachsener mag die Illustrationen altmodisch nennen, aber Kinder lieben diese Bilderwelt, in der es viele Einzelheiten zu entdecken gibt und in der ausdrucksstarke Häschenkonterfeis die jeweiligen Gefühlsregungen unmissverständlich zum Audruck bringen. Ja, es wird eine heile Welt gezeigt, sowohl erzählend als auch bildgestalterisch, aber genau das tut der Kinderseele gut, die vor dem aufregenden Beginn eines neuen Lebensabschnittes steht, der möglicherweise mit Unsicherheit, vielleicht sogar Angst besetzt ist. Denn Hops und Holly zeigen mit ihrer liebenswerten, lebendig-fröhlichen Weise, dass Schule gar nicht schlimm ist…

 

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Kevin Brooks

Deathland Dogs

 

 

·         Seiten: 537

·         ISBN: 3423762365

·         Verlag: dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG

·         Alter: ab 14

 

Sammlung langatmiger postapokalyptischer Grausamkeiten

 

Kälte, Hass, Grausamkeiten, Brutalität und keine Zeichensetzung – so sieht also ein Jugendbuch aus? Ich wüsste gerne, wie Vierzehnjährige urteilen, falls sie die 540 Seiten Finsternis und Langeweile überhaupt durchhalten.

 

Worum es geht: „Jeet ist ein sogenanntes »Dogchild«: Aufgewachsen bei den Deathland Dogs, lebt er seit einigen Jahren wieder unter den Menschen. Doch immer noch sind die Deathland Dogs für ihn seine eigentliche Familie, ihre Instinkte schlummern weiterhin in ihm. Als es zum Kampf zwischen seinen Leuten und dem benachbarten Clan der Dau kommt, soll Jeet sich mittels seiner als »Dogchild« erworbenen Fähigkeiten in die Siedlung der Dau einschleusen. Sein Auftrag: Material für den bevorstehenden Kampf sicherzustellen. Dadurch gerät er unversehens ins Zentrum des Konflikts und ist sich seines Lebens nicht mehr sicher. Doch für eine Flucht ist es bereits zu spät…“

 

Ja, es handelt sich um eine Dystopie, und zwar eine von der brutalsten Sorte. Die Geschichte spielt nach unserer Zeit, lange nach unserer Zeit. Die Welt, wie wir sie kennen, ist zerstört. Es gibt nur noch wenige Menschen, die sich im Überlebenskampf und auf der Suche nach Nahrung auf das Brutalste bekriegen. Und deren einziges Ziel erfolgreicher Kampf ist. Da mit der Zivilisation der Menschen auch jegliche Bildung verloren ging, können nur noch ganz wenige lesen und schreiben. Um dies „abzubilden“, wird im Buch auf jegliche Kommasetzung verzichtet. Naja, da kommt mir natürlich sofort der Gedanke, wer überhaupt noch heutzutage korrekte Zeichensetzung beherrscht… Abgesehen vom Inhalt bringen die etwas langatmige Erzählweise und die sehr detaillierten, jegliche Spannung vernichtenden Darstellungen keinerlei Lesespaß. Nein, diese Sammlung  sinnfreier postapokalyptischer Überlebenskämpfe ohne Zeichensetzung ist kein Jugendbuch. Aber es ist auch kein Erwachsenenbuch. Es ist meiner Meinung ein Buch, das das Lesen nicht wert ist.

 

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Andrea Martin

Die Monsterprüfung

 

 

·         Gebundene Ausgabe: 320 Seiten

·         Verlag: cbj

·         ISBN-13: 978-3570176139

·         Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 10 Jahren

 

Zwei Freunde wie Monsterspucke und Hortensiensaft

  

Ein wunderbares Kinderbuch über Freundschaft, über Mut und über die Kraft der Fantasie.

 

Armer Robin!  Ohne zu klagen lebt er bei Rufus, diesem gefühllosen, hartherzigen und geizigen Mann, der ihn nach dem Tod seiner Eltern aufgenommen hatte. Ohne zu klagen nimmt er es hin, dass ihn einige Klassenkameraden schlimm quälen und ihm ständig böse Streiche spielen, ihm sogar seine Schultasche im Wald verstecken, die Schultasche, in dem sein mühsam erarbeitetes Referat steckt. Als der verzweifelte Robin die Schultasche schon verloren glaubt, setzt er, ohne es zu ahnen, einen Hilferuf in die magische Welt ab. Denn Oaksend, das Örtchen, in dem Robin lebt, ist ein magischer Ort, in dessen Nähe es eine Verbindung zwischen der Menschenwelt und der Welt der Monster gibt. Und tatsächlich, in der Nacht taucht wie aus dem Nichts Melvin auf, ein echtes, blaubepelztes Monster, ein angehendes Schutzmonster, dessen Aufgabe es ist, seinen Schützling, nämlich Robin, vor jeglichem Unheil zu bewahren. Doch Melvin ist nicht das einzige Monster, und nicht alle haben gute Absichten…

 

Dieses Kinderbuch ist eine sehr gelungene Mischung von allem, was Kinder gerne lesen: Abenteuer, Spannung, Alltagsprobleme, Humor. Aus all diesen Zutaten ist ein richtig gutes Kinderbuch entstanden. Es wird flott, lebendig und spaßig erzählt. Die phantasievollen Abenteuer sorgen für Spannung. Und Melvin, dieses blaufusselige Schutzmonster, ist einfach zum Liebhaben. Dass mit einem echten, verlässlichen Freund an der Seite das Leben nicht nur schöner ist, sondern gemeinsam auch alles viel leichter wird, zeigen uns Robin und Melvin auf liebenswerte Weise. Ein paar Illustrationen mehr hätte ich mir gewünscht, das würde für etwas Auflockerung sorgen und würde den Kindern, die nicht so gerne lesen, den Zugang zu der Geschichte sehr erleichtern. Dennoch bleibt das Fazit: Ein rundum gelungenes Kinderbuch, schön ausgestattet,  zum Selberlesen ab 10, zum Vorlesen ab 8.

 

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Matthias Morgenroth

I can see U

 

 

·         Taschenbuch: 304 Seiten

·         Verlag: Coppenrath

·         ISBN-13: 978-3649631903

·         Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 - 15 Jahre

 

Eine Fiktion, die vielleicht bald keine mehr ist

  

Ein Jugendbuch, dessen Fiktion so nah an der Realität ist, dass es gleichermaßen packt,  erschreckt und warnt. Ein Jugendbuch, das auch Erwachsene unbedingt lesen sollten!

 

Da kommt ein neuer Mitschüler in die Klasse, so wie man ihn sich wünscht. Ben sieht gut aus, weiß immens viel, ist immer freundlich, lächelt stets, und Marie erliegt ihm mit Haut und Haaren.  Denn er hat scheinbar die gleichen Wünsche wie Marie, denkt wie Marie, und Marie fühlt sich von Ben ernst genommen. Wir erleben, wie die digitale Welt die Jugendlichen fest im Griff hat. So werden z. B. Menüs gekocht, nur um sie zu fotografieren und ins Netz zu stellen. Der digitale Assistent im Haus spricht manchmal mehr mit als gewollt. Der Vater entwickelt selbstfahrende Autos. Bei Ebay werden Abonnenten gekauft, um mehr Likes zu erhalten. Die Familie hat einen Smartshopping-Dienst abonniert, bei dem ein Algorithmus auswählt, was man geliefert bekommt. Dennoch glauben alle, alles im Griff zu haben, bis plötzlich erschreckende Fake-Bilder im Klassenchat kursieren, bestgehütete Geheimnisse sich wie Lauffeuer verbreiten, ein bisher sehr gewissenhafter Lehrer gerät unter einen schlimmen Verdacht gerät…

 

Das Buch ist lebendig, jugendlich-frisch, humorvoll und sehr, sehr spannend geschrieben. Die Geschichte ist so erschreckend, weil sie näher an der Realität ist, wie wir glauben wollen. Ich möchte das Buch wegen der Wichtigkeit des Grundthemas als Klassenlektüre empfehlen, wobei meiner Meinung nach das vom Verlag empfohlene Lesealter durchaus etwas herabgesetzt werden dürfte. Das offene Ende der Geschichte ist ein genialer Einfall des Autors, denn genau damit unterstreicht er sein warnendes Anliegen, nicht allzu leichtfertig im Umgang mit den digitalen Medien zu sein. Denn die Geister, die wir rufen, sind nicht mehr löschbar…

 

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Barbara van den Speulhof, Stephan Pricken

Der Grolltroll

 

 

·         Gebundene Ausgabe: 32 Seiten

·         Verlag: Coppenrath

·         ISBN-13: 978-3649628934

·         Vom Hersteller empfohlenes Alter: 36 Monate - 6 Jahre

 

Erste Hilfe für Zornbinkerl

 

 

Wer kleinere Kinder hat oder hatte, kennt sie zur Genüge: Diese finsteren Momente, in denen das Kind aus scheinbar nichtigem Anlass in einen Strudel von ohnmächtiger Wut und Verzweiflung gerät, aus dem es kein Entkommen zu geben scheint. Und der betreuende Erwachsene hat gleichermaßen mit wachsender Hilflosigkeit und zunehmendem Ärger zu kämpfen.  Wie gut, dass der Coppenrath-Verlag dieses großartige Erste-Hilfe-Buch für Zornbinkerl (bayerisch) herausgab, das man im Übrigen auch manchem Erwachsenen schenken möchte…

 

Allein schon der Titel dieses großformatigen Bilderbuches ist Programm: Der Grolltroll – eine geniale Wortschöpfung, dessen Aussprache mit drohend-rollendem r allein schon der Inbegriff von Zorn ist (und übrigens bei unerwartetem Gebrauch urplötzlich zu entspannendem Gelächter führen kann.) Jedenfalls ist der Grolltroll ein armer Kerl, denn alle und alles hat sich gegen ihn verschworen, und nie, niemals, ist er an irgendetwas selbst schuld. Und wenn er dann so ganz unschuldig von  Wut überrollt wird und die Rauchwölkchen über seinem Kopf wabern, dann ist er allein, alleiner kann man gar nicht sein…

 

Die wunderschönen, ausdrucksstarken Illustrationen von Stephan Pricken sind so lebendig, so farbenfroh, so aussagekräftig, so detailreich, dass man sie immer und immer wieder anschauen mag. Und wenn Stimmungsgewitter aufziehen wollen, egal ob bei Kleinen oder Großen, dann empfiehlt sich als Sofortmaßnahme, sich schnell zusammen zu setzen und die Welt von Grolltroll anzuschauen. Bei diesen fröhlichen, liebevollen Bildern werden Zorn und schlechte Laune ganz schnell vergessen, bei Groß und Klein. Gerne leiste ich der Weisung des Grolltrolls Folge, die ich zu Anfang des Buches fand: „Sei bloß lieb zu diesem Buch!“ Gar keine Frage!

 

 

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Mein großes Räuber Hotzenplotz Rätselbuch

 

 

·         Gebundene Ausgabe: 128 Seiten

·         Verlag: Thienemann Verlag

·         ISBN-13: 978-3522185042

·         Vom Hersteller empfohlenes Alter: 6 - 8 Jahre

 

 

Viele Stunden fröhliche Unterhaltung

 

Die Räuberfans haben es schon längst mitbekommen: Räuber Hotzenplotz ist seit Monaten wieder aktiv, taucht mal hier mal dort auf. In Buchhandlungen, auf Stadtfesten, in Bibliotheken liebt er es, kleine und große Leute zu erschrecken und genießt sichtlich, im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stehen. In der Mitmachausstellung in Stuttgart ist er noch bis zum 23. Juni 2019 die Hauptattraktion. (www.junges-schloss.de)

 

Und so wundert es nicht, dass der Thienemann Verlag Räuber Hotzenplotz zu Ehren ein wunderbares, großes Rätselbuch auf den Markt gebracht hat – so liebevoll und ideenreich ausgestaltet, dass es seinesgleichen sucht. Da gibt es für jeden kleinen Hotzenplotz-Fan die passenden Rätsel. Das Buch enthält eine Fülle von Aufgaben, spaßig, originell, zum Überlegen, zum genauen Hinschauen, zum Malen, zum Fantasieren, über 100 Räuberrätsel in unterschiedlichen Schwierigkeiten. Das herrlich illustrierte Buch, das übrigens zu einem erstaunlich günstigen Preis angeboten wird, garantiert viele Stunden fröhliche Beschäftigung und macht damit Kinder und Eltern gleichermaßen froh.

 

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 Otfried Preußler

 Der Räuber Hotzenplotz und die Mondrakete

 

 

 ·         Gebundene Ausgabe: 64 Seiten

 ·         Verlag: Thienemann Verlag

 ·         ISBN-13: 978-3522185103

 ·         Vom Hersteller empfohlenes Alter: 6 - 8 Jahre

  

 Liebenswert, aber eher ein Vorlesebuch für Kleinere

 

Das vorliegende Buch wird angekündigt als eine „neue Geschichte vom Hotzenplotz“. Natürlich ein wirksamer Werbegag, dem man nicht durch falsche Erwartungen auf den Leim gehen sollte.

 

Der geniale Kinderbuch-Autor ist 2013 gestorben. Da kann eine „neue Geschichte“ nur auf im Nachlass gefundenen Entwürfen beruhen. Und so ist „Der Räuber Hotzenplotz und die Mondrakete“ auch ein schmales Büchlein, das ursprünglich von Otfried Preußler als Puppenspiel geschrieben worden war und von Susanne Preußler-Bitsch zu einer Vorlese- und Erstlesegeschichte ergänzt wurde.

 

Seppel, Kasperl, Wachtmeister Dimpfelmoser und der Räuber Hotzenplotz passen in der Tat perfekt in ein Puppenspiel. Man sieht sie direkt vor sich auf einer Puppenbühne, klassische Figuren in einer Geschichte, in der Gut und Böse klar getrennt sind und das Böse durch kluge Rafinesse ausgetrickst wird. Einfach gestrickt, liebenswert, vergnüglich.

 

Besonders hervorzuheben sind die durchweg farbigen, wunderschönen, lebendigen Illustrationen von Thorsten Saleina, die das schlichte Büchlein auf beste Weise bereichern. Ich würde aus meiner Sicht die Geschichte als Vorlesebüchlein einsetzen und deshalb das empfohlene Alter auf 4-6 Jahre herabsetzen.

 

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Helen Cooper

Das Museum der sprechenden Tiere

 

 

·         Gebundene Ausgabe: 384 Seiten

·         Verlag: Rowohlt Taschenbuch

·         ISBN-13: 978-3499218286

·         Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 9 Jahren

·         Originaltitel: The Hippo at the End oft he Hall

 

 

Ein Buch wie eine Matroschka-Puppe

 

Was für ein unglaublich schönes Buch – das dachte ich spontan, als ich das so überaus schön gestaltete Exemplar in Händen hielt. Allein schon durch das gelungene Cover, das sowohl in Graphik als auch Haptik auffällt und mit dem Blick durchs Schlüsselloch in die Geschichte hineinziehen will, war ich positiv-neugierig geworden. Als ich anfing, durch die Seiten zu blättern, war ich nach wenigen Minuten dem Buch restlos erlegen. Diese unglaublichen Zeichnungen, realistisch und doch fantastisch, präzise auf feinste Weise und liebevoll-detailliert ausgearbeitet, nahmen mich völlig gefangen, umso mehr als ich erfuhr, dass die Illustrationen allesamt von der Autorin selbst stammen.

 

Ben ist ein ganz normaler Junge, mal mutig, mal übermütig, nicht immer folgsam. Eines Tages findet er vor der Tür eine seltsame Einladungskarte: „Komm jetzt, oder komm nie!“ Von Neugier getrieben folgt er der Einladung in ein uraltes Museum, das abgerissen werden soll. Und schon ist er mitten in einem Abenteuer, das nicht nur ihn verändern wird…

 

Das Buch zu lesen, ist wie eine Matroschka-Puppe zu öffnen und immer weitere Puppen in deren Inneren zu finden. So öffnet sich im Buch Geschichte um Geschichte, teils real, teils fiktiv, immer aber auch magisch, teilweise gefährlich, teilweise verwirrend, teilweise erheiternd, immer aber spannend. Eine schier unerschöpfliche Fantasiewelt öffnet sich, in den unglaublichsten Farben und Schattierungen in Worte gefasst, wobei der häufige Wechsel zwischen Realität und Fantasy den Leser geradezu schwindlig macht. Und so ist die Stärke des Buches, nämlich die unerschöpfliche Fülle an Fantasie, gleichzeitig auch seine Schwäche.  Denn es ist so reich an Magie, dass es ausreichend wäre für mehrere Bücher. Es ist so angefüllt mit Zauber, dass es irgendwann, zumindest in der ersten Hälfte des Buches, verwirrt, ermüdet, bis man gegen Ende des Buches dankbar wieder auf dem realen Boden der Geschichte landet, wobei hier wiederum die großartigen Illustrationen helfen. Auf jeden Fall ist es ein ideales Vorlesebuch, denn in einzelnen Häppchen gelesen entfaltet die Geschichte noch mehr ihres eigentlichen Wertes. Nämlich zu vermitteln, dass jeder Mensch den wahren Schatz und Reichtum in sich trägt. Wenn man an sich glaubt, an seine innere Stärke glaubt, gelingen wahre Wunder. Ein Buch zum Träumen schön, für Kinder ebenso wie für Erwachsene….

 

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Ingrid O. Volden

Unendlich mal unendlich mal mehr

 

 

·         Gebundene Ausgabe: 176 Seiten

·         Verlag: Thienemann Verlag

·         ISBN-13: 978-3522184618

·         Vom Hersteller empfohlenes Alter: 10 - 12 Jahre

 

 

Magisch, verzaubernd und klug

 

Was für ein unglaublich intensiver, ungewöhnlicher Debütroman. Er hat mich regelrecht verzaubert, in seinen Bann geschlagen und begeistert!

Die zwölfjährige Petra hat sich ihr Leben gut zurecht gelegt. Solange Zahlen, ihre große Liebe, aufgehen, d. h. sich teilen lassen, ohne dass sie zerstört werden, ist der Tag in Ordnung. Nicht in Ordnung ist alles, was nicht aufgeht oder nicht zu kontrollieren ist, wie z. B. Primzahlen oder Wasser, dieses unberechenbare Element. Petra ist ein ungewöhnliches Mädchen. Sie unterliegt vielen Zwängen, um ihr Leben im Griff zu halten. So müssen Schuhe immer genau parallel nebeneinander stehen, ohne sich zu berühren. Oder es muss für alles eine gerade Zahl an Wiederholungen geben. Die Mutter Malin ist alleinerziehend und muss sehr viel arbeiten, dadurch hat sie wenig Zugang zur Innenwelt von Petra. Petra wiederum besitzt eine feine Beobachtungsgabe für andere Menschen, bewertet sie dabei aber nicht, nimmt sie einfach wie sie sind. Wenn zum Beispiel Chris, ihrem treuen Freund, als Stotterer die Wörter im Hals stecken bleiben, dann wirft er stattdessen mit Radiergummis oder randaliert. Petra versteht ihn und mag seine Augen, die besser sprechen als sein Mund. Oder an Freundin Melika, aus Afghanistan geflüchtet, von der Klasse abgelehnt, liebt sie ihr Lachen. Der Schulpsychologe bemüht sich, Petra’s Zwänge, ihr magisches Denken, aufzulösen. Aber erst Thomas, der sich so selbstverständlich im Wasser bewegt, schafft den Zugang zur inneren Angstwelt von Petra und damit die Chance zur Wandlung.

 

So vieles kann man in diesem Buch finden: Toleranz, Sensibilität, Freundschaft, Angst, Verletzung, Verhaltensauffälligkeiten, Zwänge, Liebe, Verantwortung. Wichtige Themen, die ganz locker in die Geschichte eingebunden sind, ohne Drama, und doch sehr, sehr wirkungsvoll. Und diese nachhaltige Wirkung beruht auf dem außerordentlich feinfühligen Schreibstil der Autorin, auf die reduzierte und dadurch unglaublich intensive Erzählweise. Das Buch verzaubert, es ist magisch, es enthält nichts als magische Formeln des Lebens. Die Wörter, die knappen Sätze – alles ist magisch kraftvoll, bezaubernd, verzaubernd und dabei klug wie eine unauslotbare Primzahl.

 

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Sylvia Bishop

Das Mädchen das im Buchladen gefunden wurde

 

 

·         Gebundene Ausgabe: 192 Seiten

·         Verlag: FISCHER KJB

·         ISBN-13: 978-3737341318

·         Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 8 Jahren

 

Unerschöpfliche Schatzwelt der Bücher

 

 

 

Eine Frage an alle Buchliebhaber: Kann man ein Buch allein schon wegen des Titelbildes lieben? Ja, man kann, und wie. Und wenn dann der Inhalt so perfekt zum Cover passt, dann steht der persönlichen Auszeichnung „besonders geliebtes Kinderbuch“ nichts mehr im Wege.

 

Property, ein sehr ungewöhnliches kleines Mädchen, wird eines Tages von ihren Eltern in der kleinen Buchhandlung von Netty und ihrem Sohn Michael vergessen. Michael stellt das Mädchen erst einmal ins Regal der Fundsachen, und als sie einfach nicht mehr abgeholt wird,  nimmt Netty sie ganz selbstverständlich auf. Und so wächst Property mitten unter Büchern auf, lebt zwischen ihnen, mit ihnen – und das, obwohl sie nicht lesen kann! Eines Tages gewinnt die Familie bei einer Verlosung den größten und tollsten Buchladen der Welt, was für eine Aufregung! Doch dieser Buchladen birgt ein Geheimnis, und nur jemand mit viel, viel Bücherkenntnis kann das Geheimnis entschlüsseln.

 

Dieses anrührende Buch ist eine einerseits märchenhafte, zauberhafte Geschichte mit liebenswerten und eindrücklich ausgearbeiteten Personen, individuell, eigen-artig, und andererseits eine fantasievolle Erzählung, fesselnd, turbulent, abenteuerlich, mit lustigen Stellen aufgelockert, immer aber spannend zu lesen. Alles wird auf eine so schöne, direkte Art erzählt, als würde die Autorin mitten unter uns sitzen und uns gestenreich und lebendig von Property und all den Geschehnissen berichten. Feinfühlig, stilistisch schön geschrieben ist dieses Buch, es ist aber auch aufgrund der zauberhaften Illustrationen von Mila Marquis ein besonderer Buchschatz, den zu hüten es gilt. Denn ich wüsste mir keine bessere Möglichkeit, Kindern den Weg direkt in die unerschöpfliche Schatzwelt der Wörter, der Bücher, der Fantasie zu öffnen. Absolute Leseempfehlung!

 

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Julie Leuze

Das Glück an meinen Fingerspitzen

 

 

·         Gebundene Ausgabe: 320 Seiten

·         Verlag: Ravensburger Buchverlag

·         ISBN-13: 978-3473401666

·         Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren

 

 

 

Weg von der Opfer-Haltung

 

  

Auch als älteres Semester lese ich gerne ab und zu einen Jugendroman, werde oftmals allerdings abgeschreckt von einem hässlichen, der Jugend sich anbiedernden, gruselig schlechten Deutsch. Wie anders hier im vorliegenden Buch: Julie Leuze erzählt eindringlich, bildhaft, in ihren Naturbeschreibungen oftmals fast poetisch schön. Eine Wohltat für jeden Liebhaber gepflegter Sprache. So schön wie der Schreibstil der Autorin, so schön ist auch das Äußere des Buches. Die Covergestaltung und die Haptik des Buchäußeren sind sehr, sehr ansprechend.

 

Worum geht es? Auf einer Insel im Pazifik, ohne jeglichen Kontakt zur Außenwelt, treffen zwei Menschen aufeinander, die aufgrund von traumatischen Vorerfahrungen das Vertrauen zu sich selbst und zu ihrer Umwelt verloren haben. Jana aus Deutschland besucht ihren Onkel in der kanadischen Wildnis. Der allerdings verschwindet plötzlich spurlos und Jana bleibt sich selbst überlassen, bis plötzlich ein verletzter junger Mann, Luke, vor der Blockhütte auftaucht. Um zu überleben, müssen sie sich überwinden und sich gemeinsam auf einen langen, beschwerlichen und gefahrvollen Weg durch völlig unberührte Natur machen, Jana voller Angst und Misstrauen, Luke verschlossen, abweisend, auch körperlich schwerer verletzt als gedacht. Doch der Überlebenswille ist stärker und beide wachsen über sich hinaus.

  

Es wird aus wechselnden Perspektiven erzählt, wodurch man sowohl Jana als auch Luke sehr intensiv kennenlernt. Geschickt lässt die Autorin durch Rückblenden die Vorgeschichten der beiden jungen Menschen erst so nach und nach klarer werden, was einen zusätzlichen Spannungseffekt bietet. Sehr, sehr gut gefallen haben mir die Beschreibungen der unberührten Natur Kanadas, die nicht nur sonnige oder gar romantische Idylle bietet, sondern auch reale Gefahren für Leib und Leben. Die beiden Protagonisten sind sympathisch und psychologisch stimmig ausgearbeitet. Durch die ernsten Hintergrundthemen wird das Buch an keiner Stelle kitschig, besonders da auch immer wieder ein wenig Humor hervorblitzt, auch wenn es sehr viel um Gefühle geht.

  

Einzig enttäuschend war das Ende des Buches, das sehr überhastet und gewaltsam verkürzt daherkam. Das passte so ganz und gar nicht zur vorherigen feinen Erzählweise. Dennoch bleibt in der Summe mein Fazit, dass es sich um ein sehr lesenswertes Jugendbuch handelt, spannend erzählt, leicht und gut zu lesen, dennoch mit Tiefgang und Ernsthaftigkeit und mit einem absolut wichtigen Lebensmotto: weg vom passiven Opfer-Sein hin zum selbstgestalteten aktiven Leben.



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Werner Holzwarth

Der kleine Käfer Skarabäus

 

·         Gebundene Ausgabe: 32 Seiten

·         Verlag: Thienemann Verlag

·         ISBN-13: 978-3522458900

·         Vom Hersteller empfohlenes Alter: 4 - 6 Jahre

 

 

 

Kreative Käferwelt

 

 

 

Vorneweg: Das Bilderbuch riecht äußerst intensiv, es riecht wie frisch gestrichen – nach grüner Farbe. Und das gesamte Buch ist in der Tat grünlastig. Ocker, Braun, etliche Schattierungen Grün und ein wenig Rosa – mehr Farben gibt es nicht. Ist nicht auch die Welt eines Mistkäfers ein klein wenig bunter? Gefällt dies den Kindern? Nun, der Illustratorin Sabine Kranz ist es in jedem Fall auf perfekte Weise gelungen, eine große Bandbreite an Gefühlen in der Welt der Käfer zu entdecken und „in Szene“ zu setzen. Damit macht sie die grüne Käferwelt vielfarbig in einem tieferen Sinn. 

 

In der Welt der Pillendreher geht es recht gleichförmig zu. Wie Fabrikarbeiter am Fließband drehen die Käfer Kugeln und Kugeln und Kugeln. Die Gleichförmigkeit dieser Arbeit springt den Betrachter direkt an, aber auch die Kunstfertigkeit, die durch permanente Übung entsteht, wird im Bild lebendig, und eine gewisse Zufriedenheit, wenn das Werk geschafft und gelungen ist. Skarabäus jedoch bricht eines Tages aus der Monotonie aus und will Würfel drehen, trotz aller durchaus vernünftigen Einwände der anderen Käfer. Und tatsächlich schafft er es, es entstehen verschiedene Würfel, sogar Herzchen gelingen ihm. Auf einmal haben seine Käferkollegen viele Ideen, Würstchen kann Skarabäus drehen oder Igel und alle haben einen Riesenspaß daran, die verrücktesten Ideen in die Tat umzusetzen. Sabine Kranz zeigt die Wandlung in den Gesichtern der Pillendreher, von gelangweilter Gleichförmigkeit hin zu begeisternder mitreißender Kreativität. Bis einer der Käfer die Idee hat, dass man einen Fußball drehen und damit spielen könnte – und plötzlich hat auch Skarabäus wieder Spaß am (Fußball-)Kugeldrehen…. 

 

Eine schöne Botschaft hat uns der Autor in seiner grünen Welt hinterlassen: Hab Mut, etwas anders zu machen als die anderen. Lass deiner Kreativität freien Lauf. Und hab Freude an allem, was du tust!

 

Und vielleicht sollten wir mal mit unseren Kindern die Käferwelt näher betrachten? Über den Pillendreher gibt es viel Wissenswertes zu erfahren. Warum rollt er Kugeln? Und warum war er im alten Ägypten heilig? Oder wir könnten gemeinsam mit den Kindern ausprobieren, eine rundum runde Kugel zu formen, um dabei zu erfahren, wie schwierig das ist.

 

Wir können aber auch einfach nur Freude an dem schönen Bilderbuch haben, es vorlesen, uns an den Illustrationen erfreuen, eben Freude haben, einfach so.

 

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Barbara Iland-Olschewski

Tiergeister AG Achtung gruselig

 

·         Gebundene Ausgabe: 160 Seiten

·         Verlag: Ars Edition

·         ISBN-13: 978-3845820422

·         Vom Hersteller empfohlenes Alter: 8 - 10 Jahre

 

 

 

Tod von Haustieren als Spukgeschichte geeignet?

 

 

Rauhaardackel Arik tapert orientierungslos nachts durch den Wald, sein kleines Herzchen voller Sehnsucht nach seinen Menschen Jette und Tim. Wie war er nur in diesen Wald gekommen? Wie sollte er nach Hause finden? Und dann plumpst er auch noch in ein Erdloch. Mit seinen kurzen Beinchen hat er keine Chance, sich von dort zu befreien. Aber da naht Rettung: fünf ziemlich seltsame und irgendwie kaputte Tiere holen Arik aus der Erdhöhle und nehmen ihn mit zu ihrer Geisterschule Spuk Ekelburg, die am Tag die ganz normale Menschenschule Sankt Ethelburg ist. Nach und nach wird Arik klar, dass seine neuen Freunde alle tot sind und nachts in ihrer Schule das Geistern und Spuken lernen. Und ja, Arik ist auch tot. Er erinnert sich jetzt, dass er ohne Leine über die gefährliche Straße gelaufen war und ein Auto rasend schnell angekommen war… Seine neuen Tierfreunde und er schließen sich zu einer Tiergeister AG zusammen, um sich gemeinsam gegen ihre recht fiesen Spuklehrer zu stellen.

  

Das Buch lässt mich etwas ratlos zurück. Vielleicht beginne ich mit den Illustrationen, die meiner Meinung nach sehr gut gelungen sind. Sie sind kindgerecht, humorvoll im Ausdruck, und die Beschädigungen der Tiere (Loch im Körper, heraushängendes Auge usw.) sind relativ unauffällig eingezeichnet, nicht abstoßend oder erschreckend. Auch gut gefallen mir die Grundthemen wie Freundschaft oder Zusammenhalt, weil jeder das, was er kann, zur Gemeinschaft beiträgt.  Gut auch, dass das Buch mit sehr viel Sprachwitz geschrieben ist, ideenreich, lebendig. Ratlos macht mich das Buch allerdings, was das Alter der Zielgruppe betrifft. Meines Erachtens enthält das Buch viel zu viele Namen, zu viele Personen, zu viele schwierige Begriffe, zu viele Handlungsstränge, als dass 8- bis 10-jährige Kinder wirklich gut damit zurechtkämen. Am Schlimmsten jedoch empfinde ich persönlich den traurigen Grundgedanken der Geschichte, dass nämlich alle Tiere tot sind, tot bleiben und kein einziger Satz für die traurigen Tierbesitzer, bei Arik z. B. Jette und Tim, übrig ist. Für mich bleibt sehr fragwürdig, ob man für Kinder dieses Alters den Tod von Haustieren auf diese Weise thematisieren oder besser gesagt benutzen kann für eine an sich gut erdachte Spukgeschichte.

 

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Dagmar Henze

Kuno ist knallwach

 

 

·         Pappbilderbuch: 22 Seiten

·         Verlag: Coppenrath

·         ISBN-13: 978-3649627777

·         Vom Hersteller empfohlenes Alter: 24 Monate - 4 Jahre

 

Mit Soundeffekt

 

Zauberhaft, einfach nur zauberhaft

 

 

Schlafenszeit. Stille Zeit. Mäuschen, Maulwurf, Pilz und Eule – alle schlafen. Nur Kuno Bär nicht. Wach ist er, knallwach ist er. Das Wort allein schon macht noch wacher als wach. Und weil er nicht schlafen kann, legt Kuno seinen Schal um und tappst ins Freie auf der Suche nach Spielkameraden. Aber alle, alle wollen nur schlafen, Familie Borstelmann genauso wie Dösbert Dachs. So langsam wird es Kuno kalt und das Denken fällt immer schwerer. Und genau jetzt weiß er, wo er hin möchte…

 

Eine wunderschöne Gute-Nacht-Geschichte hat uns Dagmar Henze hier geschenkt. Auf den liebevoll gestalteten Seiten ist viel, sehr viel zu entdecken. Das Licht der Glühwürmchen lässt die Nacht gar nicht so finster sein. Den Schweinchen-Kindern im Bettchen sieht man das wohlige Schlafgefühl an. Ein vorwitziges Amsel-Kind riskiert neugierig ein Auge.  Und all die kleinen Tiere, die vom stolpernden Kuno aufgeschreckt sind… Das genaue Hinschauen und die Begegnung mit den schlafenden Tieren macht nach und nach müde, sehr müde. Und als sich schließlich die letzte Seite des Buches aufschlägt und Kunos seliges Schnarchen ertönt, fallen auch uns die Augen zu.

 

Ein ganz und gar stimmiges, gefühlvolles Bilderbuch mit Bildern, die das Herz auf- und die Augen zugehen lassen.

 

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Anna Herzog

Agalstra

 

 

·         Gebundene Ausgabe: 288 Seiten

·         Verlag: Coppenrath

·         ISBN-13: 978-3649624516

·         Vom Hersteller empfohlenes Alter: 10 - 12 Jahre

 

 

Die Kraft der Fantasie

 

 

 

Noch selten habe ich ein so außerordentlich schön gestaltetes Jugendbuch gesehen! Das Cover mit seinem ausgestanzten Fenster und Ausblick auf eine nächtliche, mondbeschienene Festung, dazu die schimmernde, silberne Schrift – wunderbar! Im Inneren ist die Kombination von schwarzen Seiten mit weißer Schrift und umgekehrt  und Kapitelanfänge, die sich wie ein schwarzer Samtvorhang öffnen, ein zusätzlich schönes und zum Text perfekt passendes Gestaltungselement. Besonders ausgewählte Zitate großer Menschen als Wegweiser in die einzelnen Buchteile hinein runden die gelungene Gesamtgestaltung des Buches ab und sind ein weiteres Markenzeichen für den Coppenrath Verlag, dem liebevolle Buchgestaltungen spürbar am Herzen liegen.

  

Die erzählte Geschichte hat viel Geheimnisvolles. Merle und Felix nehmen zusammen mit anderen Kindern an einem Theater-Workshop teil, und zwar in den Mauern einer alten Burg, in der Unheimliches in der Luft liegt. Schon allein der alte Burggraf wirkt angsteinflößend. Das Gemälde einer jungen Frau, deren Augen den Betrachter zu verfolgen scheinen, beeindruckt Merle zutiefst. Und was geschieht da Seltsames mit den Kindern, wenn sie in die gefundenen Kostüme schlüpfen und sich das Theaterstück sozusagen von selbst und von den Kindern nicht steuerbar spielt?

 

Anna Herzog erzählt detailreich, ohne zu langweilen, Geheimnisse andeutend, ohne sie zu offenbaren. Ihr Schreibstil ist sehr lebendig, mit feinem Humor gewürzt und mit großer Einfühlung für das, was Kinder bewegt und fasziniert. Die Geschichte ist vergnüglich und schaurig in einem, immer aber spannend erzählt. Zwar verliert sich die Handlung zwischendrin ein wenig in sich selbst, verirrt sich quasi in den Erzählebenen, wobei ich allerdings gerne wüsste, ob Kinder dies beim Lesen auch so empfinden. Vermutlich liegt es eher an der Verkopftheit von Erwachsenen, die sich nicht so leicht unkritisch in fantasievolle Umwege fallen lassen können. Im Gesamten betrachtet bleibt für mich als Fazit, dass die Autorin es auf großartige Weise schafft, zwischen Realität und fantastischem Geschehen zu spielen. In überraschenden Übergängen wechselt sie die Welten und man liest und ist sowohl im Hier und Jetzt beim Kartoffelsuppe-Essen als auch zwei Buchseiten weiter in einer Anderswelt, in der Orte und Zeiten durchlässig werden. Besser kann man gar nicht die Botschaft verpacken, dass „Theater ein Stück Traum zum Mitnehmen“ ist und welch immense Kraft die Fantasie besitzt.

 

Für mich sowohl gestalterisch als auch inhaltlich ein Ausnahme-Buch!

 

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Matthias Morgenroth

Kidnapping Oma

 

 

·         Gebundene Ausgabe: 176 Seiten

·         Verlag: Coppenrath

·         ISBN-13: 978-3649628569

·         Vom Hersteller empfohlenes Alter: 8 - 10 Jahre

 

 

 

Explodierendes Oma-Glück

 

  

Was für eine wunderbare Beschreibung: Oma-Glück, das in der Achterbahn geradezu explodiert… Ein Autor, der so ein intensives Gefühl beschreiben kann, dem konnte nur ein richtig, richtig gutes Kinderbuch gelingen!

  

Leni und Jonas sind viel allein, denn die Mutter muss immerzu arbeiten, manchmal auch am Wochenende. Die beiden Kinder sind sehr selbstständig, Mama kann sich auf sie immer verlassen. Der Vater ist weit weggezogen. Großeltern gibt es nicht, wie die Mutter ihnen erzählt hatte. Traurig und etwas ratlos wird Leni, als sie in der Schule einen Aufsatz schreiben soll über einen Tag mit Oma oder Opa. Wie sollte sie das schaffen, ohne je einen solchen Tag erlebt zu haben? Eine seltsame Begegnung am Spielplatz wirft plötzlich viele Fragen auf. Wer ist diese alte Frau, die mit ihrem Shetlandpony auf der Wiese sitzt? Warum hat sie einen so seltsamen Akzent? Warum versteckt sie sich im Gebüsch, mit einem Fernglas vor den Augen? Nach und nach kommt Leni und Jonas ein Verdacht. Könnte es sein, dass diese alte Frau mit Pony, die ihnen so viele Fragen stellt, tatsächlich ihre Oma ist? Wenn das so ist, darf Oma keinesfalls wieder entwischen, notfalls muss man sie entführen! Und so beginnt ein großartiges Abenteuer, denn Oma lässt sich tatsächlich von Leni und Jonas kidnappen, und die drei erleben mit Campingbus, Pony und gemeinsamer Zeit das beste Wochenende ihres Lebens, denn Oma fährt mit in der Achterbahn, spielt endlos Mensch-ärgere-dich-nicht und beim Schwimmen im Badesee. Als sie allerdings bemerken, dass sie von der Polizei gesucht werden, wird aus dem Spiel schnell Ernst…

  

Für 8- bis 10-jährige Leseratten bietet das Buch allerbestes Lesefutter. Es ist ausgesprochen spannend und mit ganz großem Humor erzählt. Kurzweilig und mit viel, viel Herz wird das Leben von zwei Kindern erzählt, wie es inzwischen so viele Kinder aus ihrem eigenen Umfeld  kennen: Vater oder Mutter alleinerziehend mit Beruf, sodass die Ansprüche der Kinder auf der Strecke bleiben müssen. Es wird auch thematisiert, wie alte Streitigkeiten unausgesprochen auf der Familie, besonders auf den Kindern lasten. Und wie feinfühlig Kinder spüren, wenn sie belogen werden. Die vielen überraschenden Ereignisse und Wendungen im Buch machen das Lesen oder Vorlesen zu einem wahren Vergnügen, insbesondere das wohltuend warmherzige Ende lässt alle vorherigen Spannungen und Entbehrungen vergessen. Miteinander reden hilft. Versprechen muss man halten. Es braucht nicht viel, um zufrieden zu sein. Alles Botschaften, die in der fröhlichen Handlung so ganz nebenbei verpackt sind. Und die wichtigste aller Botschaften natürlich: Habt Zeit für einander. Es gibt nichts Wichtigeres, als gemeinsame Zeit mit der Familie zu verbringen. Und allein schon wegen dieser Botschaft sollten auch Erwachsene dieses zauberhafte Kinderbuch lesen! Die karikaturhaften Illustrationen von Marloes de Vries passen meiner Meinung nach sehr gut zum humorvollen, vergnüglichen Schreibstil des Buches.

 

 

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Katrin Lankers

Zurück auf gestern

  

·         Gebundene Ausgabe: 368 Seiten

·         Verlag: Coppenrath

·         ISBN-13: 978-3649623779

·         Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 - 15 Jahre

 

 Wunderbarer Jugendroman für Leser von 12 - 99

Claire und Lulu sind befreundet, und zwar so richtig dick, unzertrennlich, wie „Elmex und Aronal“. Und sie haben das Talent für unmögliche Situationen, für Fettnäpfchen aller Art, für blamable Ereignisse, kurz gesagt, für Katastrophen. Und das vor den Augen der beiden Jungen, in die sie heimlich verliebt sind. Schlimmer geht es nicht. Da entdecken die beiden, dass das Amulett, das Omili Claire zu ihrem 15. Geburtstag hinterlassen hat, eine besondere Fähigkeit besitzt: nämlich für ein paar Stunden die Zeit zurückzudrehen, um dadurch das Missgeschick wieder ausbügeln zu können. Erst sehr spät erkennen die beiden Freundinnen, welche Gefahren ihnen durch diesen Zeitumkehrer drohen…

 

Der Autorin ist mit diesem Buch, wie ich glaube, der perfekte Roman für Jugendliche ab 12 gelungen. Positiv hervorstechend ist für mich die lockere, humorvolle Schreibweise, die mit fröhlich-frechem Wortwitz und sehr alltagsnah vom Leben und Fühlen zweier 15-Jähriger erzählt (Claire berichtet in Ich-Form), ohne sich anzubiedern. Die Autorin nimmt Claire und Lulu ernst, kann ihre Wirrungen und Verwirrungen nachvollziehen. So wie sie auch alle anderen Personen im Buch wohlwollend ernst nimmt, auch wenn sie eher deren  komische Seiten hervorhebt. Claire ist sehr zurückhaltend, beobachtend, vorsichtig, Lulu dagegen temperamentvoll, fröhlich, spontan und für jeden Streich zu haben, damit sind sie ideale Identifikationsfiguren. Auf fesselnde Weise, mit herrlichem Humor, wie nebenbei und doch ganz ernsthaft wird über wichtige Themen wie Freundschaft, Ehrlichkeit, Verantwortung, Vertrauen geschrieben, und dass man Liebe nicht für Leistung, sondern als Geschenk bekommen sollte, aber auch wie es gelingen kann, aus allem das Beste zu machen – ganz ohne Zeitumkehrer.  Rundum ein gelungener Jugendroman für Leser von 12 – 99.

 

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Claus Steinrötter, Antje Vogel

Auf der Suche nach der verlorenen Socke

 

 

·         Gebundene Ausgabe: 24 Seiten

·         Verlag: Coppenrath

·         ISBN-13: 978-3649618584

·         Vom Hersteller empfohlenes Alter: 36 Monate - 6 Jahre

 

 

Ringelfröhlich und herzallerliebst

 

Was für ein unglaublich zauberhaft-liebevolles Buch! Ich finde kaum die richtigen Worte, um meiner Begeisterung Ausdruck zu verleihen.

Vorweg: Ich liebe Wolle, ich liebe Stricken und ich liebe handgestrickte Socken. Und so hüpft das Buch, das mit einer leibhaftigen Socke am Band bestückt ist, schon gleich mitten in mein wollstricksüchtiges Herz hinein. Und ich liebe bunte Bücher mit bunten Bildern und bunten Geschichten. Und so ist das Buch sofort auch in mein buchverrücktes Herz geschlüpft.

 

In wortgeschickten Reimen schickt uns die Socke, die immer wieder verschwindet oder stibitzt wird, zu verschiedenen fantasievollen Örtlichkeiten wie auf den Vogelkäferwurmwimmelbaum oder ins Unterwasserteichgetümmel, bis nach den vielen Socken-Abenteuern eine Sockenzwangknallparty alle fröhlich zusammen feiern lässt. Die Reime sind im Inhalt so herzlich-sanft, humorvoll und im Rhythmus so musikalisch-einprägend, dass man sie gerne laut lesen mag  und Kinder wie Erwachsene sie sofort lieben und immer wieder hören wollen. Wer kennt nicht aus seinem eigenen Leben das Rätsel der verschwundenen Socke. Dieses Buch für Kleine und Große offenbart das geheime Leben der Socken!

Der Text ist sozusagen das eine gelungene Standbein bzw. die eine perfekt gestrickte Standsocke des Buches. Das zweite sind die unfassbar schönen, phantasiereichen, bis ins kleinste Detail gezeichneten wunderbaren Illustrationen von Antje Vogel. Frösche segeln auf Störchen, Marienkäfer hängen frisch gewaschen auf der Leine, das Kamel ist gut bekleidet, und alle, alle, alle tragen Socken, uni oder ringelbunt, getupft oder ringelfröhlich. So oft man das Buch auch in die Hand nimmt: Immer wieder entdeckt man Neues, ein weiteres witziges Detail. Und wen wundert es da, dass die Lehrtafel in der Häschensockenstrickschule die, wie die Strickerin weiß, genau die korrekten Maschen und Maße angibt.

Fazit: Für mich das warmherzigste und phantasievollste Geschenkbuch für jedes Alter, das ich seit langem in Händen hielt.

 

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Gianumberto Accinelli

Der Dominoeffekt oder die unsichtbaren Fäden der Natur

 

 

·         Verlag: FISCHER Sauerländer

·         ISBN-13: 978-3737354714

·         Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 9 Jahren

 

Zum Staunen gut

 

Alles ist mit allem verbunden, und wenn in diese Verbundenheit von Menschenhand eingegriffen wird, kann das unabsehbare Folgen für das Ökosystem haben.

 

Accinelli erzählt auf locker-unterhaltsame Weise in 18 erstaunlichen, unglaublichen, aber wahren Geschichten von solchen Eingriffen in die Natur und deren Folgen. Da gibt es Ereignisse, die gut ausgingen, wenn z. B. Schmetterlinge Rettung bringen vor einer Kaktusplage. Oder Geschichten ohne Ende, wie z. B. der Kampf Mensch gegen Kaninchen. Andere Geschichten wiederum sind so seltsam, dass man sie kaum glauben mag, wie z. B. die Geschichte über das Froschhotel in Panama. Jede Geschichte für sich ist so interessant, so spannend, so ungewöhnlich, dass sie Lust macht, weiter zu recherchieren, noch mehr zu erfahren und so tiefer einzudringen in das große Strickmuster der Natur. So ganz nebenbei, im Plauderton berichtet, erfahren wir so viel Wissenswertes, Wunderbares, Erstaunliches aus der Welt der Pflanzen und Tiere, dass dieses Buch nicht nur Kindern vorbehalten bleiben sollte, sondern dass auch Erwachsene es mit ganz großem Gewinn lesen sollten. Denn es kann uns etwas zurückgeben, was wir oftmals verloren haben: die große Ehrfurcht vor der Weisheit der Natur.

 

Die wunderbaren Zeichnungen von Serena Viola, die von fotogenau bis abstrakt mäandern, verbinden die Geschichten mit dem Faden, der wie in der Natur alles mit allem verbindet. Ein großartiges Buch!

 

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Gina Mayer

Hotel der verzauberten Träume

 

·         Gebundene Ausgabe: 144 Seiten

·         Verlag: Ars Edition

·         ISBN-13: 978-3845825762

·         Vom Hersteller empfohlenes Alter: 9 - 11 Jahre

 

 

  

Zaubermittel gegen Lesemuffel

 

  

Ups - ein kleiner Tippfehler bei der Navi-Eingabe – und schon landet die Familie in einem uralten, winzigen Hotel an der Ostsee, 400 km entfernt vom eigentlich gebuchten Luxushotel an der Nordsee. Statt 3D-Kino und Feuerspucken, statt Tauchkurs, Riesenwasserrutsche und anderen angebotenen Freizeitunternehmungen nur die Bekanntschaft mit Dackel Dornröschen und Gans Agathe, und kein WLAN! Was für eine Enttäuschung für Joelle und ihren Bruder. Doch sehr schnell wandelt sich die Enttäuschung in ein spannendes Abenteuer. Denn die Hotelbesitzerin Fräulein Apfel ist irgendwie seltsam, als hüte sie ein Geheimnis. Das uralte Telefon an der Rezeption klingelt, obwohl es gar nicht angeschlossen ist. Und der ausgestopfte Seeadler, der normalerweise im  Hoteleingang sitzt, fliegt um Mitternacht über den Strand. Die Kinder entdecken schließlich noch auf dem Dachboden einen Raum, in dem Hunderte von Traumfängern hängen…

 

Ein richtig schönes Kinderbuch ist der Autorin Gina Mayer hier gelungen. Eine zauberhafte Geschichte wird lebendig und humorvoll erzählt, mit sehr liebenswerten Protagonisten. Die märchenhaften Elemente vermischen sich im ausgewogenen Maß mit einer richtig spannenden, geheimnisvollen Abenteuergeschichte. Das Buch findet genau die richtige kindgerechte Mischung zwischen Realität und Fantasie und bringt durch die spannende Handlung auch ausgesprochene Lesemuffel ans Lesen.  Unbedingt hervorheben möchte ich die liebevoll ausgearbeiteten Illustrationen von Gloria Jasionowski, die die erzählte Geschichte in perfekter Weise ergänzen. Und dass noch eine Bastelanleitung für Traumfänger im Buch zu finden ist, halte ich für eine prima Idee zur Vertiefung der Geschichte.  Rundum also: absolut empfehlenswert!

 

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Antonia Michaelis

Wind und der geheime Sommer

  

·         Gebundene Ausgabe: 300 Seiten

·         Verlag: Oetinger

·         ISBN-13: 978-3789108693

 

·         Vom Hersteller empfohlenes Alter: 10 - 12 Jahre

 

  

Zauber der Fantasie

 

Das großartigste Kinderbuch, das ich seit langem gelesen habe! Zum Immer-wieder-Lesen, für Erwachsene und Kinder gleichermaßen.

  

John-Marlon ist 11 und viel allein. Seine Eltern sind geschieden, der Vater hat selten Zeit und die Mutter schuftet für den Lebensunterhalt. John-Marlon ist unsicher, ängstlich, trägt eine Brille und hat keinen Spaß am Fußball-Spielen. Nicht die besten Voraussetzungen also, um Freunde zu finden, um von anderen gemocht zu werden. An einem besonders traurigen Nachmittag entdeckt John-Marlon eine lose Latte in einem Bauzaun, schlüpft hindurch und entdeckt ein völlig verwahrlostes Grundstück. Er trifft auf ein seltsames Mädchen, das sich Wind nennt, und wenn Wind Geschichten erzählt, werden diese wahr. Es wandeln sich wild wachsende Sträucher zum Dschungel, Pfützen zum Meer, es gibt gefährliche Tiere, und einen Sommer lang erlebt John-Marlon die wunderbarsten Abenteuer. Doch eines Tages ist Wind verschwunden…

  

Die Autorin widmet ihr Buch den Kindern, die Müll im Rinnstein sammeln und Kunst daraus machen. Als ich diese Widmung las, war ich sofort wieder zurückversetzt in die Zeit, als meine Kinder klein waren und völlig selbstvergessen abtauchen konnten in ihre eigenen Fantasie-Geschichten, nur mit Dingen umgeben, die sie in der Natur vorfanden. Dank Waldorf-Pädagogik lernten sie in diesen Spielen ganz beiläufig das gelingende soziale Miteinander und ich erlebte über die Jahre, wie ihnen daraus eine innere Stärke erwuchs, die ihnen niemand mehr nehmen konnte. Genau so ergeht es John-Marlon im Buch. Der einsame, traurige Junge ohne Selbstvertrauen wächst hinter dem Bretterzaun in den von Wind ausgedachten Abenteuern über sich hinaus, er wird von Wind und den anderen Kindern, die sich ebenfalls in der Welt hinter dem Bauzaun einfinden, so akzeptiert, wie er ist und er erfährt, welche Fähigkeiten er tatsächlich besitzt.

 

Aber nicht nur der Inhalt, dieses gelungene Ineinanderverschränken von Fantasie und Wirklichkeit, macht dieses Buch so besonders. Es ist die Sprache, die mich verzaubert hat, diese wunderbar poetische Sprache in Verbindung mit feiner Beobachtung. So machen zum Beispiel im „pfotendurchhuschten Urwald“  Insekten vor dem Wegfliegen einen Knicks. Das Buch selbst ist wie eine lose Latte am Bretterzaun – zum Durchschlüpfen in die unbegrenzte Welt der Fantasie.

 

 

 

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Alexandra Litwina

In einem alten Haus in Moskau

 

 ·         Gebundene Ausgabe: 60 Seiten

·         Verlag: Gerstenberg Verlag

·         ISBN-13: 978-3836959933

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Ein Wimmelbuch über 100 Jahre russische Geschichte

Ich weiß gar nicht, wie und womit ich anfangen soll, dieses unglaubliche, zauberhafte, detailgenaue, liebevollst gezeichnete Buch zu beschreiben.

Ist es ein Kinderbuch? Vielleicht ja. Es zeigt sich in der äußeren großformatigen Gestaltung  eines Bilderbuches, einer Art Wimmelbuch. Wir schauen 1902 mitten hinein in eine Wohnung, in die Familie Muromzew gerade einzieht. Wir schauen und schauen und entdecken unzählige Kleinigkeiten. Am Rand gibt es Erklärungen, aber auch Fragen, Suchaufgaben. Und wir begleiten die Familie Muromzew weiter durch die Jahre, schauen weiter in ihre Wohnung, die sich wandelt, erleben neue Generationen – stets so erzählt, dass es größere Kinder gerne mit Entdeckerfreude lesen.

Ist es ein Erwachsenenbuch? Vielleicht ja. Der Wechsel der Zeiten, der Wechsel der Moden, der Wechsel der politischen Ereignisse wird in den Zeichnungen quasi im Zeitraffer in gezeichneter Form lebendig gemacht, augenfällig gemacht im wahrsten Sinne des Wortes. Dazu gibt es kurze sachbuchgerechte Texte, die den politischen Wandel und seine  Wendungen jeweils erklären.

Es wird erzählt die Geschichte der Familie Muromzew, und zwar von 1902 bis 2002, also über mehrere Generationen hinweg. Dank des gezeichneten Familienstammbaums und einer ebenso gezeichneten Übersicht der Nachbarn, Freunde und Zeitgenossen (einschließlich der im Haushalt lebenden Hunde und Katzen) behält man stets die Übersicht. Und da man bis in die Toilette hinein die gesamte Familie beobachten darf, einerseits sehr intim-voyeuristisch,  andererseits politisch-distanziert, gewinnt man durch Schauen, Entdecken, Suchen und Spielen ein Maß an Ein-Sicht, wie es so manchem dicken Sachbuch nicht gelingen mag. Urteilsfrei ins Bild gesetzt spricht der Wandel der russischen Lebenswelt voller Charme und ohne Umwege zu uns, egal wie alt wir sind.

Völlig zurecht ist dieses ungewöhnliche, großartige Buch nominiert für den Deutschen Jugendbuchpreis.

 

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Antje Herden

Wir Buddenbergs

 

 

·        Gebundene Ausgabe: 208 Seiten

Verlag: FISCHER KJB

ISBN-13: 978-3737341097

Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 8 Jahren

 

 

 

Vom Schildweinbraten zur modrigen Else

 

Mia ist ein ganz besonderes Mädchen. Sie lebt in einer kunterbunten, etwas chaotischen, übersprudelnd lebendigen Familie, die aus Opipi, Mama und drei Geschwistern besteht. Mia ist besonders, denn erstens hat sie einen ganz eigenen Papa, den sie gelegentlich auf dem Friedhof besucht, und zweitens hat sie eine großartige Methode gefunden, den Trubel um sie herum zu „ordnen“, indem sie sehr ordentliche Landkarten in ein Skizzenbuch zeichnet, das sie ihren Lebensatlas nennt. (Meine persönliche Vorliebe gilt übrigens der Karte „Herkunft unserer Teller“…) Als eines Tages ein uralter Brief aus London ankommt, der ungefähr 140 Jahre unterwegs gewesen war, beginnt eine spannende Suche nach einem Geheimversteck in der alten Villa.

Mia und ihre Familie sind so liebenswert, so verrückt, so trubelig, dass man beim Lesen aus dem Schmunzeln nicht mehr herauskommt. Schon lange habe ich kein Kinderbuch mehr gelesen, das mir beim Lesen so viel Spaß bereitete. Der Ideenreichtum der Autorin scheint unbegrenzt. Sie mischt überaus geschickt Spannung und Spaß, auch ein klein wenig Ernst zu einer Geschichte, die uns viel erzählt über Individualität, Toleranz und liebevolle Familienzusammengehörigkeit. Die detaillierten Zeichnungen von Florentine Prechtel unterstreichen die Geschichte auf perfekte Weise.

Fazit: Ein Kinderbuch wie es sein soll: Spannung, Spaß und Ernst fröhlich-liebevoll erzählt.

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Katja Reider

Das Ravioli-Chaos

Gebundene Ausgabe: 128 Seiten

Verlag: Rowohlt Taschenbuch Verlag

ISBN-13: 978-3499217944

Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 8 Jahren

  

 

Spannend-fröhlich erzählt

 

Lenni und sein Freund Walze wollen unbedingt Karriere beim BKA machen und schreiben einen Bewerbungsbrief. Schließlich haben sie bereits einige Erfahrungen vorzuweisen, z. B. als Personenschützer für Nela, die Schwester von Lenni, die in einer Soap mitspielt und sich deshalb als Star fühlt. Doch dann passiert es: Lenni hütet für kurze Zeit den Kiosk und sieht sich plötzlich einem Strumpfmaskentäter gegenüber, der Geld fordert. Ein einstürzender Turm von Ravioli-Dosen schlägt den Dieb in die Flucht und Lenni wird als Held gefeiert, aber…

 

Das Buch hat mich restlos begeistert.

 

Es ist fröhlich und geistreich erzählt, mit viel Wortwitz versehen und vor allen Dingen durchgängig spannend zu lesen. Auch ernst zu nehmende Themen fehlen nicht, wie z. B. Beschimpfungen über Social Media. Wie gut, dass bei Lenni letztlich die Erkenntnis siegt, dass Berühmt-Sein gar nicht so toll ist und dass es viel wichtiger ist, ehrlich zu sein. Und gute Freunde zu haben natürlich.

 

Fazit: Ein rundum empfehlenswertes, lustiges und spannendes Buch für das zweite Lesealter.

 

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Anja Kiel

Lara und die freche Elfe tanzen Ballett

Gebundene Ausgabe: 48 Seiten

Verlag: Ravensburger Buchverlag

ISBN-13: 978-3473365333

 

Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 6 Jahren

 

 

 

Zauberhaft

 

 

 

Der Leserabe für die 1. Lesestufe aus dem Ravensburger Verlag ist perfekt gestaltet, um Erstleser für die Welt der Bücher „einzufangen“. Einfache, kurze Textabschnitte, eine extra große Schrift, im Anhang dann noch Rätsel und Sticker zum Einkleben – das alles ist geeignet, das Lesen-Lernen spielerisch zu versüßen.

 

In dieser Reihe ist der vorliegende Titel  „Lara und die freche Elfe tanzen Ballett“ ein besonders gut gelungenes Buch  vorrangig für Mädchen. Lara ist eine kleine Ballett-Tänzerin und übt auf dem Dachboden vor dem verstaubten Spiegel. Fritzi, die kleine Elfe, kommt dazu und die beiden bringen mit viel Spaß den Dachboden ganz schön durcheinander…

 

Anja Kiel erzählt kindgerecht in einfachen Sätzen. Besonders gut gefällt mir persönlich, wie die Autorin mit kleinen Mehrdeutigkeiten Wortspielereien betreibt und damit noch einmal mehr die Fröhlichkeit des gesamten Buches unterstreicht. Die liebevollen Zeichnungen von Elke Broska, auf denen viele Details zu entdecken sind, werten auf gekonnte Weise die kleine Geschichte auf.  Von den farbenfrohen Illustrationen geht eine kindliche Unbeschwertheit aus, ganz und gar passend zum erzählten Text.  Ein zauberhaft schönes, rundum gelungenes Buch!

 

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Sabine Ludwig

Serafinas Geheimnis

Gebundene Ausgabe: 224 Seiten

Verlag: Dressler

ISBN-13: 978-3791500652

Vom Hersteller empfohlenes Alter: 9 - 11 Jahre

 

 

Schräge lustige Geschichte

 

 

 

Die Hexe Serafina und ihr Kater Luzifer, dessen Hobby es ist, gefangene Mäuse zu trocknen, zu pressen und in ein Sammelalbum zu kleben, erhalten einen Hilferuf von ihrem Urgroßonkel Alfred. Sie sollen eilig nach Wurzbach kommen, weil etwas in der dortigen Suppenwürzwürfelfabrik ganz und gar nicht in Ordnung ist. Eilig verlassen die beiden den Zauberwald und sehen sich ganz schnell mit einer Reihe von Problemen konfrontiert…

 

Die wunderbaren fröhlichen, kindgerecht gezeichneten Illustrationen und die relativ große Schrift suggerieren, rein vom Äußeren her betrachtet, dass es sich bei Serafinas Geheimnis um ein Kinderbuch handelt, geeignet zum Vorlesen vielleicht ab 6, zum Selberlesen ab 8. Bislang konnte ich das Buch noch nicht zusammen mit Kindern lesen, aber aus Erwachsenensicht müssen die Kinder mindestens 10 oder 11 sein, um die Geschichte und seine Zusammenhänge wirklich verstehen zu können. Es gibt zwar herrliche Wortspiele und viele witzige Details, die auch jüngeren Lesern Spaß machen dürften, aber der teils etwas hintergründige Humor, der auch vor ernsteren Themen nicht Halt macht, wäre für Kleinere sehr erklärungsbedürftig! Auch das der Geschichte zugrunde liegende Thema von natürlichen Lebensmitteln in Konkurrenz zu künstlichen Tütensuppen und all den damit verbundenen schwierigeren Wörtern dürfte nur für ältere Kinder gut lesbar sein. Insofern passt für mich die äußere Gestaltung und der zu lesende Inhalt nicht wirklich zusammen. Als Erwachsene jedoch hat mich die schräge Geschichte in seiner humorigen und phantasievollen Erzählweise restlos überzeugt.

 

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Astrid Blyton

Fünf Freunde im Zeltlager

Gebundene Ausgabe: 160 Seiten

Verlag: cbj

ISBN-13: 978-3570171653

Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 8 Jahren

  

 

Spaß am Lesen

 

Die Bücher von Enid Blyton haben mich vor 60 Jahren jede Woche in die Stadtbibliothek getrieben. Ich habe alle verfügbaren Titel von dieser Autorin verschlungen und konnte nicht genug davon bekommen. So fing es an mit meiner „Leserkarriere“ – Enid Blyton war schuld!

 

Jetzt, so viele Jahre später, wollte ich es wissen: Was habe ich damals gelesen? Lache ich heute darüber? Finde ich die Bücher von Enid Blyton aus heutiger Sicht kindisch, albern, altmodisch? Obigen Titel, 1948 im Original erschienen, 1955 in Deutsch, fand ich wiederum in der Bibliothek. Beim Nach-Hause-Tragen fühlte ich mich wie damals: einen Leseschatz ergattert zu haben und voller Vorfreude.

 

Die fünf Freunde, 2 Jungen, 2 Mädchen und 1 Hund, dürfen in Begleitung eines schusseligen Professors in den Ferien zum Zelten fahren. Mitten im Hochmoor bauen sie ihr Zeltlager auf. Da hören sie nachts merkwürdige grollende Geräusche unter der Erde. Und dann wird ihnen auch noch von Geisterzügen erzählt, die unterirdisch unterwegs sein sollen. Damit ist natürlich ihre Neugier geweckt…

 

Und was soll ich sagen. Die Faszination von damals hat mich auch jetzt wieder erfasst. Das Buch hat einen richtig modernen Schreibstil, ist lebendig erzählt und vor allen Dingen absolut spannend. Natürlich handelt es sich bei den Protagonisten um sehr vereinfacht dargestellte Persönlichkeiten: ängstliche Anne, vorwitzige Georgina, braver Hund, schusseliger Professor usw. Das mögen heutige Pädagogen ankreiden. Nach heutigen Maßstäben mag wohl überhaupt der „pädagogische Hintergrund“, der dezent-erzieherische Zeigefinger fehlen. Meiner Meinung nach bietet das Buch aber etwas überaus Wichtiges: Nämlich Spaß! Spaß am Lesen. Verführung zum Lesen. Spaß an der Spannung. Spaß daran, unverkrampften Kindern bei ihren Abenteuern zuzuschauen. Ja, Spaß am Lesen – das hatte ich damals und das hatte ich heute.

 

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Anna Schindler und Billy Bock

Die flinken Füchse

Gebundene Ausgabe: 160 Seiten

Verlag: Dressler; Auflage: Originalausgabe

Sprache: Deutsch 

ISBN-13: 978-3791500485

Vom Hersteller empfohlenes Alter: 9 - 11 Jahre

 

 

 

Vielfalt in Buchform

 

Was für eine Fülle zwischen zwei Buchdeckeln!

 

Es geht um eine Mädchenbande mit ganz klaren Bandenregeln und einem ganz geheimen Bandenquartier. Die Mitglieder sind 6 Mädchen, mit ganz unterschiedlichen Stärken und Schwächen. Dazugehörig außerdem ein süßes Katzenkind namens Igor. Die Flinken Füchse, wie sie sich nennen, erleben so allerlei, bis hin zu einer sehr spannenden, aufregenden Suche nach drei plötzlich verschwundenen Kindern.

 

Doch das ist bei Weitem nicht alles! Das überaus liebevoll und aufwändig gestaltete Buch mit einer Fülle von herrlichen mehrfarbigen Zeichnungen bietet noch viel, viel mehr, nämlich Anregungen und Beschäftigung für viele Stunden. Da gibt es zum Beispiel ein Rezept zum Backen von Flinke-Füchse-Muffins. Oder die einfache Anleitung zum Stricken eines Fuchsschals. Oder ein Alphabet zum Erlernen einer Geheimschrift. Und ein Flinke-Füchse-Hit, in Noten gesetzt. Sachliche Erklärungen sind ebenso zu finden wie Witze. Neben dem reichen Inhalt besticht die Darstellung der einzelnen Bandenmitglieder. Ihre Stärken und Schwächen, aber auch ihr unterschiedlicher Familienhintergrund wird mit großer Toleranz erzählt. Unbedingter Zusammenhalt ist eine der nicht zu brechenden Bandenregeln, und so gelingt es auch, Meinungsverschiedenheiten in konstruktiver Weise zu lösen.

 

Fazit: Rundum empfehlenswert!

 

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Heidi Knoblich

Xaver im Uhrenland

Gebundene Ausgabe: 48 Seiten

Verlag: Silberburg

Sprache: Deutsch

ISBN-13: 978-3842520639

Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 6 Jahren

 

 

 

Du musst nur an dich glauben…

 

Vor vielen, vielen Jahren in der längst vergangenen Zeit von Queen Victoria lebt Xaver, ein armer Hirtenjunge, im Schwarzwald und hat den ganz großen Traum, Uhrenhändler in einem fernen Land zu werden. Zwar scheint die Verwirklichung dieses Traumes unmöglich, aber die Mutter bestärkt Xaver: „Alles, was du dir vorstellen kannst, ist auch möglich. Du musst nur an dich glauben.“ Und so geschieht  es tatsächlich eines Tages, dass sein Onkel Johann Xaver als Gehilfen mit nach London nimmt, der Vater die Bedingung stellt, dass sich Xaver bis Weihnachten als tauglich für den Uhrenhandel beweisen muss, sonst muss er wieder zurück zum Kühe- und Schafe-Hüten. Schwer ist das Leben fern der Heimat, aber Xaver klagt nicht, ist fleißig und lernbegierig. Doch dann geschieht ein fatales Missgeschick…

 

Heidi Knoblich erzählt in unnachahmlich intensiver, herzerwärmender Weise von dem Glauben an sich selbst, von Fleiß, von Heimat und fremden Sitten, vom Leben in früheren Zeiten, von Freundschaft, aber auch von Selbstüberschätzung und Eifersucht. Dass es sich letztlich um ein Weihnachtsbuch handelt, erschließt sich erst gegen Ende, als die Geschichte stimmungsvoll ihren Abschluss findet.

 

Neben der gefühlvollen und klugen Erzählung von Heidi Knoblich beeindrucken auch die wunderbaren Illustrationen von Martina Mair, die liebevoll-detailliert die erzählte Geschichte und ihre Menschen lebendig werden lassen. Je länger man die Bilder anschaut, umso intensiver breitet sich ein wohlig-warmes Gefühl im Betrachter aus. Mehr Weihnachten geht nicht.

 

 

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Stephan Martin Meyer, Thorwald Spangenberg

 Mit dem Orient-Express nach Paris

 Gebundene Ausgabe: 80 Seiten

 Verlag: Gerstenberg Verlag

 ISBN-13: 978-3836959858

 

Vom Hersteller empfohlenes Alter: 8 - 10 Jahre

 

 

 

 

Dieses Buch ist eine Freude: Eine Freude zum Anschauen und eine Freude zum Lesen oder Vorlesen! Es ist unglaublich sorgfältig und aufwändig gearbeitet, großformatig, festes Papier, das Cover mit einzelnen Glanzstellen aufgewertet. Eine Fülle von Illustrationen verschiedenster Art, von ganzseitigen stimmungsvollen Aquarellen über detailreiche Bleistiftzeichnungen bis hin zu wertvollen informellen Landkarten oder technischen Details macht das Lesen des Buches sehr lebendig und anschaulich. In einer Zeit, in der so viele Billig-Schnellschüsse auf den Büchermarkt geworfen werden, ist dieses Buch ein Juwel!

 

Erzählt wird, wie Sinan, 14-jähriger Sohn eines reichen Kaufmanns aus Konstantinopel, seinen Vater begleitet auf der Reise nach Paris im legendären Orient-Express, der 1889 noch nicht so berühmt war wie in den 1920er und 1930er Jahren. Die Fahrt zwischen Orient und Okzident im „Zug der Könige“ mit all seinem Prunk und Luxus war für Sinan ein spannendes Abenteuer, umso mehr, als er im Zug Pierre kennen lernt, einen Küchenjungen, dem es eigentlich untersagt war, Kontakt zu den Reisenden zu haben. Die beiden Jungen freunden sich an, und als die Taschenuhr einer mitreisenden Baronin verschwindet und Pierre des Diebstahls bezichtigt wird, muss sich ihre junge Freundschaft beweisen…

 

Eine spannende Geschichte also, die sehr lebendig und kurzweilig erzählt wird. Es ist schön zu lesen, wie eine Freundschaft über gesellschaftliche und Länder-Grenzen hinweg möglich ist und wie gemeinsame Beharrlichkeit zu einem lohnenswerten Ergebnis führt. Das Besondere jedoch an diesem Buch ist, dass das Erzählte  eingebettet ist in eine unglaubliche Fülle an Hintergrundinformationen, an Wissenswertem, ohne je langweilig zu werden. Dafür sorgen auch die zahlreichen Illustrationen in ihrer Unterschiedlichkeit. Allein schon die ausführlichen und exakten Zeichnungen wie z. B. Landkarten der damaligen Zeit mit dem jeweiligen Streckenabschnitt der Reiseroute des Zuges oder die vielen technischen Zugdetails, aber auch die zahlreichen mit dem Stift festgehaltenen Momentaufnahmen der erzählten Geschichte selbst machen das Buch zu einer ganz besonderen Lektüre, die nicht nur Kinder interessieren sollte!

 

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Michael Koglin

Zeitreise auf vier Pfoten

Band 2: Ein Pony für den König

Gebundene Ausgabe: 128 Seiten

Verlag: Egmont Schneiderbuch

Sprache: Deutsch

ISBN-13: 978-3505139550

 

Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 8 Jahren

 

 

 

 

 

 

 Auch im vorliegenden zweiten Zeitreise-Band sind die immer hungrige Hündin Curry, die mutige Lia und der leicht tüdelige Professor Tempus samt seiner Zeitmaschine in vollem Einsatz. Sie müssen ein Pony zurückbringen ins mittelalterliche London und erleben in der Welt der Ritter und Turniere ein aufregendes Abenteuer, das viel Spürsinn und Ideenreichtum fordert.

 

Mir hat dieses Buch, geeignet für Kinder ab 8, ausnehmend gut gefallen. Es ist spannend und lebendig erzählt, es bringt spielerisch viel Wissenswertes rund um das Leben der Ritter auf der Burg und bei ihren Turnieren mit sich, auch ein Glossar am Schluss der Geschichte erklärt in kurzer, klarer Form ungewohnte Begriffe. Die etwas größere Schrift erleichtert den Kindern das Lesen, ebenso wie die kurzen Kapitel. Doch nicht nur die zeitgeschichtlichen Informationen machen das Buch besonders, auch der erzählte Inhalt, denn Kinder erleben, wie selbst gefährliche Abenteuer bestanden werden können, wenn alle Beteiligten ihre jeweiligen Fähigkeiten füreinander einsetzen. Für mich herausragende Ergänzung sind die vielen wunderbaren Zeichnungen von Fréderic Bertrand, die detailreich, humorvoll und liebevoll die Handlung kommentieren.

 

Dieses Kinderbuch kann ich uneingeschränkt empfehlen, insbesondere für wissbegierige Kinder ist das Buch eine großartige spannende Unterhaltung.

 

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Martin Suiter

Alexia

Seitenzahl der Print-Ausgabe: 40 Seiten

Verlag: Books on Demand

Empfohlenes Alter: 5-8 Jahre

ISBN: 978-3-9819044-0-6

 

 

 

 

 

 

 

Ein hochwertig aufgemachtes, großformatiges Buch mit festem Einband, das man auch Erstlesern gut in die Hand geben kann.

 

 

Das Märchen von dem traurigen Pferd Alexia, das so allein ist, ist herzerwärmend erzählt. Alexia  will seiner Einsamkeit entkommen und wagt es, in die Fremde zu laufen auf der Suche nach Spielgefährten. Es hat unterwegs so manche Begegnung, trifft auf Unverständnis, aber auch auf Beispiele guten Zusammenlebens. Und Alexia bekommt auf ihrer Suche nach Freunden Hilfe…

 

Die kleine, feine Geschichte gewinnt durch die farbintensiven Bilder eine ganz besondere Kraft und Stärke. Gerade die Farbkraft spricht Kinder an, aber auch Erwachsene können sich der Wirkung der Bilder nicht entziehen.

 

Fazit: Ein zauberhaftes Märchen in einer sehr schönen Aufmachung, das zum Öfter-Lesen einlädt und keineswegs nur für Kinder geeignet ist.

 

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Ingrid Heppe

Nora auf dem Mühlenhof

Biker gegen Reiter

Taschenbuch: 160 Seiten

Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform

ISBN-13: 978-1978007888

 

 

 

Ein richtig schönes Buch für junge pferdebegeisterte Mädchen

 

Für die Teilnahme an einer Reitwoche zusammen mit ihren Freundinnen muss Nora allerhand Opfer bringen, denn ihre Eltern haben nicht genug Geld, um ihr diesen Herzenswunsch zu finanzieren. Doch Nora ist ideenreich und fleißig, und so trifft sie bald ihre Reitfreundinnen auf dem Ponyhof. Doch da liegt ein Schatten auf dem Hof, denn das Ausreiten in den Wäldern soll verboten werden zugunsten von Mountainbikern. Der Gemeinderat möchte dies durchsetzen, um eine neue touristische Attraktion für den Ort zu schaffen. Und was ist bloß mit Louise los?

 

Das sehr, sehr schlichte, irgendwie laienhaft wirkende Cover hat mich nicht viel erwarten lassen, aber die Geschichte selbst hat mich dann doch sehr positiv überrascht. Sie ist locker-flüssig geschrieben, kurzweilig zu lesen und greift einige Themen, die junge Mädchen beschäftigen, in sehr positiver Weise auf. Dass man mit Engagement und Ideenreichtum für seine Ziele kämpfen muss, dass man gemeinsam so viel mehr erreichen kann als allein und dass Fairness und Respekt weiterhelfen, wird sehr schön thematisiert, gerade auch beim Thema Cyber-Mobbing. Mir persönlich gefällt außerdem sehr, mit wie viel Pferdeverstand das Buch geschrieben ist. Kein süßlich-verkitschtes Romantisieren, sondern klare, verständliche und vor allem richtige Informationen. Die Autorin weiß, wovon sie schreibt.

 

Ein Buch, das ich sehr gerne weiterempfehlen werde.

 

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Sven Gerhardt

Die Heuhaufen-Halunken. Volle Faust aufs Hühnerauge

Gebundene Ausgabe: 160 Seiten

Verlag: cbj

Sprache: Deutsch

ISBN-13: 978-3570174197

Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 8 Jahren

 

 

 

Zwiegespalten

 

Die Heuhaufen-Halunken bringen alles mit, was ein Kinderbuch braucht: Fröhliches Miteinander, spannende Pläne, ideenreiches Vorgehen und wohlwollende Mitbewohner. Aber…

 

Meggie, die Anführerin der Heuhaufen-Halunken, hat richtig Ärger mit Siggi Miesmann und seiner Horde aus dem Nachbardorf, denn Siggi hatte sie auf dem Schulhof auf das Übelste beleidigt. Das kann man so nicht stehen lassen, da bleibt nur Rache! Und so brüten die Heuhaufen-Halunken gemeinsam einen detailreichen, arbeitsintensiven Plan aus…

 

In Steckbrief-Manier werden die Heuhaufen-Halunken einzeln vorgestellt, mitsamt ihren Freunden aus Berlin, und in gereimten Kapitelschritten geht die Handlung folgerichtig und durchaus spannend voran. Eine Fülle von fröhlichen Zeichnungen mit vielen witzigen Details unterstreicht das Geschehen. Die Botschaft, dass man viel erreichen kann, wenn alle zusammenhelfen, ist geschickt verpackt. Aber, ein ganz großes Aber, nein, zwei große Aber habe ich: Dass man Konflikte mit Kämpfen lösen kann und damit auch noch Erfolg hat, verursacht in mir ein ungutes Gefühl. Das zweite Aber halte ich noch für viel wesentlicher: Fremdes Eigentum auf nachhaltige Weise zu beschädigen, um die eigenen Ziele durchzusetzen – nein, das geht gar nicht! Und so bin ich bei diesem Buch leider zwiegespalten. Einerseits ein vergnügliches Kinderbuch, das aufgrund seiner liebevollen Gestaltung zum Lesen animiert, andererseits ein Buch, dessen Inhalt ich nicht in allen Teilen gutheißen kann.

 

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Erika Bock / Volker Nökel

Die Knöllchenbande … feiert Weihnachten

Umfang: 124 Seiten

Verlag: Tingmarke-Verlag

Sprache: Deutsch

ISBN-13: 978-3981724523

Lesealter: ab 4 Jahre

 

 

  

Liebevoll und detailreich

 

 

 

Es ist immer schön, wenn ich ein neues Buch, einen neuen Autor entdecken darf, umso mehr, wenn mich diese Neuentdeckung restlos überzeugt.

 

Für mich ist die Knöllchenbande eine solche Neuentdeckung, obwohl es schon mehrere Bände gibt. Und mir bleibt nur zu sagen: Was für ein zauberhaftes Erstlese- oder Vorlesebuch!

 

 

Die Illustrationen haben zwar etwas leicht Cartoonhaftes, aber bei genauerer Betrachtung sind sie so detailreich und liebevoll gezeichnet, dass man sich ihrer Wirkung gar nicht entziehen kann. Kinder habe ganz große Freude darin, die Feinheiten zu entdecken und sich ihre eigenen Geschichten daraus zu basteln.

 

Besonders hervorheben möchte ich jedoch die Qualität des Textes! Die Geschichte ist sehr lebendig erzählt und lässt sich deshalb besonders gut vorlesen. Im Verlauf der durchaus spannenden Erzählung lernen die Kinder ganz nebenbei sehr viel über Tiere, über die Natur. Der Umgang der Knöllchenbande untereinander oder in der Begegnung mit ihnen Fremdem ist respektvoll, positiv, helfend. Alles Werte, die es gilt, Kindern von klein an zu vermitteln. Ich kann es nur wiederholen: ein zauberhaftes Erstlese- oder Vorlesebuch, das in keinem Kindergarten und in keiner Kinderbuchabteilung in Bibliotheken fehlen sollte!

 

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Mira Bartók

Der Wunderling

Hörbuch, gelesen von Mechthild Großmann

Audio CD

Verlag: Silberfisch

ISBN-13: 978-3867423434

 

Vom Hersteller empfohlenes Alter: 10 - 12 Jahre

 

  

 

Was für eine wunderbare Geschichte!

 

Angelockt wurde ich durch das von der Autorin selbst geschaffene fein gemalte, detailreiche, altmodische Cover. Und ich entdeckte eine wunderbare Geschichte, ein Buch, das sowohl Märchen als auch Fantasy-Roman ist, eine mehrschichtige Parabel, ein Jugendbuch ebenso wie ein Buch für Erwachsene.

 

Der Erdling Nr. 13 wächst auf in einem Heim für missratene und abscheuliche Wesen unter der Leitung der hartherzigen Miss Carbunkel. Er muss viel erleiden an Ungerechtigkeiten, an Quälereien, an Schikanen. Aber er hat ein Geheimnis, nämlich die besondere und oft hilfreiche Fähigkeit, Geräusche zu hören, die andere nicht hören oder fremde Sprachen zu verstehen. Und er hört immer wieder eine Melodie – eine ferne Erinnerung. Er freundet sich an mit Trixie, einem Vögelchen, das nicht fliegen kann. Gemeinsam planen sie die Flucht in eine bessere Zukunft, eine Flucht, auf der es viele Gefahren zu bestehen gilt.

 

Die tiefe und dabei sehr wandlungsfähige Stimme von Mechthild Großmann verleiht dem Hörbuch eine ganz besondere Intensität. Man taucht beim Zuhören völlig entrückt in eine andere Welt, leidet mit, träumt mit, wird in den Bann gezogen dank der geradezu suggestiv wirkenden Kunst des Lesens. Mechthild Großmann malt mit ihrer Stimme die Fülle der Bilder des Buches auf eine so intensive Weise, dass sich der Zuhörer in der Geschichte restlos verliert. Großartig!

 

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Finchen Star

Emily die kleine Springmaus (Dt./Engl.)

Gebundene Ausgabe: 48 Seiten

Verlag: Featherworks Publishing Austria

Sprache: Englisch, Deutsch

ISBN-13: 978-3950392296

 

 

 

Nie aufgeben!

 

 

 

Ein zweisprachiges Bilderbuch – hmmm. Welche Zielgruppe wird hier angesprochen? Das Bilderbuch an sich, der jeweils kurze Textanteil pro Seite, die liebevoll-kleinkindgerechten Zeichnungen und die Geschichte selbst sprechen für Vorschulkinder. Aber die Zweisprachigkeit und der angebotene Vokabeltrainer sind nach meinem Verständnis für Kinder frühestens ab 7 Jahren geeignet. Insbesondere gibt es im Text so einige schwierigere Wörter, für Kleine unverständlich, für Erstleser zu schwierig zu buchstabieren, wie z. B. „qualifizierter Kamerad“ oder „IT-Nerd“. Auch müsste man sicher erklären, welche Sportart ein Sprinter vertritt. Der Verlag selbst gibt an, dass das Büchlein für Erstleser gedacht ist.

 

 

 

Emily ist eine sehr fröhliche kleine Maus. Die Eltern dagegen haben anstrengende und verantwortungsvolle Berufe, insbesondere Papa Stefano Dreikäsehoch ist ohne Tablet und Telefon gar nicht denkbar. Da ist Oma, die vorliest, besonders geliebt. Heute liest sie die Geschichte vom kleinen Mäuserich vor, der, obwohl er so klein ist und von den anderen Mäusen verspottet wird, immer fleißig weiter trainiert und nicht aufgibt, an seinem Traum zu arbeiten, denn er möchte ein richtig, richtig guter Sprinter werden.

 

 

 

Die schlichten, liebevollen Zeichnungen gefallen mir sehr. Sie verdeutlichen den Textinhalt so unmittelbar und direkt, ohne Schnickschnack, wie es besser gar nicht sein könnte. Und natürlich ist die Botschaft des Buches eine ganz wichtige: an sich selbst glauben und nie aufgeben!

 

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Britta Sabbag

Die kleine Hummel Bommel und die Liebe

Gebundene Ausgabe: 32 Seiten

Verlag: Ars Edition

ISBN-13: 978-3845813233

 

Vom Hersteller empfohlenes Alter: 4 - 6 Jahre

 

 

Eine Hummelrunde Kuscheln

 

 

 

Was für ein zauberhaftes Bilderbuch!

 

Das Hummelkind Bommel ist auf dem Weg zum Hummel-Kindergarten. Unterwegs trifft es einige ganz unterschiedliche Freunde, und Bommel fragt alle, was Liebe ist. Von der Marienkäfer-Großfamilie bis zur Stinkwanze mit einem Regal voller erpupster Pokale erhält Bommel viele, viele ganz unterschiedliche Antworten. Und erkennt am Ende: Liebe ist Liebe.

 

Die liebevollen Zeichnungen, auf denen es viele Details zu entdecken gibt, sprechen Kinder unmittelbar an. Und vermitteln ganz direkt, ganz ohne Text, einfach nur durch ihre Ausstrahlung, was Liebe ist.

 

Ein Bilderbuch, das man beim Gutenacht-Kuscheln immer und immer wieder anschauen und vorlesen sollte.

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Matthias von Bornstädt

Kleine Giraffe in großer Gefahr

Taschenbuch: 48 Seiten

Verlag: Klett Lerntraining

ISBN-13: 978-3129494844

 

Vom Hersteller empfohlenes Alter: 6 - 8 Jahre

 

 Liebevolle Geschichte

 

 

Kinder lieben Tiere. Und Kinder lieben ganz besonders Tiere mit ganz besonderen Fähigkeiten. Nachts im Zoo, wenn Besucher und Wärter in ihren Betten liegen.

 

Plötzlich Alarm!!! Das Giraffenbaby Flecki ist verschwunden! Sofort macht sich die Truppe der besonderen Tiere auf die Suche. Denn zusammen, mit ihren jeweiligen besonderen Fähigkeiten, sind sie mutig und stark.

 

 

 

Große Schrift und kurze Sätze, dazu die farbintensiven großflächigen Bilder sind ideal für Leseanfänger. Ab und zu sind kleine Informationen oder Fragen eingestreut, die zur weiteren Beschäftigung mit dem Buch anregen. Besonders die am Ende aufgeführten Quiz-Fragen helfen, das Gelesene noch einmal zu vertiefen. Nicht zu vergessen die sehr, sehr schön gestaltete Internet-Seite des Verlages zum Thema, z. B. mit Vorlage für Tiermasken zum Selbstbasteln u. v. a.

 

 

 

Fazit: Ein kluges, anregendes, liebevolles und durchaus lehrreiches Buch für Erstleser, in dem Lesespaß und spielerisches Lernen ideal kombiniert sind.

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Britta Sabbag

Fritzi Klitschmüller 

Gebundene Ausgabe: 144 Seiten

Verlag: Planet! in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH

ISBN-13: 978-3522505406

 

Vom Hersteller empfohlenes Alter: 8 - 10 Jahre

 

 

 

 

Absolut kindgerecht

 

Mit diesem Buch bekommt man auch Lesemuffel an die Buchstaben, garantiert!

 

Fredericke alias Fritzi wünscht sich nichts sehnlicher als ein Skateboard. Aber was bekommt sie an ihrem 9. Geburtstag geschenkt: ein von der Mutter selbst genähtes Prinzessinnenkleid. Die Enttäuschung könnte gar nicht größer sein! Da hilft nur noch eines: es muss ein ganz geheimer Geheimplan her. Wenn da nicht noch zwei Personen des Grauens die Ferientage von Fritzi mit Rote-Bete-Alarm erschweren würden. Aber der neu zugezogene Nachbarjunge Thies erweist sich zunehmend geeignet, den geheimen Geheimplan mit zu gestalten.

 

Dieses Kinderbuch ist wirklich eines! Kein albernes, pseudolustiges, bisschen erzieherisch gewolltes Buch für Kinder, sondern ein lebensnahes, richtig lustiges Buch mit einer sympathischen Familie und einer besonders sympathischen Hauptfigur, die trotz aller Enttäuschung etwas sehr Positives ausstrahlt, nicht klein beigibt, sondern für die Erfüllung ihres Wunsches kämpft. Dazu die wunderbar gelungenen Zeichnungen - perfekt!